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Hannover
Sprengel Museum

Ausstellungen

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UND PLÖTZLICH DIESE WEITE
– 19. März 2017

1976 nahm die WERKSTATT FÜR PHOTOGRAPHIE an der Volkshochschule Berlin Kreuzberg ihre Arbeit auf – sie wurde zu einer der folgenreichsten Schaltstellen des Austausches zwischen deutscher und US-amerikanischer Fotografie. Doch war das Feld bereits vorbereitet: Zwischen 1966 und 1981 erschien die sich vor allem an Fotointeressierte richtende, dreisprachig produzierte Zeitschrift ‚CAMERA' unter der Leitung des in den USA bestens vernetzten Herausgebers Allan Porter. In jenen Jahren war sie die entscheidende Quelle im Hinblick auf Informationen über Produktion, Arbeitsweise und Selbstverständnis internationaler und vor allem US-amerikanischer Fotografen. Auch entstanden in den 1970er-Jahren an verschiedenen Orten teils private, teils vereinsgeführte Galerien für Fotografie – zu nennen sind an dieser Stelle insbesondere die GALERIE LICHTTROPFEN, Aachen, KICKEN, Köln, die GALERIE WILDE, Köln, und die SPECTRUM PHOTOGALERIE, Hannover – in deren Programm zeitgenössische fotografische Positionen aus den USA wesentliche Schwerpunkte setzten. Erstmalig wurde nun dem originalfotografischen Print ein Wert zuerkannt, auch wenn der Kreis der Interessierten nach wie vor klein war. Aber auch Fotografen wie Bernd Becher speisten ihre Informationen über die Arbeit der amerikanischen Kollegen ein in die deutsche Diskussion um das Medium. Klaus Honnef und Evelyn Weiß schließlich präsentierten auf der documenta 6 in Kassel 1977 einem breiten Publik einen facettenreichen Querschnitt durch die Fotografiegeschichte – auch hier nahm die amerikanische Fotografie eine herausragende Rolle ein. Das FORUM STADTPARK in Graz trug darüber hinaus ab ca. 1977 zu einer intellektuellen Verdichtung und Präzisierung der Debatte um das Medium bei – spätestens mit der aus ihm 1980 hervorgehenden Zeitschrift CAMERA AUSTRIA bildet sich hier ein kommunikatives, international bestens vernetztes Zentrum der deutschsprachigen Auseinandersetzung mit der künstlerischen Fotografie.

Niki de Saint Phalle – The Big Shots
26. April 2016 – 07. Mai 2017

Niki de Saint Phalle – The Big Shots präsentiert die künstlerische Entwicklung anhand ausgewählter Werke von Beginn der 1960er bis in die 1990er Jahre. De Saint Phalles frühe Emanzipation als Künstlerin manifestieren die Schießbilder: mit einem ebenso zerstörerischen wie produktiven Akt der Selbstermächtigung beginnt sie 1961, auf ihre eigenen Bilder zu schießen, um sie "bluten zu lassen". Dadurch ergießt sich Farbe aus den eingegipsten Farbbeuteln hinter der Oberfläche, befleckt die Bilder und gestaltet so eine neue Bildform. ¬Ein wichtiges Beispiel ist die Hommage to Bob Rauschenberg – Shot by Rauschenberg (1961), eine in Ehrung an den derzeit bereits berühmten amerikanischen Künstler Robert Rauschenberg gefertigte Assemblage, die sie von ihm selber beschießen ließ. In den großen Materialbildern der 1960er Jahre misst sich Niki de Saint Phalle mit diesen Heroen wie sie sich von vielen Zwängen ideell wie materiell befreit. Saint Sébastien or Portrait of my Lover (1961) ersetzt den Kopf des Geliebten durch eine Wurfscheibe, die mit Pfeilen durchbohrt wird, La Mort du Patriarche (1962) rechnet mit der durch Muskeln, großen Phallus und kleinen Kopf charakterisierten väterlichen Figur ab. Schließlich sind die großen Altarbilder wie das eindrucksvolle Triptychon Ahriman et Lucifer attaquent (1962) Behauptungen gegenüber der eingrenzenden Ideologie und Hierarchie der institutionalisierten Kirche. Fabelwesen und Drachen, die "Monster" der Kindheit und der Gegenwart bevölkern die großen Tafeln und Figuren gemeinsam mit Kampfflugzeugen, Babypuppen und Kruzifixen: die wilde und bunte Welt de Saint Phalles vereint Spiel und Destruktion, Erzählung und Realitätsbezug in originären und energiegeladenen Bilderfindungen.

Sprengel Museum
Kurt-Schwitters-Platz 1
30169 Hannover
Ö: Dienstag 10 - 20 Uhr Mittwoch bis Sonntag 10 - 18 Uhr
Führungen So 11.15 Uhr
Audioguide 1 Euro

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