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Urlaubsträume für alle werden wahr

Nur zwanzig Minuten später begrüßt uns ein Gepäckträger mit Tropenhelm an der blumengesäumten Rezeption des Grand Flamenco. Vor uns ein 50.000 qm großes Areal, in dem neben dreistöckigen Gebäuden nach Art eines spanischen Dorfes auch Minigolf, zwei unglaublich türkis schimmernde Poollandschaften, ein Fun-Club, ein Tauchshop, diverse Bars und Spezialitätenrestaurants untergebracht sind. Zimmer beziehen, Safe einrichten und die Badehosen auspacken – 10 Minuten. Eine erste Pina Colada in der Lobby und das erfrischende Aufditschen im kühlen Nass des Kinderpools – 4 Minuten später. Der aufblasbare Schwan wird zu Wasser gelassen, das Baby mit Fremdenlegionärsmütze darin versenkt – prustende Urlaubsträume für alle innerhalb der ersten Viertelstunde.

Alle Sorgen der Oma werden zunichte gemacht

Spätestens beim Abendessen im Buffetrestaurant, das man mit dem hauseigenen Platzplan entlang der Plaza findet, werden die Sorgen der Oma gänzlich zunichte gemacht. Neben gekühlten Trinkwasserspendern vor den Apartments gibt es hier sogar pürierte Speisen und jederzeit auch frische süße Bananen. Kein Wunder, denn in der Dominikanischen Republik wachsen schließlich 30 verschiedene Sorten davon! Unser Baby wird nicht verhungern. Unser Sohn auch nicht, denn das Frühstück zeigt die ganze Bandbreite süßer Köstlichkeiten von French Toast mit Honig über amerikanische Donuts bis zu Müsli und Toast mit Marmelade. Schließlich findet sich in der Anlage internationale Klientel aus Frankreich, Amerika, Deutschland, Holland, England und Spanien. Ganz zu schweigen von den etwas betuchteren Dominikanern, die gern ihre Wochenenden hier verbringen.

Dominikanische Republik - Buffetdekoration
Pompöse Buffetdekoration mit Vogelfamilie

Außerhalb der Mauern kein Idealbild des karibischen „Bacardi Feelings“

Die übrige Bevölkerung wird durch eine bewachte Schranke aus der künstlichen Welt der Playa Dorada ferngehalten. Eine bittere Erkenntnis, die das Urlaubsvergnügen ohne Zweifel etwas fragwürdig erscheinen lässt. 1844 gegründet und mit 48.442 Quadratkilometer auf Zweidritteln der Insel Hispaniola angesiedelt, geht es dem USA-freundlichen Staat zwar besser als dem Nachbarn Haiti, der als das drittärmste Land der Welt gilt.

Dominikanische Republik - Hütte

Dennoch sieht die Realität der Dominikanischen Republik, die sich nach einer hoffnungsvollen Phase des Aufschwungs erneut zum Drittweltland wandelt, ganz klar anders aus als das Idealbild des karibischen „Bacardi Feeling“. Auch wenn dieses in der Umgebung der Touristen sehr gepflegt und betont wird. Sei es auf Stadtrundfahrten, die schon einmal morgens um 9.00 Uhr mit der Besichtigung der ortsansässigen Rumfabrik und einem Daiquiri zum Auflockern beginnen.

Dominikanische Republik - Kontrolle in der Rumfabrik
Kontrolle in der Rumfabrik

Oder auf dem Party-Katamaran nach Sosua, der sich selbstironisch „Banana republic“ nennt und mit Merengue-Klängen in ohrenbetäubender Lautstärke zur allgemeinen Heiterkeit auffordert. „No problema“ ist schließlich der Wahlspruch nicht nur eines Reiseführers, der auf dem Rückweg einer Bustour mit einer 2-Liter-Flasche Rum und etwas Cola die aufgrund der Verspätung entstandene trübe Stimmung aufzuheben versucht. „Dominican time“, lautet seine Entschuldigung und mit breitem Grinsen gießt „Indiana Jones“, wie er sich nennt, seiner „family“, wie er uns nennt, großzügig ein drittes Mal ein. Das Mallorca der Amerikaner: Tropische Träume von weißem Strand und kühlen Drinks „all“ inclusive.



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Reiseveranstalter Dominikanische Republik




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