WELTKULTUR ERBE MACQUARIE ISLAND (Australien)



Welterbe Australien

  • Macquarie Island
Macquarie Island
Macquarie Island

Foto von M. Murphy (Eigenes Werk) [Public domain], via Wikimedia Commons

Wie unwirtlich die subantarktische Inselwelt ist, kann man sich anhand der mehr als 300 Regentage auf Macquarie Island vergegenwärtigen. Zudem fegen über diese Insel an 268 Tagen im Jahr heftige Stürme hinweg. Wer das Glück hat diese Insel zu besuchen, der wird auch Haubenpinguine sehen, von denen etwa 850 000 auf der Insel leben. Da sie sehr revierverteidigend sind, sind lautstarke Auseinandersetzungen an der Tagesordnung. Nicht gar so viele Königspinguine haben die Insel zu ihrem Brutrevier auserkoren und ziehen alle drei Jahre zwei Jungen groß. Diese Pinguine gehören zu den Großpinguinen und haben einen schwarz gefärbten Rücken und Kopf, auf dem sich zudem ein auffälliger sonnengelber „Wangenfleck“ abzeichnet. Ihr bevorzugtes Nistgebiet ist Lusitana Bay, ein schmaler Küstenstreifen, auf dem sich in der Brutzeit Scharen von Pinguinen einfinden. Hier sind auch einige verrostete Kessel, in denen im 19. Jahrhundert Pinguine gekocht wurden, um ihr Fett zu gewinnen, Zeugnis eines längst ausgestorbenen Gewerbes. Darüber hinaus tummeln sich ungezählte Felsenpinguine auf der Insel, die ihre Felsen gegen jeden Eindringling vehement verteidigen. Denn nur von ihnen aus gelangen sie ungelenk hüpfend ins Meer. Dass sie so ungestört ihr Leben genießen können, war nicht immer so.

Entdeckt auf der Suche nach Robben

Spinx, Foto: Pixabay

Foto: von M. Murphy (Eigenes Werk) [Public domain]; via Wikimedia Commons


Captain Frederick Hasselborough auf der “Perseverance” fällt die Ehre zu, als Entdecker der Insel zu gelten, die er am 11. Juli 1810 während einer Fangfahrt nach Robben sichtete. Es gibt allerdings Zeichen dafür, dass vor Hasselborough bereits polynesische Seefahrer die Insel angesteuert hatten, denn der Kapitän der “Perseverance” notierte, dass er ein altertümliches Schiffswrack auf der Insel entdeckt habe. Dass die Insel nach dem Governor of New South Wales, Lachlan Macquarie, benannt wurde, ist das Verdienst des aus Sydney gebürtigen Robbenjägers. Nur ein Jahrzehnt nach der „Entdeckung“ unternahmen russische Wissenschaftler, darunter Leutnant Thaddäus von Bellinghausen, eine Antarktisexpedition. Auf dieser untersuchten sie die Flora und Fauna der Insel. Jahrzehnte später betraten weitere Wissenschaftler, die mit Robert Scott und mit Sir Ernest Shackleton unterwegs waren, die Macquarie-Insel, um dort gedeihende Pflanzen zu sammeln. Bis 1911 dauerte es jedoch, ehe eine feste Station eingerichtet wurde, die Botanikern, Zoologen, Geologen und Meteorologen als Basislager für ihre Untersuchungen diente. Zugleich wurden in diesem Jahr auch die technischen Voraussetzungen für den Funkverkehr zwischen der Antarktis und Australien geschaffen. Das ermöglichte dem Expeditionsteam um Sir Douglas Mawson, die bis zur Commonwealth Bay (Antarktis) vordrang, in Kontakt mit dem australischen Mutterland zu stehen. Schließlich wurde auf der Insel 1948 die Australische Antarktisforschungsstation eingerichtet, die bis heute existiert.

Das Abschlachten von Pelzrobben nimmt ihren Lauf 


Spinx, Foto: Pixabay

Foto: von Hullwarren (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) oder GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)]; via Wikimedia Commons

Angesichts der harten Lebensbedingungen auf der Insel kann man sich heute kaum vorstellen, dass man im frühen 19. Jahrhundert ernsthaft daran dachte, auf Macquarie Island eine Sträflingskolonie zu errichten. Doch statt Sträflingen kamen Robbenfänger, die in den 1820er Jahren innerhalb von 18 Monaten des ersten kommerziellen Robbenfangs 120 000 Tiere zur Strecke brachten, um deren Felle zu verwerten. Zehn Jahre später wurden schätzungsweise bis zu 400 000 Robben erlegt. Nachdem die subantarktischen Pelzrobben nahezu ausgerottet waren, waren die See-Elefanten an der Reihe, deren Tran man bei der Herstellung von Seife ebenso wie für den Gebrauch von Öllampen benötigte. Schließlich mussten auch die drei Millionen Pinguine mit dem Leben bezahlen, um tierische Öle zu gewinnen. Seit 1920 hat dieser Spuk ein Ende, und letztlich wurde die Insel in den 1930er Jahren unter Naturschutz gestellt.

Ein abgelegenes Tierparadies

Es scheint so, dass die Abgelegenheit der Insel – Tasmanien liegt 1500 Kilometer nördlich und das australische Festland ist noch weiter entfernt – und die Unterschutzstellung der Tierwelt gut getan hat. Die 34 Kilometer große Insel ist von Dutzenden von Moosen und Flechten sowie zahlreichen weiteren dem Klima angepassten Pflanzen überzogen. Neben subantarktischen Pelzrobben sind auch der Südliche See-Elefant und Südliche Seebären auf diesem isolierten Landzipfel Australiens heimisch. Orcas, Südlicher Glattwal und Gewöhnlicher Grindwal sind in den an Krill reichen Gewässern keine Seltenheit. Wander- und Schwarzbrauenalbatrosse trifft man ebenso an wie den Grausturmvogel, der sich auf seinem Beutefang aus bis zu sieben Metern Höhe mit geöffneten Flügeln ins Wasser stürzt. Feensturmvögel und Antipodenseeschwalben sind als Bewohner des subantarktischen Eilandes gleichfalls zu benennen.

Ferdinand Dupuis-Panther





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