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Reiseführer Istanbul

Traditionelle Bauten im alten Istanbul

Restaurierte alttürkische Holzhäuser rund um das Chora-Kloster, Istanbul

Farbenfroh restaurierte alte Holzhäuser rund um das Chora-Kloster

Bis ins 19. Jh. hinein waren Holzbauten in Istanbul vorherrschend, und das trotz der damit verbundenen großen Brandgefahr. Holz war damals einfach der billigere Baustoff dank großer Wälder am Rande des Schwarzen Meeres. Derartige traditionelle Bauweisen findet man heute in Istanbul kaum noch, restaurierte alttürkische Holzhäuser gibt es allerdings noch rund um die Chora-Kirche. Wie diese Häuser früher ausgesehen haben, das berichtet  Lady Montagu, die Frau des damaligen britischen Botschafters am Osmanischen Hof,  in ihren Briefen aus dem Jahr 1717:

„Mir scheint die hiesige Bauart sehr angenehm und sehr passend für dieses Land. Es ist wahr, sie kümmern sich nicht sehr darum, die Außenseite ihrer Häuser zu verschönern, die aus Holz und eben deshalb manchen Zufällen unterworfen ist. Allein, dies ist nicht dem schlechten Geschmack des Volkes, sondern der Bedrückung durch die Regierung beizumessen. Jedes Haus bleibt nach dem Tode des Eigentümers in des Großherren Willkür, daher verwendet niemand viel für eine Sache, von der er nicht sicher ist, dass sie seinen Erben zugute kommen wird. Ihre ganze Absicht ist, ein bequemes Haus auf Lebenszeit zu bauen, im übrigen ist es ihnen gleichgültig, ob es das Jahr danach zusammenstürzt oder nicht… Das Vorhaus hat einen großen Vorhof und rundherum offene Galerien, was ich sehr angenehm finde. Diese Galerie führt zu allen Zimmern, die gewöhnlich sehr groß sind und zwei Reihen Fenster haben, die untere aus gemaltem Glas. Selten gibt es mehr als zwei Stockwerke, von denen jedes seine Galerie hat. Das Vorhaus gehört dem Herrn, und das daran stoßende wird der Harem (die Weiberburg oder Frauenzimmerwohnung) genannt, weil das Wort Serail nur für den Großherrn gebraucht wird…Die zweite Fensterreihe ist sehr niedrig und mit Gittern wie in den Klöstern versehen. Alle Fußböden der Zimmer sind mit persischen Teppichen belegt. In der Runde herum läuft eine Art Ruhebett, einen halben Fuß hoch, mit reichen seidenen Stoffen bedeckt. Diese Sitze sind so bequem und weich, dass ich glaube, ich werde in meinem Leben keine Stühle mehr ausstehen können.“


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