In Deutschland ganz oben

Bergige Erlebnisse in der Zugspitz-Region

Text und Fotos: Axel Scheibe

 

Panoramblick von der Zugspitze

Die Zugspitzregion verspricht Natur pur. Wandern, Klettern und vor allem (auch für „Normalsterbliche“) den Besuch vieler Gipfel mit Panoramablicken, wie man sie sonst nur aus dem Fernsehen kennt. In Deutschland ganz oben, das ist natürlich das erste und vielleicht wichtigste Ziel vieler Touristen, die es, und das nicht nur aus Deutschland, an den Fuß des Wettersteingebirges zieht. Kein Wunder, kann doch die Zugspitzbahn nicht nur mit dem schnellsten und bequemsten Weg auf den Gipfel punkten, sondern seit Inbetriebnahme der neuen Bahn zusätzlich auf einige Weltrekorde verweisen. So passieren die bis zum Fußboden verglasten Großraumkabinen auf dem Weg hinauf nur noch eine Stahlbaustütze. Diese ist mit 127 m Höhe die weltweit höchste für eine Pendelbahn. Von dort überwindet die Bahn 1.945 Höhenmeter in einer einzigen Sektion, ein weiterer Weltrekord und mit über 3 km überquert sie das längste freie Spannungsfeld. Übrigens, für alle die es noch nicht wissen. Nach einem schweren Unfall hat die Bahn bereits im Dezember 2018 eine neue Gondel bekommen und ist wie neu wieder am Start.

Auch an der Talstation der Zugspitzbahn in Grainau ist alles neu gestaltet

Auch an der Talstation der Zugspitzbahn in Grainau ist alles neu gestaltet

Bei diesen Highlights muss sich selbst der Gipfelblick von Deutschlands höchstem Berg (2962 m) mächtig anstrengen, um nicht ins Hintertreffen zu geraten. Wenn das Wetter mitspielt bietet das 360 Grad Panorama den Blick auf 400 Alpengipfel. Wer dem Supermodernen ein Stück Nostalgie entgegen setzen möchte, der nimmt auf der Heimfahrt nach der Gletscherbahn die ehrwürdige Zahnradbahn, die recht gemütlich den Weg zurück nach Grainau findet. Und das bereits seit fast 90 Jahren. (Wer sein Auto nicht dort geparkt hat, kann natürlich, dann ohne Zahnrad, mit der Bahn weiter bis nach Garmisch Partenkirchen rollen.)

Zugspitz-Region - Panoramablick über Alpengipfel

Panoramablick über Alpengipfel

Ein weiteres Gipfelerlebnis ist gar nicht weit entfernt und kann mit einem Kombiticket in Angriff genommen werden. Zwar spart sich die Alpspitzbahn jegliches Superlativ und erreicht mit ihrer Bergstation am Osterfelderkopf nur 2.050 m, also man bleibt fast 1.000 m niedriger als auf der Zugspitze, doch ihre stählernen Aussichtsterrassen bietet kaum weniger spektakuläre Blicke als von der größeren Schwester und lassen sogar ein bisschen Gänsehautfeeling zu, wenn man durch die offenen Trittbretter hunderte Meter in die Tiefe blicken kann. Hoffentlich hat der Statiker richtig gerechnet! Aber das hat er natürlich und so steht der kleinen Wanderung hinunter zur Hochalm nichts im Wege. Doch wer auch das bequemer angehen will, der nimmt die Hochalmbahn hinab auf 1.700 m. Von dort kann man dann auf Schusters Rappen hinunter zum Ausgangspunkt steigen. Oder eben auch dazu technische Hilfe in Anspruch nehmen, in diesem Fall die Kreuzeckbahn nutzen.

Der Kaiserschmarrenwirt Wilfried Weinberg mit Gergö Bogos einem seiner Mitarbeiter inklusive Kaiserschmarren

Der Kaiserschmarrenwirt Wilfried Weinberg mit Gergö Bogos, einem seiner Mitarbeiter inklusive Kaiserschmarren

Zahlreiche Almwirtschaften und Berggasthöfe lassen solche Ausflüge auch zu kulinarischen Höhepunkten werden. Appetit macht die Bewegung an der frischen Luft und die bayerische Küche tut ihr Übriges. Seit zwei Jahren hat sich die Kaiserschmarrenalm unter diese Ziele gemischt. Der Weg durch die Partnachklamm sorgt für Hunger und das neue Gasthaus erwartet die Wanderer nicht nur mit der namensgebenden Spezialität, sondern hat auch manch Deftiges auf der Speisekarte stehen. Doch auf seinen Kaiserschmarren lässt Hüttenwirt Wilfried Weinberg nichts kommen. Über Jahre hat er mit seinen Köchen an dem Rezept dazu getüftelt und schon weiter oben, auf der Hochalm, wo Wilfried Weinberg ebenfalls den Gasthof betreibt, hat er sich bestens bewährt. Dem kann man nichts hinzufügen. Vielleicht nur etwas zum Schmunzeln: Der Chef selbst steht so gar nicht auf seinen Schmarren. Etwas Herzhafteres ist ihm deutlich lieber.

Blick in die Leutaschklamm in Mittenwald

Blick in die Leutaschklamm in Mittenwald

Wie gesagt, der optimale Weg führt durch die wildromantische Partnachklamm. Dabei ist die Partnachklamm nur einer der „Gegenpole“ zu den Gipfeln. Die Höllentalklamm von Grainau aus kann ebenso mit wildem Wasser glänzen, wie die Leutaschklamm in Mittenwald. Es muss also nicht immer nur in die Höhe gehen. Wobei, in Mittenwald ist auch die Karwendelbahn einen weiteren „Aufstieg“ wert. Oben wartet mit dem Panorama-Rundweg Passami eine tolle Tour durch Hochgebietsnatur und mit dem Natur-Informationszentrum inklusive „Riesenfernrohr“ das höchstgelegene seiner Art in deutschen Landen.

Deutschland höchst gelegenes Natur-Informationszentrum mit dem „Riesenfernrohr“ an der Bergstation der Karwendelbahn

Deutschland höchst gelegenes Natur-Informationszentrum mit dem „Riesenfernrohr“ an der Bergstation der Karwendelbahn

So ganz nebenbei hat Mittenwald abseits von Bergen und Schluchten noch etwas anderes, ebenfalls so typisch bayerisches zu bieten. Die Mittenwalder Braukunst reiht sich nahtlos in die Phalanx bayerischer Traditionsbrauereien ein. Und das Beste ist, neben dem Bier, das es in so mancher Gaststube frisch gezapft auf den Tisch gibt, die Mittenwalder Brauerei lädt in den Sommermonaten dienstags und donnerstags zu „feuchtfröhlichen“ Führungen ein. Eine Verkostung der Spezialitäten des Hauses ist natürlich eingeschlossen. Selbst Kinder kommen zu Ihrem Recht. Die Mittenwalder Brauer „brauen“ auch leckere Limonaden.

Das ehemalige, heute historische Sudhaus der Mittenwalder Brauerei

Das ehemalige, heute historische Sudhaus der Mittenwalder Brauerei

Der besondere Übernachtungstipp: Die Zahl der Hotels und Pensionen in der Zugspitze-Region ist kaum überschaubar. Auch in Grainau tummelt sich manch Besuchens wertes Haus auf dem “Betten-Markt“. Aber nur selten stößt man auf ein solch „verstecktes Paradies“ wie im Hotel Bergland. In einer Nebenstraße gelegen, kann man die Auffahrt schnell übersehen. Erst wenn man das Auto geparkt und sein Zimmer bezogen hat, vorzugsweise mit einem herrlichen Zugspitzblick, entdeckt man Stück für Stück, was das kleine 3-Stern Hotel so alles zu bieten hat. Ein besonderes Schmuckstück ist der gemütliche Garten, in dem man, so das Wetter mitspielt, in einem ganz besonderen Naturambiente sein Frühstück genießen kann. Persönlich betreut von den Wirtsleuten kann man sich einen besseren Service kaum vorstellen.

Verstecktes Paradies – das Hotel Bergland in Grainau

Hotel Bergland
Alpspitzstraße 12
83491 Graunau
www.hotel-bergland.de

Informationen:

Zugspitzregion GmbH
Burgerstraße 15
82467 Garmisch-Partenkirchen
Tel.: 08821/751-562
www.zugspitz-region.de

 

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