Bier und Käse in der Abtei

Tyxpische Dorfarchitektur in der wallonischen
Provinz Namur
Über eine schmale Straße entlang der Molignée setzen wir unsere Reise von Dorf zu Dorf fort. Unterwegs passieren wir die imposanten Burgruinen von Montaigle, ehe wir zur Rail-Bike-Station im Tal der Molignée gelangen. Wer sich ein wenig bewegen will, steigt auf eine der Raddraisinen, um zum Bahnhof von Maredsous zu radeln oder aber in die Nähe der Burgruine von Montaigle. Nach einer strammen Tour bergan zum Bahnhof Maredsous und zurück - insgesamt sechs Kilometer - kann man sich beim Besuch des neogotischen Klosters Maredsous bei einem Abteibier Maredsous mit Maredsouskäse stärken.

Auf dem Weg nach Maredsous:
die Burgruine Montaigle
So gerüstet macht man sich auf nach Falaën, dessen imposanter Wehrbauernhof aus dem 12. Jahrhundert einen Besuch wert ist. In dieser Vierflügelanlage residiert die gastronomische Bruderschaft Li Crochon, die darüber wacht, dass die Tradition des Brauens von dunklem und hellem Li Crochon erhalten bleibt, und dass das Regionalgericht Le Crochon, ein mit Käse und Speckwürfeln gefülltes und mit Rahm überbackenes Brötchen nicht in Vergessenheit gerät. Die ortsansässige Brauerei aus der Mitte des 19. Jahrhunderts hat längst geschlossen und wartet auf ihre Renovierung. Andere Häuser im Dorf - typisch für Falaen sind die kubischen Hausformen - sind mit ihren Kalksteinfassaden bestens erhalten.

Eine trutzige, wehrhafte Vieflügeanlage:
der
Schlossgutshof von Falaen
Das ortsansässige Restaurant La Fermette verführt mit Gaumenkitzlern wie einem Töpfchen Spargelsuppe mit Lachs, Anchovis und einem kleinen Schälchen Spinat mit gestocktem Ei. Täubchen im Karamellmantel auf Hirse folgt als nächster Gang, ehe als Hauptgericht Lammrücken mit klein geschnittenem Gemüse serviert wird. Zum Abschluss lässt man sich einen verfeinerten »Armen Ritter« munden - in Milch und Ei getauchtes, gebratenes Honigbrot mit Vanilleeis.
Honiggebäck aus dem Maastal
Honigkuchen aus Dinant
Foto: Belgisches
Verkehrsamt
Wer noch Zeit hat, sollte das an der Maas gelegene Städtchen Dinant besuchen, das von einer Zitadelle beschützt wird. In der Abtei von Leffe wurde einst Bier gebraut, woran ein schmiedeeisernes Emblem an der Abteitür erinnert. Der berühmteste Sohn der Stadt, der Erfinder des Saxofons Adolph Sax, wird in Dinant gleich mit zwei Denkmälern geehrt. Eines zeigt das berühmte Blasinstrument und das andere den auf einer Bank sitzenden Instrumentenbauer. Eine regionale Leckerei ist Couques de Dinat, ein harter, lange haltbarer Honigkuchen. Kaufen kann man dieses Gebäck in Form eines Fischs, einer Katze, einer Pferdekutsche, eines Flugzeugs oder der Stadtansicht von Dinant.

Blick auf die Kirche und Zitadelle von Dinant
Es geht die Mär, dieses Gebäck hätten die Einwohner der Stadt im 15. Jahrhundert aus der Not heraus entwickelt. Als die Truppen von Kaiser Karl V. die Stadt belagerten, hätte man nur noch Mehl und Honig gehabt, um daraus als Grundnahrungsmittel Couque zu backen. Eine schöne Geschichte, doch nur eine Geschichte, da derartiges Gebäck auch in Südamerika bekannt ist. Und ob nicht vielleicht die Römer dieses Gebäck in eine der drei Provinzen von Belgica gebracht haben, lässt sich mit Gewissheit auch nicht sagen.
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