Bordeaux – das Paris des Südens

 

Frankreich - Les Vivres de l’Art in Bordeaux

„Les Vivres de l’Art“

„Les Vivres de l’Art“ hat Jean-François Buisson sein Künstleratelier genannt.  Zwischen zwei historischen Bauten, die er als Werkstatt für seine Knochen – und Eisen-Skulpturen nutzt, verwandelte er einen vergessenen Garten in einen kreativen Hotspot mit fantasievollen Freiluftskulpturen und einer Brauerei. Kurzum, eine „Domaine de Possible“, ein Refugium, in dem alles möglich ist, wie er es beschreibt.

Die Grand Projets von Bordeaux

Frankreich - Weinmuseum Cité du vin in Bordeaux

Weinmuseum Cité du vin

Zu den „Grand Projets“ von Bordeaux 2030 gehört auch das neue Stadion, das 2015 eingeweiht wurde. 2016 folgte das futuristische Weinmuseum Cité du vin. Die Architektur seines Turmes soll die Bewegung beim Schwenken des Weinglases aufgreifen – erkennt ihr es? Ein Street-Art-Künstler sieht’s etwas anders…

Frankreich - Im Weinmuseum Cité du vin in Bordeaux

Im Weinmuseum

Drinnen birgt das neue Wahrzeichen von Bordeaux neben Verkostungs- und Eventräumen eine Bibliothek, die ohne Eintritt besucht werden kann. Der Eintritt für die multimediale wie interaktive Dauerausstellung ist nur auf den ersten Blick teuer – jedes Ticket beinhaltet eine Verkostung in der Bar. Doch zunächst erleben die Besucher eine tolle virtuelle Reise durch die Weinbaugebiete der Welt, begegnen dort den Winzern, können ihren Geruchssinn an einer Aromen-Station testen oder die Geschichte des Weinbaus seit der Antike entdecken. Erst danach geht es hinauf in den achten Stock, wo zum Abschluss an der Panoramabar Tropfen aus aller Welt zur 360°-Aussicht auf Bordeaux verkosten werden können.

Frankreich - Panorama-Bar der Cité du Vin in Bordeaux

Panorama-Bar in der Cité du Vin

Zu dem Grands Projets gehören auch der Parc aux Angéliques und der Neubau des Naturkundemuseums. 2018 soll der Hauptbahnhof Gare Saint-Jean komplett ausgebaut, modernisiert und saniert sein. Im Juni 2018 will das neue Musée de la Mer et de la Marine eröffnen. Die Gironde wird zudem für den Flusstourismus ausgebaut – schon heute kommen jährlich 2,5 Millionen Kreuzfahrtgäste nach Bordeaux. Zwischen Bahnhof und Garonne wandelt sich die ehemalige Schlachthalle zur Halle Boca, eine Markthalle und Veranstaltungsort am Quai de la Paludate im neuen Euratlantique-Projekt.

Grüner Lifestyle

Frankreich - Place de la Bourse in Bordeaux

Place de la Bourse

200 km markierter Radwege führen zu den schönsten Ecken in und um Bordeaux – zu grünen Oasen wie Le Lac mit seinem Blumenpark, in dem jeden Sommer 479 alte Rosensorten blühen, dem Jardin Public mit Bordeaux’s botanischem Garten am Cours de Verdun. Oder zur Place de la Bourse, wo Michel Corajoud im Schatten der drei Grazien ein riesiges Wasserspiel geschaffen hat – den Miroir d’Eau. Mal schießen kleine Fontainen hoch, dann wieder liegt der Platz wie ein großer Spiegel da, ehe Nebel eine völlig neue Szenerie schafft. Ein Platz, märchenhaft schön und fast mystisch.

Frankreich - Miroir d’Eau auf der Place de la Bourse in Bordeaux

Miroir d’Eau

Langsam wird es Abend. Und Zeit für 1,2 Kilometer Shopping. Denn so lang ist die Fußgängerzone Rue Saint-Cathérine, in der In-Labels wie Lush und inhabergeführten Boutiquen zwischen Frankreichs großen Marken zu finden sind – in Nr. 216 bietet das Künstlerkollektiv Wap Doo W ausgefallen Kreationen. Die nahe Galérie Bordelaise gehört mit Eisentoren an den Eingängen, Marmorsäulen und einem nostalgischen Eisen-Glas-Gewölbe zu den schönsten Passagen Frankreichs.

Eine Stadt für Genießer

Im Licht der untergehenden Sonnen leuchten die Sandsteinfassaden der Stadt. Bars und Restaurants füllen sich. Und die Frage stellt sich: Traditionsküche des Südwestens bei Jean-Pierre Xiradakis im La Tupina, Sterneküche bei Pascal Nibaudau im Le Pressoir d’Argent des Regent Grand Hotel – oder salzige Appetithappen zum Cocktail im Seeko’s, Bordeaux erstem Designhotel, das als schneeweißer Schiffsbug den Quai de Bacalan schmückt.

Danach treffen sich die Nachtschwärmer rund um den Quai du Paludate mit seinen Bars und Diskotheken, machen im Pier 6 bis morgens Party und tanzen im Lastkahn La Dame de Shanghaï, wo an der Bar im Laderaum der Champagner in Fülle fließt. Denn feiern, das kann Bordeaux. Und macht es oft und gerne auch open-air.

Vom Tanz auf den Kais bis zum Médoc Marathon und zu Weinfesten zu Ehren der weltberühmten Weine, die fast 7.000 Châteaux aus Cavernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc komponieren, mit Malbec oder Petit Verdoc abrunden und dann in alten Kellern so lange lagern, bis sie zur Perfektion gereift sind. In einem Bunker versteckt sich die Whisky-Brennerei von Bordeaux:  Moon Harbour – der Name verweist auf den Halbmond, den die Garonne in Bordeaux bildet. Und die Lage an den Hafenbecken, wo der Nektar in Sauterne-Eichenfässern für den Pier 1 Blended Whiskey (45,8%) und in den einstigen Rotweinfässern des Château Pipeau für den torfigen Pier 2 Blended Malt (47,1%) lagert.

 

Reisemagazin schwarzaufweiss

 

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