Valparaíso erstreckt sich horizontal und vertikal. Von den Wohnvierteln
auf den Hügeln führen steile Treppen, Gassen und Straßen, führen vor
allem die atemberaubenden Konstruktionen der Aufzüge fast senkrecht
hinab ins kommerzielle Zentrum der Stadt.
Hier, auf einer kleinen Fläche am Hafen, schlägt das wirtschaftliche
Herz, hier konzentrieren sich auf engem Raum die unvermeidlichen Begleiterscheinungen
jeder modernen Großstadt: Verwaltungsgebäude, Banken, Kaufhäuser und
Industrieanlagen. Aber selbst in diesem horizontalen Teil hat sich
Valparaíso seine sympathischen Winkel und Traditionen bewahrt. An
Markttagen erobern die Händler mit ihren Ständen und Buden ganze Straßenzüge
und ergänzen das Angebot der Geschäfte vor allem durch Obst und Gemüse
aus der fruchtbaren Umgebung.

Markttag in Valparaiso: Blick auf einen Gemüsestand
Aber auch wer alte Möbel, Ansichtskarten aus dem 19. Jahrhundert oder irgendeine Rarität sucht, kann stundenlang herumstöbern, um dann mit den kuriosesten Dingen den Heimweg anzutreten.
Auch
der Hafen ist ein bunter und lebendiger Teil des horizontalen Valparaíso.
Am Strand oder in kleinen Hafenbecken liegen die gelben Holzboote
der Küstenfischer, die ihren Fang direkt vom Schiff aus verkaufen.
Wer das Glück hat, am 29. Juni in der Stadt zu sein, kann ein besonderes
Schauspiel beobachten: die Prozession der Fischer zu Ehren ihres Schutzheiligen
St. Peter. Dann schmücken sie ihre kleinen und großen Boote, und eine
farbige Flotte durchkreuzt die Bucht von einem Ende zum anderen in
einer schaukelnden Prozession.
Selbst die modernen Hafenanlagen, die in wenigen Stunden große Frachtschiffe
abfertigen können, regen die Phantasie an. Sind die blauen und grauen
Kräne, die senkrecht an der Hafenmauer aufragen, nicht ein Symbol
für das Vertikale, das diese Stadt hauptsächlich bestimmt?
Containerumschlagplatz im Hafen von Valparaiso
Sind die aufgestapelten Container nicht eine abstrakte Kopie des Häusergewirrs auf den Hügeln? Ist hier nicht mit wenigen Linien und einfachen Formen das Wesen dieser Stadt skizziert, die eigentlich erst jenseits der Ebene, auf den Hügeln, beginnt?
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