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Museum Ostwall /

Dortmund

Museum Ostwall
im Dortmunder U


Fast wie im echten Leben
bis Sommer 2019


SchichtWechsel – von der bergmännischen Laienkunst zur Gegenwartskunst bis 12. August 2018

Fast wie im echten Leben ist der Titel der aktuellen Ausstellung im Museum Ostwall im Dortmunder U, die Werke aus der Sammlung des Museums zeigt – vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Was eine expressionistische Landschaft aus den 1910er Jahren mit dem "echten Leben" zu tun hat? Mehr als es auf den ersten Blick erscheint… Die verschiedenen Themen der Ausstellung knüpfen an unsere Alltagserfahrung an: Warum machen wir einen "Ausflug ins Grüne" – und was reizt Künstler und Künstlerinnen, sich mit Landschaften zu beschäftigen?

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Karl Schmidt-Rottluff Doppelbildnis S. und L. (1917/25).

Über zwei Etagen präsentiert man eine Ausstellung, die nach thematischen Kapiteln wie “Freund und Feind”, “Du und Ich”, Ausflug ins Grüne” sowie “Kunst und Leben” gegliedert ist und neue Einblicke in den umfänglichen Bestand des Museums Ostwall ermöglicht.

Ich und Du

Es beginnt mit der Begegnung des Ich und des Du. Dabei können wir uns in vier Schminkspiegeln selbst anschauen. Von Henri Matisse ist nebenan eine flüchtig aufs Papier geworfene Kopfstudie zu sehen. Zudem werden die Besucher aufgefordert, sich selbst zu porträtieren. Doch dieser Aufruf ist augenscheinlich verpufft.

Von Bernhard Hoetger sind eine Reihe von bildhauerischen Arbeiten ausgestellt. Dabei handelt es sich um Kopfbüsten, u. a. von der Ausdruckstänzerin Sent M'Ahesa mit einem ausgeprägten Turmschädel. Darüber hinaus sieht man einen „Jünglingskopf (Anderl)“ und auch Modersohn-Becker stand Hoetger Modell. Zu sehen ist außerdem „Adelheid“. Alle diese Köpfe sind zwischen 1903 und 1944 entstanden. Es sind klassische bildhauerische Arbeiten ganz im Gegensatz zu Dieter Roths „Löwenselbst“, das aus Schokolade geschaffen wurde. Die Vielzahl der Schokoladenlöwen hat aber im Auge des kritischen Betrachters nichts mit Löwen gemein, zu „spitzmäulig“ ist die Kopfpartie ausgeformt worden, zu gestaucht und gedrungen sind die Körper. Man mag beim Anblick eher an Teckel denken als an Löwen.

hoetgerAusstellungsinszenierung. Im Vordergrund Kopfbüsten von
Bernhard Hoetger

Ja, Ja, Ja, Ja, Ja ...

Ein besonderes Selbst schuf Ketty La Rocca mit den Röntgenaufnahmen ihres Schädels, in die sie ihre Hand projizierte. Das Ich und das Du spiegelt sich auch in den Arbeiten von Joseph Beuys wider, in dem er die Konflikte und das Miteinander von Ich und Du anreißt. Bei der Arbeit „Das Telefon S-3“ - es besteht aus zwei mit einer Schnur verbundenen Konservendosen - geht es dabei auch um Kommunikation mit dem Gegenüber und um die Sprachlosigkeit, das Stereotype, das Klischee, das Urteil und Vorurteil. Humorvoll ist die sehr leise laufende Audioinstallation „Ja, Ja, Ja, Ja, Ja, Nee, Nee, Nee, Nee“ konzipiert. Die nervtötende, laute und aufdringliche Wiederholung des beschwörenden Ja wie des beschwörenden Nein wollte man dem Besucher wohl nicht zumuten. Doch in der Rede und Gegenrede, verkürzt in der Form, spiegelt sich ja der Widerstreit, auch die Kommunikationsstörung von Ich und Du wider.

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Jörg Immendorf: Café de Flore und Besucherin der Schau

Mit „Cafe de Flore“ hat Jörg Immendorf den Künstlern und Intellektuellen – sich selbst eingeschlossen - einen Spiegel vorgehalten. Augenscheinlich inszenieren sich diese gerne öffentlich und theatralisch, ob Max Ernst oder Heiner Müller. Sie haben sich außerdem einen Rückzugsraum gesucht und diesen in dem besagten Café auch gefunden, in dem sich auch Immendorf wohl gerne aufhielt. Wer aber ist der Herr auf dem Gemälde, der ein halbnacktes Modell permanent anstarrt?

Ins Clowneske verlegte Karl Schmidt-Rottluff seine Begegnung von Ich und Du in Gestalt eines Doppelbildnisses, das 1917 entstand. Betrachtet man es, dann sieht man gefühlte Farben, aber eben auch zwei bunt angemalte Narren. Ganz in der Mutterrolle aufgehend, so erscheint das Bildnis von Modersohn-Becker. Die pausbäckige Mutter – als Akt gemalt – hält ihr Kind auf dem Arm. Doch die scheinbar fürsorgliche Mutter hat den Blick von ihrem Kind abgewendet. Warum nur? Christian Rohlfs, der neben Schmidt-Rottluff und Modersohn-Becker seinen Platz als Vertreter der klassischen Moderne in der Schau mit Recht einnimmt, hat sich gleichfalls des Themas „Kommunikation“ angenommen und zeigt uns sein expressionistisches „Clowngespräch“ (1912).

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Ernst Ludwig Kirchner: Stafelalp im Mondschein, 1919

Ausflug ins Grüne

Nein, Spitzwegs Ironisierung der Begegnung von Mensch und Natur ist nicht Gegenstand der Ausstellung. Hingegen sieht man die drei pubertierenden Badenden in einem See, die Otto Müller gemalt hat. Überdies können wir einen Blick auf die Stafelalp werfen, die Ernst Ludwig Kirchner in grellgelben und grünen Farbfacetten bei fahlgelbem Mondschein eingefangen hat. Ob sich in dieser gemalten, zerklüfteten und ein wenig unwirklich erscheinenden Landschaft Kirchners damaliger Seelenzustand wiederfinden lässt, kann vermutet werden. Krisenhaft war das Leben des Künstlers nach dem Ersten Weltkrieg auf jeden Fall. Daher zog er sich ja in die Schweiz, genauer nach Davos zurück, in dessen Nähe die besagte Alp zu finden ist.

Schief stehenden Wacholder, vom Wind gepeitscht, und eine wellige Landschaft unter hellem smaragdfarbenem Himmel malte Alexej von Jawlensky, Er nannte dieses Landschaftsgemälde schlicht „Einsam“. Warum? Weil die Landschaft menschenleer ist?

Aus einer Reihe von Seeblicken und Seestücken, die Emil Nolde geschaffen hat, zeigt man aktuell „Herbstmeer I“. Die Natur scheint dabei unwirtlich. Hohe Wellenkämme sind auszumachen. Boote, Schiffe oder gar Segler sucht man vergeblich. Gräulich-blau und sonnenblumengelb zeigt sich der Himmel des Seestücks. Oder malte da der Künstler eine Nebelbank am Horizont?

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August Macke: Großer Zoologischer Garten, 1912

Zoobesuch und Fördertürme

Sonntägliches Vergnügen der gut betuchten Bürger, ein Besuch im Zoo, war ein Thema, mit dem sich August Macke in einer Studie wie auch in einem Gemälde befasste. Dabei hat man beim Betrachten des Gemäldes den Eindruck, dass die Tiere gar nicht hinter Gittern und Zäunen leben, sondern sich frei im Zoo bewegen. Das gilt nicht nur für Kakadus, sondern auch für Rotwild. Auch der blaue Elefant – und nicht ein blaues Pferd – scheint so zahm zu sein, dass er nicht hinter einem tiefen Graben gehalten wird. Welch Idylle!

Was allerdings die Schwarz-Weißfotos des Ehepaar Bechers mit einem Ausflug ins Grüne zu tun haben, erschließt sich wirklich nicht auf den ersten Blick. Neun Fördertürme haben sie vor ihre Linse bekommen und dann auf den Auslöser gedrückt. Faszinierend ist die grafisch zu nennende Ästhetik, die diese Bauwerke ausstrahlen. Mit Sinn für Ironie und Sarkasmus gestaltete hingegen Nam June Paik einen Fensterbriefumschlag, in dessen Fenster ein Fisch zu sehen ist.

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Heinrich Nauen: Sonnenblumen mit welker Kresse, um 1924

Freund/Feind – die klassische Moderne

In einem schlauchförmigen Gang wird der Blick auf die Gründungsaspekte des Museums Ostwall geworfen. Dazu zeigt man eine Reihe von Arbeiten „entarteter Kunst“ unter dem Stichwort „Freund/Feind“. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde bewusst Kunst angekauft und ausgestellt, die während des sogenannten Dritten Reichs als entartet und als Kunst von Irren angesehen wurde. Darunter sind Arbeiten von Christian Rohlfs ebenso wie von Max Beckmann. Oskar Kokoschkas „Japanischer Fischer“ ist zu sehen und auch Max Pechsteins „Damenbildnis in Grün“. Darüber hinaus entdecken wir Heinrich Nauens „Sonnenblumen mit welker Kresse“, eine 1937 beschlagnahmte Arbeit, die nun nach dem Zweiten Weltkrieg für den Neubeginn steht, sprich für die klassische Moderne als wesentlichen Kunstbeitrag des 20. Jahrhunderts.

Wie politisch Kunst sein kann, unterstreicht Wolf Vostell mit seiner Installation, die an ein Konzentrationslager denken lässt. Man sieht zwei abgestellte Koffer; der Boden des Raums ist mit Besteck übersät. Stacheldrahtverhaue sind nicht zu übersehen. Nur die zum Appell aufgereihten Menschen sind abwesend. Sie muss sich der Betrachter mitdenken.

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Christina Kubisch: Wolke, 2012

Datenwolken, bewegte Kunst und ...

Im vierten Geschoss des Dortmunder U findet die Schau zur Sammlung ihre Fortsetzung. „Kunst und Leben“ ist dann das Motto. Dazu gehört auch Musik in verschiedenen künstlerischen Ausformungen. Zu nennen ist dabei zunächst das großformatige Projekt von Christina Kubisch namens „Wolke“, dabei auf das Wetterphänomen ebenso abzielend wie auch auf die Datenwolken, denen wir uns mehr und mehr bedienen. Wer sich Kopfhörer aufsetzt und um das elektromagnetische Drahtwirrwarr herumwandert, der kann dank Induktion in eine besondere akustische Datenwelt eintauchen. In Schneckentempo bewegt sich nebenan kinetische Kunst von Pol Bury: „Punctuation“ nannte der belgische Künstler seine Arbeit. Das geschieht in einem Ausstellungsraum, in dem auch eine „plastische Arbeit“ von Otto Piene zu finden ist. Eine phallische Form besitzt der von Piene aus Glas geformte „Einzelne weiße Lichtgeist“. Umgeben ist er von Arbeiten von Thomas Rentmeister, der aus Polyester „Kunstmobilar“, so der Eindruck, geschaffen hat.

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Winter &Hörbelt: Quintenzirkel

Mal selbst Musik machen können

Den sitzenden Singenden von Ernst Barlach hat man mit Nam June Paiks Schallplatten-Schaschlik dialogisch verknüpft. Zum Musikmachen laden Winter und Hörbelt mit ihrem gläsernen Sitzring ein. Man muss nur die richtigen „Knöpfe“ bedienen, um verschiedene Orgelpfeifen zum Klingen zu bringen. So wird dann der Kunstrundgang auch zu einer Mitmachaktion. Im Gegensatz zu dem gleichfalls ausgestellten ersten sitzenden Stuhl von Timm Ulrichs kann und darf man sich auf dem Glasring niederlassen.

Die Schau ist auch dank der thematischen Strukturierung sehr gelungen. Zudem erhält man eine schmale Broschüre mit einigen Erläuterungen zu den Themen und Kunstwerken, sodass auch für die notwendige pädagogische Unterfütterung des Besuchs der Schau gesorgt ist.

Text und Fotros © ferdinand dupuis-panther / Copyrights für die Kunstwerke liegen bei den Künstlern oder deren Rechtenachfolgern / text und fotos sind nicht public commons!

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Daniel Spoerri: Fallenbild, 1984


SchichtWechsel – von der bergmännischen Laienkunst zur Gegenwartskunst

Ende des Jahres wird das Kapitel des Steinkohlebergbaus in Deutschland für immer geschlossen. Dann stellen die beiden letzten noch aktiven Bergwerke in Bottrop und Ibbenbüren ihren Betrieb ein. Das, was insbesondere das Ruhrgebiet seit 200 Jahren prägte, ist dann nur noch Geschichte. Dies ist auch für das Museum Ostwall Anlass für die aktuelle Ausstellung, die die bergmännische Laienkunst mit der Kunst der Gegenwart konfrontiert. Beide sind auf das Thema Kohle fokussiert, wenn auch mit unterschiedlichen künstlerischen Mitteln und in unterschiedlichen Stilformen.

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Aufmacher der Ausstellung sind Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Zechen der 1950er und 1960er Jahre in Dortmund. Zollern I/III gehört ebenso dazu wie Kaiserstuhl I und Gottessegen. Zechen gab es in Dortmund-Dorstfeld ebenso wie in Dortmund-Oestrich - wie gesagt, heute bereits Fußnoten der Geschichte des Reviers. Zu sehen sind Schlote und Fördergerüste. Sie sind stumme Zeugen einer einst prosperierenden Industrie, die für die Menschen im Ruhrpott Lohn und Brot bedeutete.

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Zum Revier gehörte auch das kreative Schaffen der Bergleute, das gefördert wurde, vor allem durch die Gewerkschaften. Auch die Gründungsdirektorin des Museums am Ostwall, Dr. Leonie Reygers, war eine Förderin der Laienkunst. Sie sammelte sie, stellte sie aus und wirkte auch als Jurorin bei den Werksausstellungen der Hoesch Werke AG mit.

Ich mische keine Farben, ich lege sie übereinander, denn ich liebe den Kontrast. Max Valerius

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Der Ausstellungsbesucher blickt in die Gesichter von Bergleuten, sieht sie unter Tage und bei einer Demo für die Mitbestimmung vor der Zechenkulisse. Kumpel am Bergwerk Minister Stein und auch ein zorniger Berggeist inmitten von Bergleuten gehören zu den gezeigten Arbeiten. Beinahe im Geiste Morgners scheint der ausgestellte Sonnenuntergang am Wasser gestaltet worden zu sein. Der häusliche Alltag wurde in der Laienkunst nicht ausgeblendet, denkt man an die Morgentoilette einer Frau mit heruntergestreiftem BH, die der Besucher zu sehen bekommt. In der Pose einer Skulptur von Erich Bödeker zeigt man Beuys in einer Schwarz-Weiß-Aufnahme. Max Valerius, der als Hauer und Wettermann auf der Zeche Zollern I/III arbeitete, bündelte seine Eindrücke u. a. in einem Ölgemälde von der Maschinenhalle der Zeche II/IV. Karl Hartmann hielt die Ansicht eines Industriehafens für die Nachwelt im Bildfest.

Konfrontiert wird die Laienkunst mit den Arbeiten der Gruppe „junger westen“, u. a. vertreten durch Gustav Deppe und Thomas Grochowiak – Letzterer einer der Direktoren der Kunsthalle Recklinghausen. Auch die Gruppe „junger westen“ widmete sich in ihren Arbeiten den Themen der Arbeitswelt. Da sieht man einen Fördermaschinisten neben einer Industriekomposition, mal abgesehen von Gustav Deppes nächtlicher Förderanlage.

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Ein Inferno malte Friedrich Gerlach in „Der Vulkan“, einer Arbeit in tiefen Rotnuancen, eingebettet darin ein Mann, der das Feuerspeien aus der Nähe betrachtet. Rudi Nowak hat den letzten Fördertag auf der Zeche Minister Stein für die Nachgeborenen festgehalten. Helmut Bodenhausen widmete eine Arbeit dem Hobby des Bergmanns, den Tauben, und malte in Öl „Taubenvater Jupp“.

Der bildhauerisch tätige Erich Bödeker ist mit seiner Madonna und mit einem „Porträt“ von Beuys in der Ausstellung vertreten. Doch auch die naive Kunst in Paris wird in der Schau mit einigen Arbeiten gezeigt und denen der Laienkunst im Ruhrgebiet gegenübergestellt.

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Carl Gustav Thegen, der u. a. im Tierpark Hagenbeck beschäftigt war, ist unter anderem mit einer Zirkusreiterin und mit einer Herde und Trappern in der Ausstellung vertreten. Seine Arbeiten werden konfrontiert mit der Ansicht von Montmatre - zu sehen ist die berühmte Sacre Coeur in einem Gemälde von Louis Vivin - und Lisa Kreltmeirs Demonstration am Trafalgar Square. Obendrein können wir auch in Pariser Ansichten wie Hector Trotins Ansicht von Notre Dame eintauchen.

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„Was vergeht, was bleibt, was entsteht“ – so lautet der Titel einer Installation der Künstlerin und Modedesignerin Eva Gronbach. Sie hat schwere Bergmannskleidung aufgehäuft und auf diesen Kleiderhügel eine Schaufensterpuppe in Haute-Couture-Kleidung gestellt, sodass zwei Lebenswelten und Kulturen aufeinanderstoßen. Kohle wurde ja jahrzehntelang auch das Gold des Ruhrreviers genannt. Briketts aus Bronze und vergoldet hat Alicja Kwade gestapelt im Raum platziert: Grubengold pur, eine Tonne, wie man dem Untertitel des Werks entnehmen kann. Von der gleichen Künstlerin stammt die Installation „Die Trinkenden“: Porzellanfigürchen hocken um einen kegelförmigen Berg gemahlener Steinkohle, die lebensspendendem Wasser gleichgesetzt zu sein scheint. Rainer Ruthenbeck steuerte für die interessante Ausstellung einen schwarzen Papierhaufen bei, während Stephanie Brysch gezeichnete Comicfiguren zu einer „Unter-Tage-Collage“ vereint hat.

trinkerinnen

Der Reiz der Schau liegt gewiss in der Konfrontation der unterschiedlichen thematischen Ansätze, hier Umsetzung der erlebten Arbeitswirklichkeit durch die Kumpel des Reviers und dort der eher von den Lebenswirklichkeiten abstrahierende künstlerische Zugang zum Thema „schwarzes Gold“.

Text und Fotos: © ferdinand dupuis-panther – Text und Fotos sind nicht public commons.

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Schwarzer Papierhaufen von Rainer Ruthenbeck

DORTMUNDER U Zentrum für Kunst und Kreativität / Museum Ostwall
http://www.dortmunder-u.de/partner/museum-ostwall

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