
Die
chilenische Hafenstadt Valparaíso
ist ein kubistisches Kunstwerk
Text und Fotos: Volker Mehnert
Valparaíso: Schon der Name besitzt einen magischen Klang. Für Chile ist die Stadt das Tor zum Pazifik, das Tor zur Welt. Die Dichter Walt Whitman, Rubén Darío und Pablo Neruda haben sie beschrieben und gefeiert. Aber was macht ihn aus, diesen besonderen Charakter? Wo kommt er her, der beinahe mystische Ruf dieser Stadt?
Sicher, Valparaíso liegt malerisch an einer geradezu perfekt geformten Bucht. Aber eine ähnlich privilegierte Lage besitzen andere Städte auch. Valparaíso hat Geschichte und war vor allem im 19. Jahrhundert der dominierende Hafen am südlichen Pazifik.

Kleine Fischerboote im Hafen von Valparaiso
Aber Dutzende von Hafenstädten in aller Welt können von der großen Vergangenheit der Christlichen Seefahrt erzählen. In Valparaíso findet man historische Gebäude im viktorianischen und neoklassizistischen Stil, große Plätze und eine moderne Hafenanlage. Aber auch damit können andere Städte konkurrieren. Was als macht diese Stadt so einzigartig und unverwechselbar? Worin besteht der Charme, der jeden Besucher gefangen nimmt?
Wer die Stadt zu Fuß durchstreift (und Valparaíso muss man zu Fuß erkunden!), der findet bald eine einfache Antwort auf diese Fragen: Es sind die Ecken und Winkel; es sind die Stufen und Treppen, die auf über fünfzig Hügel hinauf- und wieder hinabführen; es sind die dicht gedrängten bunten Häuser, die sich wie durch ein Wunder an den steilen Hängen festhalten; es sind die altmodischen, aber romantischen Standseilbahnen, die den Bewohnern für ein paar Pesos einen anstrengenden Aufstieg ersparen - kurz, es ist das liebenswürdige und bunte Durcheinander, das das Bild dieser Stadt bestimmt.
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