Welterbe Australien
- Macquarie Island
Macquarie Island
Foto von M. Murphy (Eigenes Werk) [Public domain], via Wikimedia Commons
Entdeckt auf der Suche nach Robben
Foto: von M. Murphy (Eigenes Werk) [Public domain]; via Wikimedia Commons
Captain Frederick Hasselborough auf der “Perseverance” fällt die Ehre zu, als Entdecker der Insel zu gelten, die er am 11. Juli 1810 während einer Fangfahrt nach Robben sichtete. Es gibt allerdings Zeichen dafür, dass vor Hasselborough bereits polynesische Seefahrer die Insel angesteuert hatten, denn der Kapitän der “Perseverance” notierte, dass er ein altertümliches Schiffswrack auf der Insel entdeckt habe. Dass die Insel nach dem Governor of New South Wales, Lachlan Macquarie, benannt wurde, ist das Verdienst des aus Sydney gebürtigen Robbenjägers.
Nur ein Jahrzehnt nach der „Entdeckung“ unternahmen russische Wissenschaftler, darunter Leutnant Thaddäus von Bellinghausen, eine Antarktisexpedition. Auf dieser untersuchten sie die Flora und Fauna der Insel. Jahrzehnte später betraten weitere Wissenschaftler, die mit Robert Scott und mit Sir Ernest Shackleton unterwegs waren, die Macquarie-Insel, um dort gedeihende Pflanzen zu sammeln. Bis 1911 dauerte es jedoch, ehe eine feste Station eingerichtet wurde, die Botanikern, Zoologen, Geologen und Meteorologen als Basislager für ihre Untersuchungen diente. Zugleich wurden in diesem Jahr auch die technischen Voraussetzungen für den Funkverkehr zwischen der Antarktis und Australien geschaffen. Das ermöglichte dem Expeditionsteam um Sir Douglas Mawson, die bis zur Commonwealth Bay (Antarktis) vordrang, in Kontakt mit dem australischen Mutterland zu stehen. Schließlich wurde auf der Insel 1948 die Australische Antarktisforschungsstation eingerichtet, die bis heute existiert.
Das Abschlachten von Pelzrobben nimmt ihren Lauf
Foto: von Hullwarren (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) oder GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)]; via Wikimedia Commons
Ein abgelegenes Tierparadies
Es scheint so, dass die Abgelegenheit der Insel – Tasmanien liegt 1500 Kilometer nördlich und das australische Festland ist noch weiter entfernt – und die Unterschutzstellung der Tierwelt gut getan hat. Die 34 Kilometer große Insel ist von Dutzenden von Moosen und Flechten sowie zahlreichen weiteren dem Klima angepassten Pflanzen überzogen. Neben subantarktischen Pelzrobben sind auch der Südliche See-Elefant und Südliche Seebären auf diesem isolierten Landzipfel Australiens heimisch. Orcas, Südlicher Glattwal und Gewöhnlicher Grindwal sind in den an Krill reichen Gewässern keine Seltenheit. Wander- und Schwarzbrauenalbatrosse trifft man ebenso an wie den Grausturmvogel, der sich auf seinem Beutefang aus bis zu sieben Metern Höhe mit geöffneten Flügeln ins Wasser stürzt. Feensturmvögel und Antipodenseeschwalben sind als Bewohner des subantarktischen Eilandes gleichfalls zu benennen.
Ferdinand Dupuis-Panther