Kaiserzeit in Brasilien
Petrópolis und Rio de Janeiro: Auf den Spuren einer imperialen Vergangenheit
Text und Fotos: Beate Schümann
Petrópolis und Rio de Janeiro: Zwei Diven mit bewegter Vergangenheit, die zwischen Wolkenkratzern, Boulevards und Luxusvierteln kaum noch auszumachen ist. Für einen kurzen Moment aber spielten beide auf der Bühne der Weltgeschichte ein Premierenstück. Ein brasilianisches Tropenmärchen.
Zuckerhut, Corcovado, der tiefgrüne Urwald auf sanften Hügelketten und traumhafte Buchten, an die sich weiße Palmenstrände schmiegen – das Paradies der Tropen. Die Topographie gleicht der von damals, als portugiesische Karavellen zum ersten Mal in die Guanabara-Bucht steuerten.
Immer wieder: ein beeindruckender Anblick
Die Seefahrer aus Europa waren sofort hin und weg. So wie die Reisenden heute, wenn sie nach Rio de Janeiro kommen. „Die Schönheit der Stadt versagt sich dem Wort“, schrieb der Literat Stefan Zweig einmal über seine Wahlheimat.
Flucht über den Atlantik
Natürlich spielten Samba, Karneval, Copacabana-Bikinis und Schönheitsoperationen bei den Stadtgründern 1567 noch keine Rolle, und die kolossale Christusgestalt auf dem Corcovado breitete noch nicht ihre Arme über der Stadt aus.
Unvorstellbar für die Stadtgründer: die
Christusgestalt
Überhaupt, was wissen wir schon von Rio jenseits der Klischees? Auch die gegenwartssüchtige Tropenmetropole besitzt eine Vergangenheit. Eine fast verschwundene zwar, die der modernen Sechs-Millionen-Einwohner-Stadt gewichen ist. Und eine wichtige Rolle dabei spielte auch Petrópolis im Landesinneren jenseits der Berge.