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100 Orte in Lüttich

Neben den Glanzstücken Lüttichs – darunter der Bahnhof Guillemins von Calatrava, die königliche Oper, die Passage Lemonnier oder der Cité Miroir – stellt der Autor auch die Museen und Kirchen der Stadt vor, so auch die Kathedrale Saint-Paul. Auf Gassen und Höfen werden wir ebenso neugierig gemacht wie auf die Altstadt und die Place du Marche. Wie man mit dem Schiffstaxi ins Museum gelangt und was es mit dem kybernetischen Turm auf sich hat, erfahren wir bei der Lektüre des Buches zudem. Gaumenfreuden gehören beim Besuch Lüttichs auch dazu, ob Boulets à la Liège oder Bier aus der Brauerei C. Neben diesen Spezialitäten hat der Autor auch an süße Leckermäuler gedacht und verweist in einem Kapitel auf Chocolate City. Shoppen, Show, Chillen nennt Ralf Minderjahn eines seiner Kapitel, in dem auch der Jazzclub Jacques Pelzer vorgestellt wird. Schließlich wird das Buch mit Hinweisen zu Lüttichs naher Umgebung abgerundet. Wie wäre es also mit einem Ausflug zum Fort Eben-Emael oder zum Bergwerk Blégny?

 Rolf Minderjahn: 100 ORTE IN LÜTTICH

Die Tage sind zwar vorbei, als Lüttich mit Paris in einem Atemzug genannt wurde. Dennoch hat die Stadt herausragende Architektur zu bieten. Das gilt unter anderem für den Palast der Fürstbischöfe, der von Chronisten des 17. Jahrhunderts mit dem Louvre verglichen wurde, wie der Leser bereits zu Beginn des Buches erfährt. Das filigran wirkende Gebäude des Lütticher Hauptbahnhofs mit seinem transparenten, an Insektenflügel erinnernden Dach ist gewiss ein Leuchtturm postmoderner Architektur und zurecht in die 100 Orte aufgenommen worden. Monumentale Architektur des 19. Jahrhunderts wie der Orchestersaal der Philharmonie wie auch Ron Arads beeindruckender Entwurf der Médiacité sind genauso Hingucker wie Erlebnisorte. Die bereits 180 Jahre alte Passage Lemonnier steht gewiss nicht im Schatten der Sankt-Hubertus-Passage in Brüssel oder der Galleria Vittorio Emanuele II in Mailand. Neben den Treppenstraßen hinauf zur Zitadelle sind auch einige der Museen der Stadt ein Muss, so auch das Museum für wallonische Volkskunde, will man Wissenswertes über das Leben in Wallonien erfahren. Das Aquarium-Museum ist insbesondere für Eltern mit Kindern ein sehr guter Tipp. Hier kann man nicht nur Riffbewohner, sondern auch die Unterwasserwelt des Mittelmeers entdecken.

Kunst und Kulinarisches findet man in der Rue en Neuvice. Lütticher Folklore mit Nanèsse und Tchantchès entdeckt man dank der Hinweise des Autors in Outremeuse. Leider etwas sehr summarisch und kurz gehalten ist das Kapitel „Zum Innehalten (2)“ mit dem Verweis auf die Domaine du Sart-Tilman. Das verwundert, ist doch dieses Freilichtmuseum der Bildhauerkunst mit der Präsentation von Plastiken und Skulpturen im Park Middelheim (Antwerpen) auf eine Stufe zu stellen. Hier wie dort findet man Werke belgischer wie international renommierter Bildhauer. Hier sei nur auf Namen wie Pierre Alechinsky, Pierre Caille, Jo Delahaut, Paul De Gobert und andere verwiesen, deren Arbeiten in Lüttich zu sehen sind, bei freiem Zugang! Lüttich und Simenon widmet Minderjahn gleich zwei Abschnitte seiner Ortsbeschreibung. Zum Schluss sei noch auf das Denkmal der Alliierten verwiesen, das jeder schon aus der Ferne sieht, wenn er sich Lüttich nähert. Wer den Turm dieses Denkmals besteigt, hat übrigens einen sagenhaften Blick über Lüttich.

© fdp

Rolf Minderjahn: 100 ORTE IN LÜTTICH, 216 Seiten, Grenzechoverlag Eupen, ISBN 978-3-86712-150-7, 15,00 €

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