Chile
schwarzaufweiss




Fotos:
Andreas Drouve,
Dirk Heckmann
|
Kurzportrait
Man
spricht vom "längsten Handtuch der Welt" und einem "gelungenen
geographischen Witz". Kein Wunder. Eine Länge von 4.275
km und eine durchschnittliche Breite von 188 km formt wirklich
eine "loca geografía", die für Chile so bezeichnende "verrückte
Geographie". Die breiteste Stelle beträgt bei Antofagasta
355 km, die schmalste rund 90 km auf der Höhe von Illapel.
Mittendrin eine unvergleichliche Fülle landschaftlicher Faszination:
Wüstenhügel und Andengipfel, heiße Quellen und
Geysire, Fjorde und Gletscher.
Tief im Süden Chiles im Nationalpark Torres del Paine
Mit der Hauptstadt Santiago de Chile erwartet
uns ein Fünf-Millionen-Moloch in einem gewaltigen andinen Becken.
Herzstück der 1541 von Pedro de Valdivia ins Leben gerufenen Metropole
ist die Plaza de Armas mit der neoklassizistischen Kathedrale und einem
Reiterdenkmal des Stadtgründers. Rundherum breiten sich geschäftige
breite Fußgängergassen aus, die ebensogut in Südeuropa
liegen könnten. Einen Abstecher lohnt der quirlige Zentralmarkt
mit seinen Fischrestaurants. Aus kolonialen Zeiten hat sich wenig originalgetreu
erhalten; als das am besten erhaltene Kolonialgebäude gilt die
Casa Colorada vom Ende des 18. Jahrhunderts, heute Sitz des Stadtgeschichtlichen
Museums. Nicht versäumen sollte man den Besuch des im einstigen
Königlichen Zollpalast untergebrachten Museums für Präkolumbinische
Kunst mit Gold- und Silberschmuck sowie Keramik- und Webarbeiten verschiedener
andiner Kulturen. Von den tragischen Ereignissen der jüngeren
Geschichte ist der Moneda-Palast umweht, in dem Präsident Salvador
Allende beim Staatsstreich 1973 den Tod fand. Gute Ausblicke über
Santiago bieten sich vom citynahen Hausberg Santa Lucía, doch
für das bessere Panorama bürgt der 860 Meter Cerro San Cristóbal.
Hier thront man rund 300 Meter über dem Häusermeer und schaut
hinüber auf die Kordilleren.
Die Lage Santiagos erlaubt es, im Umkreis von 100 km auf Skipisten
wie denen von Portillo zu wedeln, sich
in den heißen Bergquellen der Baños
Morales und der Baños Colina zu
baden und sich an den Sandstränden des Ozeans auszustrecken. Während
des Südsommers zieht es viele Urlauber an die Küste nach Viña
del Mar, das sich mit den Beinamen "Perle des Pazifiks" und "Gartenstadt" schmückt.
Viña del Mar bietet ein überwältigendes Hotel- und
Restaurantangebot und steht in Chile als Synonym für Baden, Bräunen,
Ausgehen, Flanieren und Shopping, kurzum: Vergnügen aller Art.
Rasch erreicht sind weitere sommerliche Ferienzentren wie Reñaca und Concón.
Nördlich von Santiago de Chile sind es auf der Ruta 5 rund 2.000
Kilometer bis nach Arica. Durch Steppengebiete hindurch geht es zur
ersten wichtigeren Station La Serena,
unterwegs führen Abstecher zum Monumento
Nacional Valle del Encanto ("Tal des Zaubers", kultisches
Zentrum vorspanischer Kulturen) und dem an für seine Küstennebel
bekannten Nationalpark Fray Jorge. La
Serena zeigt sich als malerische Stadt der Kirchen und Blumen, der
Parks und Patios und dient als Sprungbrett zu den Sternwarten Cerro
Tololo und La Silla. Landeinwärts führt ein Trip durchs Elquital,
Heimat des Pisco (chilenischer Traubenschnaps) und der Literatur-Nobelpreisträgerin
Gabriela Mistral, der man in ihrer Heimatstadt Vicuña ein Museum
gewidmet hat.

Pinguine in ihrer Erdhöhle am Otway-Meerbusen
Im höheren Norden Chiles ändern sich die Bilder. Die trockenen
Zonen gewinnen an Boden und münden in die Atacamawüste,
eines der menschenfeindlichsten Gebiete der Erde. Die Wüste schiebt
sich bis an die Küstenstädte Antofagasta und Iquique heran,
im Landesinnern liegen die Salpeterstädte Pedro de Valdivia und
María Elena, weiter Richtung Anden ist mit der Oase
San Pedro de Atacama einer der Höhepunkte in ganz Chile
erreicht. Von dort aus starten organisierte Touren ins "Tal des
Mondes", an den Atacama-Salzsee und zum rund 4.500 Meter hoch
gelegenen Geysirfeld Tatio. Um wieder an die Ruta 5 anzubinden, geht
es von San Pedro de Atacama unweigerlich zurück nach Calama, das
seine Existenz im Wesentlichen dem Kupfer- und Salpeterhandel verdankt.
Nördlich der Stadt liegt bei Chuquicamata der größte
Kupfertagebau der Welt.
Arica kündigt sich als "Stadt
des ewigen Frühlings" an - und das mitten in der
Wüste. Kleine Armadas an Wasserfahrzeugen sorgen täglich
für all die grünenden Palmwiesen und die blühenden
Hibiskussträucher. Wahrzeichen ist der Morro, ein karger
Berg über dem Hafen, der im Salpeterkrieg als uneinnehmbare
Festung der Peruaner galt und an einem Junitag des Jahres
1880 von den Chilenen in nur 55 Minuten erstürmt wurde.
Vom Morro aus schweifen schöne Blicke über die
200.000-Einwohner-Stadt, die im Zentrum angenehme Flaniermeilen
und die Kirche San Marcos bietet; das Gotteshaus steckt in
einem eisernen Stützwerk der Pariser Werkstätten
Gustave Eiffel. Lohnende Nahausflüge führen von
Arica zum Archäologischen Museum San
Miguel de Azapa und ins Azapa-Tal mit
seinen Geoglyphen. Richtung bolivianischer Grenze geht es
hinauf in die Andendörfer Putre und Parinacota sowie
auf über 4000 m Höhe in den Lauca-Nationalpark mit
dem imposanten Hochlandsee Chungará.
Südlich von Santiago de Chile stößt man immer tiefer
in die chilenischen Obst- und Gemüsegärten vor. Weintrauben
und Äpfel reifen hier ebenso heran wie Kiwis, Kartoffeln, Tomaten
und Mais. Auf der Höhe von Temuco beginnt das große Seengebiet,
wo sich im 19. Jahrhundert zahlreiche deutsche Auswanderer niederließen.
Am Lago Villarrica - mit Blick auf den
schneegekrönten Villarrica-Vulkan - suchten sie sich eines der
schönsten und grünsten Plätzchen aus. Weitere Zentren
der Deutsch-Chilenen sind die weiter südlich gelegenen Städte Valdivia und Osorno,
im Hinterland vermischen sich Seengebiete und Anden. Als König
der Seen gilt der vom Osorno-Vulkan überragte Lago Llanquihue,
an dessen Südufer sich die "Rosenstadt" Puerto
Varas schmiegt. Auch hier und im nahen Frutillar ist noch deutsch
zu hören.
Puerto Montt, Hafenstadt am
Meerbusen von Reloncaví, ist Sprungbrett in den tiefen
Süden und auf die Insel Chiloé mit
ihren zahlreichen Holzkirchen und Fischerorten. Weiter südöstlich
beginnt die abenteuerliche Carretera Austral, die erst 1976
begonnene "Südstraße", die sich weit über
1.000 km tiefer durch unberührte Fjord-, See- und Gletschergebiete
bis Villa O'Higgins zieht. Bedeutendste Stadt am Wege ist
das auch per Luftweg erreichbare Coyhaique.
Nur ein Traum Chiles hat sich bis heute nicht erfüllt:
der einer durchgängigen Landverbindung in den tieferen
Süden. Einem solchen Projekt steht die Geografie in
Form von Fjorden, Inseln und dem südlichen patagonischen
Eisfeld entgegen. Man kommt nur per Luft- und Seeweg oder
in einer Riesenschleife durch Argentinien weiter.
Chiles tiefer Süden ist ein wahres geografisches Labyrinth, eine
Region der tausend Inseln, Kanäle und Buchten. Zerklüftete
Kordilleren wechseln sich mit Gletscherseen und den öden Weiten
der patagonischen Pampa ab. Hier fallen reiche Niederschläge und
pfeifen eisige Winde; die Wolken hängen stets tief, die Winter
sind lang und hart. Größte Städte sind Punta
Arenas und das spektakulär am Ultima-Esperanza-Fjord gelegene Puerto
Natales. Von hier aus brechen Naturfreaks zum Nationalpark Torres
del Paine auf, einem der faszinierendsten Schutzgebiete Südamerikas.
Er ist nach dem Granitmassiv Torres del Paine benannt, in dem drei
bis zu 2850 m hohe "Türme" in den Himmel über Patagonien
stechen. Der Nationalpark wird "Alaska in Kleinformat" genannt
und lässt unter Naturliebhabern kaum Wünsche offen: türkisfarbene
Seen, schneegekrönte Gipfel, reißende Flüsse, kalbende
Gletscher, Wasserfälle, Guanacoherden und zahlreiche Vogelarten.
Der Park ist von markierten Trekkingrouten durchzogen, es gibt Hosterías,
Campingareale und bewirtschaftete Hütten.
Weiter südlich trennt die Magellan-Straße das magische Feuerland (Tierra
del Fuego) vom amerikanischen Kontinent. Seit 1881 ist die rund 47.000
km² große Insel zwischen Chile und Argentinien geteilt.
Wichtigste chilenische Stadt ist Porvenir,
leichter zugänglich und attraktiver ist der argentinische Teil
mit seiner Küstenstadt Ushuaia.

Hinter dem Anakena-Strand auf der Osterinsel reihen sich
moais mit grossen steinernen Hüten auf
Für
viele liegt das wahre chilenische Schmuckstück rund 3.700
km westlich im Pazifik und viereinhalb Flugstunden von Santiago
de Chile entfernt: die erst seit 1888 zur fernen Andenrepublik
gehörige Osterinsel (Rapa Nui).
Hier erheben sich die weltberühmten Steinstelen polynesischer
Bildhauer, die als Zeugen einer versunkenen Kultur seit Jahrhunderten
von Mysterien umweht werden. Es ist Chiles aufregendstes Freilichtmuseum,
geprägt von den zeremoniellen Freiluft-Tempelanlagen (ahu),
auf denen die Insulaner einst ihre steinernen Kolossalfiguren (moai)
verehrten. Es waren Symbole der vergöttlichten Ahnen, Mittler
zwischen Lebenden und Göttern.
Auf der 24 km langen und 12 km breiten Osterinsel jettet man in der
Hauptstadt Hanga Roa ein, wo einen alles andere als rückständige
Inselromantik erwartet. An touristischer Infrastruktur hat man es alleine
mit über 500 Hotelbetten zu tun, es gibt fließendes Wasser
und elektrisches Licht, Restaurants und Videoshops. Beliebter Treffpunkt
ist die Playa Pea, ein klippengeschütztes Naturschwimmbad mit
steinigem Strand. Schon am Ortsrand von Hanga Roa bekommt man die "Faszination
Osterinsel" in Form der Bildnisplattformen des Tahai-Komplexes
zu spüren, doch so richtig geht's mit Touren außerhalb Hanga
Roas los; Individualisten mieten sich am besten einen Jeep über
einen Privatanbieter. Eine schöne Tour führt südlich
der Stadt an den Kraterrand des Rano Kau und zur Zeremonialstätte
Orongo mit ihren Petroglyphen und Steinhäusern, die große
Inselrundfahrt zu besonders spektakulären ahu und moai. Höhepunkt
ist der vulkanische Krater des Rano Raraku, aus dessen Tuffgestein
fast alle Steinstatuen geschlagen werden. Hier ragen vollplastische
Stelen aus dem Grund, aus den steinernen Gesichtern sprechen Stärke
und Überlegenheit und Weisheit zugleich. Weitere Stationen bei
der Rundfahrt sind der Ahu Tongariki (200 Meter breite Bildnisplattform),
der sandige Traumstrand von Anakena und der Ahu Akivi (Bildnisplattform
der "Sieben Moai").
Andreas
Drouve
Adressen,
Links, Musik und Bücher

|
Reiseinfos
Einreise-
und Aufenthaltsbestimmungen
Für die Einreise und einen Aufenthalt bis zu drei Monaten ist nur
der gültige Reisepass erforderlich. Ein Visum ist nicht notwendig.
Bei der Einreise wird eine Touristenkarte (tarjeta turismo) ausgefüllt,
deren Durchschrift man aufbewahrt und bei der Einreise abgeben muss.
Klima und Reisezeit
Chile erstreckt sich über 39 Breitengrade, was ebenso Einfluss auf
die unterschiedlichen Klimata hat wie die Lage zwischen Meereshöhe
und knapp 6.900 Meter. Allgemeine Faustregel: Die Temperaturen nehmen
von Nord nach Süd ab. Hier ein Kurzüberblick über die
Klimazonen Chiles: im Norden wüstenhaft mit nebelreicher Küste,
im nördlichen Mittelchile subtropisch, in Mittelchile recht milde
Temperaturen und deutlich erkennbaren Jahreszeiten, im südlichen
Mittelchile gemäßigt und in Südchile kühlgemäßigt
und niederschlagsreich mit frischen Sommern und langen Wintern. Die meisten
Niederschläge gehen im Juni nieder; Januar und Februar sind die
wärmsten Monate. Die Jahreszeiten sind den europäischen entgegengesetzt.
Chiles Norden und die Osterinsel sind ganzjährig bereisbar. Zentral-
und Südchile bieten sich während der wärmeren Monate (Oktober
bis April) an; Wintersport in den Anden Juni bis August/September. Zwischen
der Hauptsaison (chilenischer Sommer) und dem Winter (Nebensaison, bis
auf die Skizentren) können erhebliche Preisdifferenzen auftreten,
was u.a. Unterkünfte und selbst Buspassagen und Autoverleih betrifft.
Geld: Landeswährung
ist der Peso, abgekürzt chil$ oder $. Im Umlauf sind Banknoten
zu 500, 1.000, 5.000 und 10.000 Pesos sowie Münzen zu
1, 5, 10, 50 und 100 Pesos. Derzeit entspricht 1 DM etwa 370
Pesos.
Devisen dürfen unbegrenzt ein- und ausgeführt werden. Ideal
ist die Kombination von einer gängigen Kreditkarte (z.B. Visa, MasterCard,
Diner's), Reiseschecks und einer gewissen Reserve in bar. Reiseschecks
und Bargeld zur Sicherheit in US-$, da der Wechsel von anderen ausländischen
Währungen außerhalb von großen Städten wie Santiago
de Chile, Arica, La Serena und Punta Arenas problematisch sein kann.
Ansonsten steht man sich beim Wechsel von DM in Relation zum US-$ mindestens
genauso gut. Komplikationsloser und günstiger als in Banken tauscht
man sein Geld im Normalfall in offiziellen Wechselstuben (casas de cambio),
die gelegentlich Reisebüros angeschlossen sind. Die landesweit besten
Kurse bekommt man in den Wechselstuben von Santiago de Chile. Als Faustregel
gilt: Je weiter weg von der Hauptstadt, desto weniger Pesos bekommt man
beim Geldtausch.
Medizinische Versorgung / Gesundheit
Chile verfügt über durchweg gute Krankenhäuser, Ärzte
und Apotheken (farmacias). Deutsche Kliniken (clínicas alemanas)
findet man in Santiago de Chile, Osorno und Temuco. Impfungen sind derzeit
nicht vorgeschrieben. Vor Reiseantritt ist der Abschluss einer Auslands-Krankenversicherung
anzuraten, die den Rücktransport im Notfall garantiert.
Reisende mit Herz- und Kreislaufproblemen müssen sich auf extreme
Höhenunterschiede einstellen, vor allem wenn es zu Exkursionen auf über
4.000 Meter in die Anden geht (Tatio-Geysirfeld, Chungará-See
etc.). In der Atacama-Wüste und auf der Osterinsel sollte man keinesfalls
auf Kopfbedeckung, Sonnenbrille und Schutzcreme verzichten.
Statistik
Lage: Im südwestlichen
Südamerika; im Osten liegen die Anden und die Grenzgebiete
zu Argentinien, im Westen der Pazifische Ozean, im Norden Peru
und im Nordosten Bolivien. Rechnet man den von Chile beanspruchten
Teil der Antarktis hinzu, stößt das Land sogar an den
Südpol. Zu den Außenbesitzungen im Pazifik zählen
die Osterinsel, der Archipel Juan Fernández sowie die Inseln
Desventurados und Sala y Gomez.
Fläche: 756.626 km² einschließlich
der Außenbesitzungen im Pazifik. Darüber hinaus beansprucht
Chile 1.250.000 km² der Antarktis.
Höchste Erhebung: Ojos
del Salado (6.893 Meter).
Staat: Präsidiale Republik.
Staatsoberhaupt und oberster Inhaber der Exekutive ist der Präsident.
Name: República de
Chile.
Hauptstadt: Santiago de Chile.
Bevölkerung: Rund 15
Mill. Einwohner. Zusammen mit Argentinien und Uruguay zählt
Chile zu den sogenannten "weißen Staaten" Südamerikas.
Die Bevölkerung setzt sich aus 70 % Mestizen, 25 % Weißen,
2 % Indios und kleineren Gruppen zusammen; etwa die Hälfte
der Chilenen ist jünger als 20 Jahre. Größte
indianischen Bevölkerungsgruppen sind die Mapuche (ca. 540.000)
und die Aymará (ca. 50.000). Die weiße Bevölkerung
besteht überwiegend aus Nachfahren von Eroberern bzw. Einwanderern
aus Spanien und - in geringerem Maße - Italien, Deutschland,
Jugoslawien und der Schweiz; die Mehrzahl der Deutschen und Schweizer
siedelte sich ab der Mitte des 19. Jh. im südlichen Seengebiet
an.
Sprache: Spanisch.
Verkehr: Maßgeblicher
internationaler Flughafen ist der Aeropuerto Arturo Merino Benítez
ca. 20 km nordwestlich von Santiago de Chile. Wichtiges Inlandsflugnetz
von LAN Chile, Airports u.a. auf der Osterinsel, in Antofagasta,
Arica, Coyhaique, Iquique, Puerto Montt und Punta Arenas. Im
Binnenverkehr spielen Busse die größte Rolle; das
Fernbusnetz ist hervorragend ausgebaut.
Wirtschaft: Hauptträger
der Wirtschaft sind Industrie, Handel, Bergbau, Verkehr, Land-,
Forst- und Bauwirtschaft. Hauptexportprodukte sind Kupfer, Nahrungsmittel
/ landwirtschaftliche Produkte sowie Zellulose, Papier und Pappe.
Großen Aufschwung haben die Holz- und die Fischmehlindustrie
genommen. Rund ein Viertel der gesamten Landfläche wird
agrarisch genutzt; in den traditionellen Landwirtschaftsgebieten
der Zentralzone und im Süden dominieren Getreide, Knollen-, Öl-
und Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst (u.a. Äpfel,
Weintrauben, Kiwis, Birnen, Aprikosen, Honig- und Wassermelonen).
Vornehmlich exportiert werden Äpfel und Trauben. Während
in Mittel- und Südchile Rinder, Schweine und Geflügel
gehalten werden, dienen die weiten Weiden Patagoniens für
die Schafzucht.
Gesamtwirtschaftliche Risikofaktoren bilden die Abhängigkeit vom
Kupferexport und die relativ hohe Auslandsverschuldung.
Tourismus: Pro Jahr rund
1,6 Mill. Besucher. Aus deutschsprachigen Ländern sind in
jüngster Zeit pro Jahr um die 40.000 Besucher nach Chile
gekommen.
|