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Im Dickicht der Gletscher

Gegen 17 Uhr erreicht die MS Brand Polaris den Eqip Sermia Gletscher, 40 Kilometer nördlich von Ilulissat gelegen, der sich in einer Breite von sieben Kilometern und einer Abbruchkante von ca. 80 Metern ins Meer schiebt. Das Eis kracht, die Luft ist einmalig klar, und rund um das Zodiac knistert es, wenn die im Eis seit Jahrhunderten eingeschlossene Luft entweicht. Irgendwie fühlt man sich der Ewigkeit ein Stück näher, und inmitten des Eises verschwindet das Zeitgefühl. Wir brauchen nur die Hand auszustrecken, um kristallklare Eisstückchen einsammeln zu können und jedes von der Gletscherzunge abbrechende größere Eisstück bringt das Schlauchboot ganz schön ins Schaukeln. So gern wie wir eine größere Kalbung erleben möchten - mit dem Zodiac sollten wir nicht in Reichweite sein, wenn so ein Brocken von der Größe eines Einfamilienhauses ins Wasser kracht!

Grönland Eisberglandschaft
Kein kleiner Brocken

Der Kangia, der Jacobshavn Isbrae, muss jede Menge Eisberge produziert haben, die sich im Licht der tief stehenden Sonne spiegeln, und die in allen Farben schimmern. Immer wieder knallen große Eisstücke gegen die Bordwand und geht ein Rucken durchs Schiff, wenn es mit den Eisstücken kollidiert. Die MS Brand Polaris steckt buchstäblich mitten im Eis. Kapitän Nilsen versucht, wenigstens den ganz großen Brocken auszuweichen, die seinen Kurs kreuzen. Der Radarschirm zeigt neben der Küstenlinie nur noch Eisberge. Eisberge soweit das Auge reicht. Der Kapitän steht auf der Brücke, als sei es die leichteste Sache der Welt, das Schiff durch die Eisbarrieren zu manövrieren. Fernglas und Funkgerät in der Hand, schaut er nach vorn und gibt seine Kommandos. Keine Sekunde herrscht Hektik auf der Brücke. Alles, was eine Kamera halten kann, ist an Deck und schaut fasziniert zu, wie sich die MS Brand Polaris durch das Eis vorwärts kämpft.

Es ist weit nach Mitternacht, die Sonne ist für ein paar kurze Momente hinter dem Horizont verschwunden, und man hat das Gefühl, dass das Eis noch dichter geworden ist. Die Eisberge schimmern jetzt rosa. Die Stimmung an Bord ist nicht zu beschreiben. Jeder an Deck ist gebannt von diesem Schauspiel. Gegen 1 Uhr kommt der Koch mit einer Platte belegter Brötchen und ein paar Kannen Kaffee auf die Brücke, was geradezu als freundschaftliche Geste empfunden wird. Jeder hier an Deck kann sich dem Zauber des Eises und dem Zauber der Situation nicht entziehen. Um kurz nach 2 Uhr, mit drei Stunden Verspätung, macht die MS Brand Polaris schließlich am Kai von Ilulissat fest



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