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Trabrennen

Auf der Trabrennbahn im Stadtteil Vincennes sieht man Pariser, die nicht auf den schicken Einkaufsstrassen flanieren und teuren Espresso in angesagten Bars schlürfen. Das Publikum kommt aus Belleville oder den anderen Arbeiter- und Immigrantenvierteln im Norden der Stadt. Die Leidenschaft der Zocker ist das Wetten auf Trabrennpferde, die hier dienstags und freitags pünktlich um 20.30 Uhr bei acht Rennen an den Start gehen.

Paris / Trabrennen

Gewissenhaft wird das Fachblatt "Paris-Turf" studiert, die Formen der Pferde, Fahrer und Trainer verglichen, die Quoten mathematisch genau unter die Lupe genommen. Das alles mit der Hoffnung, einen hübschen Gewinn mit nach Hause nehmen zu können. Die Umsätze bei diesem Sport, den die Franzosen traditionell mit großem Interesse verfolgen, sind riesig. Dementsprechend groß ist die Spannung vor, und vor allem während eines Rennens. Das Pferd der Wahl wird mit Anfeuerungsrufen begleitet, wobei es meist auf die von ihm getragene Startnummer reduziert wird: "Allez le cinq!"

Die Pferdebesitzer und ihre Entourage verfolgen das Geschehen im glasverspiegelten Tribünenrestaurant, wo es weniger leidenschaftlich, dafür aber gepflegter zugeht. Hier wird Gänsestopfleber in Mikroportionen zu Maxipreisen vertilgt, dazu gibt es edle Gewächse aus dem Bordeaux. Wettschalter werden hier auch frequentiert, der Mindesteinsatz ist allerdings weitaus höher, als der Normalzocker auf dem Sattelplatz zahlt. Die Stars der Trabrennszene sind die Fahrer Jos Verbeeck, Pierre Levesque und Jean-Michel Bazire. Auf Pferdeseite brechen Général du Pommeau, Giant Cat und Remington Crown einen Geschwindigkeitsrekord nach dem anderen.

Paris / Trabrennen 2

Im Gegensatz zu den Galopprennen, wo möglichst leichtgewichtige Jockeys gefragt sind, können die Fahrer im Sulky ruhig ein wenig mollig sein. Einem physikalischen Gesetz zufolge drückt ihr Gewicht nach vorne und macht den Gaul sogar noch schneller.

Nach den Rennen liegen Tausende verlorener Wett-Tickets auf dem Gelände der Rennbahn verstreut. Die Ärmsten der Armen verdienen sich mit dem Aufsammeln Geld für die Fahrt nach Hause. Im Bus Richtung Château de Vincennes oder Place de la Nation, von wo aus die Metro die Zocker nach Hause bringt, ist die Stimmung meist gedämpft. Die meisten vergraben sich bereits in's frischgedruckte "Paris-Turf" für den nächsten Renntag. Vielleicht klappt's ja dann mit dem Gewinnen.

Hippodrome de Paris-Vincennes, Metro: Château de Vincennes, von dort zehn Minuten mit dem Shuttlebus, Auskünfte unter Tel. 01 49 10 20 30.

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