Reisezeit
In den Monaten Juli und August läßt sich die hochsommerliche Hitze am besten an den Stränden oder in den Hochlagen des Troodos-Gebirges ertragen. Als angenehmste Reisezeit für einen erholsamen Strandurlaub oder Exkursionen und Besichtigungen gilt der Zeitraum Mitte April bis Juni sowie Mitte September bis Anfang November: das Meer weist dann Temperaturen zwischen 20 und 28 Grad auf, die Lufttemperatur ist erträglich und Niederschläge sind selten.
Preise
Der südliche Landesteil Zyperns war nie ein besonders preiswertes Reiseland. In der Regel liegen die Lebenshaltungskosten über denen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Zypern hat am 1. Januar 2008 den Euro eingeführt.
Einreisebestimmungen
Für die Einreise wird ein noch mindestens drei Monate gültiger Reisepaß oder Bundespersonalausweis benötigt. Ein Aufenthalt bis zu drei Monaten ist visumsfrei. Wer einen längeren Aufenthalt plant, muß innerhalb von drei Monaten nach der Einreise bei der Einwanderungsbehörde eine Aufenthaltsgenehmigung beantragen. Kinder bis zu 16 Jahren können in den Reisepaß eines Elternteils eingetragen werden oder mit einem Kinderausweis (immer mit Lichtbild!) einreisen.
Befindet sich im Reisepaß ein Einreisestempel Nordzyperns, wird dieser Vermerk von den griechisch-zyprischen Einreisebehörden durchgestrichen und damit ungültig gemacht. Damit sind die jahrelang bestehenden Einreisevorbehalte der griechischen Seite beigelegt.
Auf Veranlassung (Ratsverordnung) der EU wurden 2004 Erleichterungen bei der Überquerung der Demarkationslinie zwischen Nord- und Südzypern durchgesetzt. Dieser von den Behörden Südzyperns als „innerzyprischer Reiseverkehr“ bezeichnete Austausch zwischen beiden Landesteilen erlaubt EU-Bürgern die freie Bewegung auf der ganzen Insel, unabhängig davon, wo sie eingereist sind.
Es ist jetzt auch möglich, mit einem Leihwagen vom Südteil in den Nordteil einzureisen, umgekehrt aber nicht – nur mit einem Privatwagen ist eine Nord-Süd-Tour durchführbar. Man erkundige sich rechtzeitig, welche Formalitäten jeweils notwendig sind.
Waren für den persönlichen Gebrauch bis zu einem Wert von 135 Euro können vom Norden in den Süden eingeführt werden (aber nicht mehr als 40 Zigaretten und ein Liter Spirituosen). Entsprechendes gilt für die Einreise vom Süden in den Norden.
Zur Zeit gibt es sechs Grenzübergänge, davon drei in Nicosia, zwei im östlichen Inselteil, einen im Westen.
Es bestehen so gut wie keine direkten telefonischen Verbindungen zwischen dem Nord- und Südteil der Insel. Mobiltelefone mit Roaming-Funktion bieten eine Alternative.
Medizinische Versorgung
Im EU-Land Zypern besteht für alle Personen, die in Deutschland gesetzlich versichert sind, ein Anspruch auf Behandlung bei Ärzten, Zahnärzten, Krankenhäusern, die vom ausländischen gesetzlichen Krankenversicherungsträger zugelassen sind. Als Nachweis ist die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) vorzulegen. Sie wird von den heimischen Krankenkassen ausgestellt. Der Abschluß einer zusätzlichen privaten Auslandsreise-Krankenversicherung mit garantiertem Krankenrücktransport (ggf. Ambulanzflug) ist unentbehrlich. Die vor Ort zu entrichtenden Behandlungskosten werden von der heimischen Versicherung erstattet.
Lage und Fläche
Lage: In der Mitte und im Süden der seit 1974 geteilten Insel Zypern im östlichen Mittelmeer .
Fläche: Gesamtzypern = 9.251 km², davon unter griechisch-zyprischer Kontrolle (= Republik Zypern): 5.896 km², einschließlich der britischen Militärbasen Akrotíri und Dekélia mit 256 km². Unter türkisch-zyprischer Kontrolle ( = Türkische Republik Nordzypern, international nicht als eigenständiger Staat anerkannt): 3.355 km².
Küstenlänge: 700 km
Nord / Süd - Problem
Zypern ist seit 1974 in den griechischen Süden und den türkischen Norden geteilt. Die Grenze (Pufferzone) zwischen beiden Landesteilen wird von Soldaten der UNFICYP kontrolliert. Unzählige diplomatische Versuche, eine Lösung des Zypernproblems herbeizuführen, blieben erfolglos. Bewegung in die festgefahrenen Fronten brachte der sog. „Annan-Plan“, eine detaillierte Agenda, die unter Berücksichtigung der Interessen beider Volksgruppen und ihrer jeweiligen „Mutterländer“ den Weg zu einer friedlichen Übereinkunft ebenen sollte. Über den Annan-Plan wurden im April 2004 in beiden Landesteilen getrennte Volksabstimmungen abgehalten, die in Nordzypern eine knappe Zweidrittel-Zustimmung ergaben, während im griechischen Süden drei Viertel der Wähler den Plan ablehnten. Auf diplomatischer Ebene werden (nicht zuletzt unter dem Druck von UNO, EU und USA) Wege aus der verfahrenen Situation gesucht. Ein positives Ergebnis kam dabei heraus: der innerzyprische Reiseverkehr wurde erleichtert, die Demarkationslinie durchlässig gemacht.
Hauptstadt
Der südliche Sektor der geteilten Stadt Nicosia, griechisch: Levkosía.
Bevölkerung
2009 = 803.200 Einwohner (einschließlich der maronitischen, armenischen, lateinischen und anderer kleiner Minderheiten, die der griechisch-zyprischen Volksgruppe zugerechnet werden.)
Sprache
Landessprache ist ein Dialekt des Neugriechischen. Die meisten Einheimischen beherrschen auch die englische Sprache. Mit Deutsch kann man sich in einigen Urlaubszentren verständigen.
Verkehr
In beiden Landesteilen Zyperns wird links gefahren - eine Hinterlassenschaft aus britischer Kolonialzeit. Den öffentlichen Nah- und Fernverkehr besorgen Busse und Sammeltaxen. Das Straßennetz ist ausreichend dicht und bis auf wenige Ausnahmen gut ausgebaut
Wirtschaft und Tourismus
Der griechische Landesteil Zyperns ist seit dem 1. Mai 2004 Mitglied der EU. Die Republik galt in Brüssel als „bester Schüler der Klasse“, der ohne Schwierigkeiten die Beitrittskriterien zu erfüllen vermochte. Immerhin wies Zypern-Süd mit 12.800 Euro das höchst Pro-Kopf-Einkommen unter allen Beitrittsländern auf. Es herrschte Vollbeschäftigung bei sinkender Staatsverschuldung durch eine konsequente Sparpolitik und beachtlichen Zuwachsraten des Bruttoinlandsprodukts (BIP), die sich aufgrund der instabilen Weltwirtschaftslage, steigender Ölpreise und zurückgehender Touristenzahlen abschwächten. Als rohstoffarmes Land mit einem nur schwach entwickelten Industriesektor (durchweg Leichtindustrie wie Bekleidungs- und Schuhproduktion) und einer Landwirtschaft mit geringer Wertschöpfung, gründet sich der unübersehbare Wohlstand auf dem Dienstleistungsgewerbe, wozu der Tourismus, Finanz- und Unternehmungsdienstleistungen zählen. Diese Wirtschaftszweige müssen die chronische Exportschwäche ausgleichen. Agrarprodukte wie Kartoffeln, Wein, Zitrusfrüchte sind die wesentlichen Ausfuhrgüter, dazu kommen Textilwaren, Zement, Pharmazeutika, Re-Exporte von Pkws.
Der auf politische und wirtschaftliche Krisen besonders empfindlich reagierende Tourismussektor (hoch entwickelt, aber deutlich teurer als andere mediterrane Destinationen) mußte Einbußen hinnehmen. Ab 2001 sind die Besucherzahlen rückläufig (2001: 2,7 Mio., 2010: 2,17 Mio.) Der Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) belief sich auf 21 % (2001), aber nur noch auf 10,6 % in 2006. Fast eine Million englische Touristen kamen 2010 in den Süden Zyperns. Mit weitem Abstand folgen Besucher aus Russland (223.900) und Deutschland (139.200, 1997 waren es noch 250.00), Griechen (127.700) und Schweden (109.700). Die einheimischen Tourismusexperten wollen weg vom „sun and sea“-Produkt. Das Angebot soll vielfältiger werden: man denkt an Kulturtourismus, an Sport-, Religions-, Medizintourismus und auch an Casinos.