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Die Gärten von Salagon in Mane

Die Klosteranlage von Salagon, eine Priorat, stammt im Kern aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Romanische Spuren sind noch deutlich in der Kirche sichtbar. Eingehende archäologische Untersuchungen ergaben, dass bereits in gallo-römischer Zeit Menschen hier siedelten und Ackerbau betrieben. Unter anderem wurden bei Grabungen Reste einer römischen Villa freigelegt.

Frankreich - Provence - Proirei von Salagon
Blick auf die Priorat von Salagon

Fromme Brüder wohnen in Salagon schon lange nicht mehr. Seit mehreren Jahrzehnten nutzt das Ethnobotanische Museum mit seinen sieben Gärten die einstigen Klostergebäude, zu denen auch eine Grabkirche (5.-6.Jh.) mit mehreren Steinsärgen sowie die romanische Kirche mit mittelalterlicher Freskenmalerei zählt.

Frankreich - Provence - Gartenanlage von Salagon
Das Gartenreich von Salagon

Ziel des in Salagon eingerichteten Ethnobotanischen Museums ist es, das einstige Pflanzenleben in der Hochprovence zu rekonstruieren, vor allem aber die uralte regionale Flora zu bewahren, wozu Befragungen der lokalen Bevölkerung über die heimische Pflanzenwelt beigetragen haben. Rund um die Priorat wurden verschiedene Gärten wie der Garten der Heilpflanzen, der mittelalterliche Garten und der moderne Garten sowie der Garten der Düfte angelegt.

Nicht nur Pflanzen Südwesteuropas, sondern auch aus Asien sind  in Salagon zu finden, so auch die ursprünglich aus Asien stammende und seit dem 11. Jahrhundert auch in Europa heimische Pomeranze, die zur Herstellung von Duftölen, Marmelade und Likör verwendet werden kann. Auch den aus dem Nahen Osten stammenden zartlila blühende Blut-Weiderich kultiviert man in Salagon. Wer schon immer mal wissen wollte, wie Mandeln heranreifen, der wird beim Besuch nicht enttäuscht werden, da eine Reihe von Mandelbäumen in den Gärten zu sehen sind.

Frankreich - Provence - Mandelbaum
Hier gedeihen die Mandel, die später Spekulatius
Weihnachtsplätzchen verzieren

Wilder Wein rankt sich über Trockenmauern, vor denen tiefrote Blüten ein Hingucker sind. Nicht jede Pflanze, die in Salagon gedeiht, ist duftend oder besticht durch leuchtende Signalfarben, manche sind sehr giftig wie die Safranrebendolde, die in der Homöopathie gegen Krätze sowie Schwindel verwendet wird. Aufgrund des mediterranen Klimas gedeiht in Salagon der Südliche Zürgelbaum, dessen rötliche bis purpurschwarze Früchte recht wohlschmeckend sind. Sehr beliebt bei Gartenfreunden ist das an Bambus erinnernde Pfahlrohr, das ursprünglich subtropische Klimazonen bevorzugte, aber nunmehr auch im Süden Frankreichs zu finden ist.

Wer auf einen verwilderten Garten mit Stein- und Flaum-Eichen stößt, der sollte sich nicht wundern. Das Konzept der Gärten von Salagon sieht auch vor, menschliche Eingriffe in die Natur zurückzustellen und einen allmählichen „Urbewuchs“ zuzulassen.

Frankreich - Provence - Wermut
Wermut: Aus diesem Pflänzlein wird ein Kultgetränk geschaffen

Dass nicht alles, was nach Lavendel duftet, auch wilder Lavendel ist, wird spätestens dann klar, wenn man vor einem Beet mit Lavandin Grosso steht. Wie die Pflanze ausschaut, aus der das Kultgetränk Absinth (Wermutbranntwein) gewonnen wird, bleibt beim Besuch des Gartens ebenso wenig ein Geheimnis wie die Blatt- und Blütenform der Walzenwolfsmilch.

Frankreich - Provence - Hoog-Schwertlilie
Zu den Schwertliliengewächsen gehört die
Hoog-Schwertlilie aus Zentralasien

Bunte Blickfänger sind bei der Gartentour lila blühende „Dalmatinische Glockenblumen“, Dickblattgewächse mit sternförmigen gelben Blüten und die violett blühende Hoog-Schwertlilie. Aus dem Pamirtal stammt der Blauzungenlauch, dessen unzählige kleine sechsternige rosa Blüten eine kugelige Scheindolde formen. Dunkelrot sind die in einer Trugdolde zusammengefassten Blüten der Spornblume. Silbrig-grau schimmern die Blätter der Silberraute, die ein mildes Wermutaroma besitzt und als Heilpflanze verwendet wird. Wer schon immer mal eine „Jungfer im Grünen“ sehen wollte, der muss unbedingt nach Salagon kommen.

Frankreich - Provence - Jungfer im Grünen
So schaut die Jungfer im Grünen aus

Zum Abschluss der botanischen Exkursion durch die Hochprovence stehen die Gartenanlagen von Tomassin auf dem Programm.

Alte Sorten in La Thomassine

Neben einer Ausstellung über die Kultivierung von Obstsorten und die Biodiversität verfügt La Thomassine über einen großen Obstgarten und einen wachsenden Gemüsegarten. Die vier Hektar große Gartenanlage ist in Terrassen angelegt. Einige hundert alte Obstsorten werden hier für die Nachwelt erhalten, ob nun unterschiedliche Feigen- , Apfel- oder Birnensorten.

Frankreich - Provence - Gartenanlage von Thomassine
Blick auf die Gartenanlagen von Thomassine

Unter Feigen- und Olivenbäumen man kultiviert hier 73 Olivensorten von Marseillaise bis Dame noire – sprießen bunte Blumen, die von einer unterirdischen Stollenleitung mit Wasser aus drei Quellen versorgt werden. Das Wasser rinnt dabei von Terrasse zu Terrasse. Leider mangelt es im Gegensatz zu den Gärten von Salagon an entsprechenden Schildern, auf denen die bunte Pracht beschrieben wird. Nur im Rosengarten – hier zeigt man wilde wie Zuchtrosen – findet man einige Hinweise.

Frankreich - Provence - Rosengarten von Thomassine
Der Rosengarten von La Thomassine

Neben zahlreichen Rosensorten verfügt der Garten über 110 Pfirsichsorten, 40 Mandelsorten und 72 Birnen- sowie 50 Apfel- und 28 Feigensorten. Unter den Mandeln, Oliven und Pfirsichen sind alle Sorten vertreten, die in Frankreich vorkommen. Bei den Feigensorten gibt es frostresistente wie die Sorte Blanche und die Sorte Grosse Grise. Zudem wachsen hier auch die Sorten Figue de Marseille und Figue Dauphine. Außerdem hat man einen Garten mit Spalierobst angelegt, um damit eine der historischen Formen des Obstanbaus lebendig zu halten.

Frankreich - Provence - Feigen
Eine der zahlreichen Feigensorten in La Thomassine

Die Recherche für diesen Beitrag fanden im Rahmen einer Pressereise statt, die von Maison de la France organisiert wurde.

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