DAS PORTAL DEUTSCHSPRACHIGER REISEJOURNALISTEN

Wenn Gletscher sich stauen

„Ilulissat“ - das bedeutet in der Sprache der Eskimos „Eisberge“, und die gibt es hier mehr als reichlich. Einen kleinen Vorgeschmack haben wir ja bereits heute Nacht erlebt. Beim Frühstück spricht sich dann herum, warum heute Nacht so viele Eisberge im Meer getrieben sind: Der Jacobshavn-Gletscher produziert täglich bis zu 20 Millionen Tonnen Eis. Der Gletscher ergießt sich in den 47 Kilometer langen Ilulissat-Eisford.

Grönland Eisberggebirge
Eisberge von bestechender Schönheit

Dieser Fjord ist ca. 1.500 m tief. Etwa zwei Jahre benötigen die Eisberge für ihren Weg von der Abbruchkante bis zum Ausgang des Fjords, wo viele der Eisberge zunächst auf einer 300 Meter tiefen Endmoräne am Fjordausgang stranden, bis sie schließlich von den nachdrückenden Eismassen über die „Stolperstelle“ geschoben werden und schließlich in die Disko-Bucht und den Nordatlantik hinaus treiben. Während der letzten Tage hatten sich die Eismassen im Bereich der Moräne dermaßen aufgestaut, dass ein Einlaufen in den Hafen unmöglich war. Gestern nun war der Tag, an dem das nachschiebende Eis die Barriere überwand und eine Vielzahl von Eisbergen ins offene Meer hinaus geschoben wurden - und eben durch diese Eismassen musste sich heute Nacht die MS Brand Polaris hindurch kämpfen.

Grönland Eisberge im Sonnenlicht
Unvergessene Momente im Eis

Wir gehen um 8 Uhr von Bord, um zunächst mit dem Hubschrauber zur Abbruchkante des Jacobshavn Gletschers zu fliegen, - es ist eine der Attraktionen der Reise. Der Helikopter fliegt zunächst ein kleines Stück die Küste und dann rund 40 Kilometer am Fjord entlang, bis er schließlich auf einer Felskappe in der Nähe der Abbruchkante landet, wobei einem die Mächtigkeit der Eisgebirge zunächst gar nicht so bewusst wird, weil die bizarren Eisberge aus der Luft recht klein aussehen. Die Eismassen sind gigantisch, auch wenn man die Verzweigungen des Gletschers nicht sehen kann, die mehrere hundert Kilometer weit ins Inlandeis hineinragen. Die Formen der Eisberge sind nicht zu beschreiben, und da ist wieder die Vorstellung, dass nur ein kleiner des Eisberges aus dem Wasser heraus ragt und der größte Teil unter der Wasseroberfläche verborgen liegen. Die Sonne kommt durch, als wir wieder in den Hubschrauber klettern und auf der anderen Seite des Kangia entlang fliegen. Blau leuchten Gletscherspalten und Seen herauf – ein unvergessliches Bild.

Unglaublich, mit welcher Geschwindigkeit sich das Wetter ändert. Das Thermometer auf der „Nebelseite“ fällt innerhalb von ein paar Minuten von plus 15 auf sage und schreibe minus 4 Grad, und ein ekliger Nieselregen setzt ein. Abschied von Grönland, leicht gemacht. Aber wir werden wieder kommen in diese Welt aus Eis, die jeden in ihren Bann zieht, der sie einmal erlebt hat.



Reiseveranstalter Grönland

Reiseveranstalter Dänemark




Bücher zum Thema:


 

Die DVD zum Thema:

 


Twitter
RSS