Ostsee-Radweg von Flensburg nach Skagen

 

Abschied von den Hügeln

Nach Grenaa geht es dann durch ruhige Gegenden, durch kleinste Dörfer, große Getreidefelder, es wird deutlich ländlicher. Radwege fehlen hier, sind aber auch nicht nötig, der Autoverkehr schwächt sich deutlich ab. Ach ja, und ein wenig hügelig wird es auch mal wieder.

Dänemark Ostseeradweg Dünen

Der nächste Streckenabschnitt führt erneut durch ruhiges, fast schon einsames Gebiet und auf immerhin fast 10 Kilometer geht es sogar unmittelbar am Meer entlang - so richtig klassisch neben dem Strand auf einem rustikalen Radweg. Zahllose Möglichkeiten zum Pausieren und Baden bieten sich an, so hat man sich eine Radtour entlang der Ostseeküste vorgestellt. Zwar ist es genau hier nicht gerade einsam, denn Ferienhäuser und Campingplätze warten auf Urlauber, aber für Radler finden sich immer stille Flecken. Deutlich ruhiger wird es dann auf dem Weg zum Randers Fjord. Dieser wird mit einer kleinen Fähre überquert und danach ändert sich die Landschaft, die Zeit der Hügel ist (fast) vorbei. Nur ein paar folgen noch, sozusagen zum Entwöhnen.

Dänemark Ostseeradweg Fähre

Nach der kurzen Fährfahrt folgt ein ruhiger Abschnitt durch Felder und Wiesen, wo nur wiederkäuende Kühe dem Radler hinterher glotzen bis nach Hadsund. Vereinzelt liegt ein Gehöft am Wegesrand und man wundert sich, wie einsam doch manche Menschen wohnen können. Oder wollen, je nachdem. Hadsund ist ein kleiner Ort; auf einer Klappbrücke wird der Sund, der ihn durchschneidet, überquert. Danach folgt ein kleines Sahnestück für Radler! Es geht auf 17 km immer konsequent geradeaus auf einem völlig abseits der Autostraßen verlaufenden Radweg, der teils durch einen Wald, überwiegend aber durch Felder führt. Hier macht das Radeln Spaß, da man schön nebeneinander fahren, locker Kilometer machen und sich über die Landschaft freuen kann.

Endspurt nach Skagen

Schließlich heißt es Ausholen zum Endspurt nach Skagen. Zunächst gute 66 Kilometer zielgerichtet nach Norden bis Frederikshavn. Über weite Strecken geht es in Sichtweite zum Meer auf ruhigen Wegen. Highlights unterwegs: der schöne Hafen von Hou und der schmucke Ortskern von Sæby. Frederikshavn dagegen ist kein Schmuckstück, bei allem Respekt, aber eine lebendige Stadt mit dem wohl größten Angebot an Kneipen auf der ganzen Tour, abgesehen von Århus, vielleicht. Es ist eine geschäftige Stadt.

Dänemark Ostseeradweg 24 km bis Skagen

Diese letzte Etappe zählt zu den schönsten Teilstrecken der ganzen Reise! Es geht nämlich durch eine Dünen- und Heidelandschaft, weit ab vom Autolärm und immer nur ein paar hundert Meter vom Meer entfernt. Speziell kurz nach dem Ort Ålbæk braucht man nur kurz durch die Dünen zum Strand zu gehen und kann sich in die Fluten stürzen.

Dänemark Ostseeradweg Blick aufs Meer

Im letzten Drittel ändert der Radweg übrigens seinen Namen, wechselt vom 5er zum 1er. Einfach so. Die 5er-Beschilderung endet, ohne jeglichen Abschiedsgruß und wird vom Fernradweg 1 abgelöst. Irgendwie schade, etwas würdevoller hätte man es sich dann doch gewünscht, nachdem man tagelang diesem Weg und den Schildern gefolgt ist. Natürlich ist auch in Skagen der innerstädtische Bereich idyllisch, aber alle wollen doch an die Spitze. Also los, Endspurt, einfach weiter der 1 gefolgt.

Dänemark Ostseeradweg Wikingerschiff

Es geht durch den Ort, am Hafen vorbei bis schließlich am Leuchtturm die Straße zur Spitze erreicht wird. Dort liegen ein großer Parkplatz, ein Kiosk, ein kleines Informationsbüro, aber bis zur absoluten Landspitze ist es noch ein Stück Weg. Dorthin kann gewandert werden, aber deutlich bequemer geht es gegen geringe Gebühr mit dem sogenannten „Sandormen“, einem von einem Trecker gezogenen Anhänger mit Sitzplätzen. Also auf zur Spitze, denn das war ja das Ziel dieser 680 Kilometer langen Reise. Und dann steht man tatsächlich dort oben, mit einem Bein in der Nordsee und mit dem anderen in der Ostsee, die Wellen rollen von links und von rechts heran. Hier ist Schluss, höher hinaus geht es nicht in Kontinentaleuropa.

Dänemark Ostseeradweg Kirche

 

Reiseinformationen

Rückfahrt von Skagen

* per Rad:
Wer noch nicht genug hat, kann auch nach Flensburg auf direktem Weg zurückradeln, aber nicht auf der gleichen Stecke. Dazu von Skagen 25 km nach Süden bis zum kleinen Ort Skiveren fahren, dort beginnt der 450 km lange dänische Fernradweg Nr. 3, die „Hærvejsruten“ (Ochsenweg)., der stramm nach Süden führt und bei Padborg die Grenze erreicht. Oder Sie radeln entlang der Nordseeküste zurück und folgen dem Fernradweg Nr. 1 über 550 km bis zum Grenzort Tønder.

* per Bahn:
Von Skagen gelangen Sie mit zweimaligem Umsteigen in Frederikshavn und Fredericia in sechs bis sieben Stunden nach Padborg an der Grenze. Von dort geht es alle 2 Stunden weiter über Flensburg nach Hamburg. Für die meisten dänischen Züge besteht eine Reservierungspflicht für Räder und genau hier kann ein echtes Problem entstehen. Speziell im Sommer sind so viele Menschen unterwegs, dass die wenigen freien Fahrradplätze immer schnell ausgebucht sind, rechtzeitiges Reservieren ist deshalb anzuraten. Infos: www.dsb.dk

* per Fähre über Göteborg
Eine schöne und gemütliche Möglichkeit nach Hause zu reisen. Zunächst mit einer Fähre der Stena Line von Frederikshavn hinüber nach Göteborg fahren (Dauer: ca. 2-3 Stunden), von dort legt gegen eine Fähre ab, die in 14 Stunden nach Kiel fährt. Vom Fährterminal in Kiel sind es keine 2 km bis zum Bahnhof, von wo schließlich stündlich ein Zug nach Hamburg fährt. Infos: www.stenaline.de

Unterkunft

* Hotels gibt es in jeder Stadt, sie sind auf einem guten Standard, aber im Schnitt nicht billig. Viele Hotels oder Hotelketten bieten Hotelpässe an, einige auch verbilligte Wochenendtarife.

* Ein Kro ist ein traditioneller Gasthof, der zumeist komfortable Zimmer anbietet, richtig günstig sind aber auch diese Häuser nicht. Infos: www.smalldanishhotels.dk

* Jugendherbergen sind auch offen für nicht ganz so jugendliche Radler, Familien erhalten auf Wunsch sogar ein Familienzimmer. Im Sommer ist eine Vorausbuchung ratsam. Infos: www.danhostel.dk

* Bed & Breakfast: Viele Privatvermieter bieten entlang der Route Zimmer an. So locken entweder Schilder mit dem klassischen „Bed & Breakfast“ oder dem dänischen „værelser“ (Zimmer). Infos: www.bedandbreakfast.dk

* Camping: Entlang der Route liegen genügend Campingplätze, praktisch überall gibt es separate Stellflächen für Radler. Die Plätze sind generell gut bis sehr gut ausgestattet. Auf nahezu allen Plätzen gibt es Küchen zur allgemeinen Nutzung, so dass sich auch Radler eine warme Mahlzeit zubereiten können. Jeder Camper benötigt einen Campingpass, der gegen Gebühr vom ersten besuchten Campingplatz ausgestellt wird. Infos: www.daenischecampingplaetze.de

 

Reisemagazin schwarzaufweiss

 

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