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Ein Islam zum Wohlfühlen, durchmischt mit altem Glauben. Tolerant und offen gegenüber Andersgläubigen – so sind 80 Prozent der Einwohner Malis. Vom Verbreiten der Botschaft mit Feuer und Schwert ist nicht viel zu spüren. Eher mit Geist und Seele. Unzählige Paar Schuhe vor schmalen Eingängen in Lehmhäuser künden von Koranschulen. In Djenné, 130 Kilometer flußabwärts von Mopti entfernt, hängen Buben an den Lippen des verehrten Lehrers, in der Hand Korantafeln – und das mitten auf der Straße. Es scheint nicht viel Zeit vergangen zu sein, seit der Gründung der Stadt im 9. Jahrhundert. In den engen Gassen Djennés müssen Passanten schon mal zur Seite springen wenn ein hoher geistlicher Würdenträger mit seiner Gefolgschaft promeniert, das gebietet der Respekt. Dann lassen auch die Handwerker ihre Arbeit für einen Moment ruhen, um sich vor dem honorigen Mann zu verbeugen. Erst danach beginnt das Hämmern der Goldschmiede, das Surren der Schneider, das Schaben der Holzschnitzer von Neuem. Die hohen Häuser lassen kaum Sonne hinunter in die Gassen, in denen juwelengeschmückte Mädchen und Frauen umherhuschen und Männer an Straßenecken ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen – plaudern und starken, süßen Minztee trinken.

Wie so vieles andere in Djenné haben die Nomaden aus dem Norden, aus der Sahara, auch den Minztee an den Ufern des Niger eingeführt. Djenné liegt an einer Handelsroute auf der die Wüstenbewohner Salz (und im Zuge dessen auch gleich den Islam) nach Schwarzafrika brachten, im Tausch gegen Gold, Elfenbein, Kolanüsse und Sklaven. Die Blütezeit der Stadt war im 14. und 15. Jahrhundert, heute hat ihr Mopti eindeutig den Rang abgelaufen. Montags, am Markttag, kann man sich vorstellen wie es damals in Djenné zugegangen sein mag. Am Platz vor der riesigen Moschee brodelt es, die Bewohner der umliegenden Dörfer genauso wie weitgereiste Händler und Bauern verkaufen und tauschen hier ihre Güter.

Moschee Djenne / Mali
Markttag inDjenné vor der Moschee

An ein Durchkommen ist kaum zu denken, Säcke und Körbe versperren den Weg. Fulbefrauen mit kostbarem Goldgeschmeide geschmückt beherrschen die Szene. In farbschillernde Kopftücher gehüllt, prüfen sie das reichhaltige Angebot. Ihre Männer hüten derweil das Vieh. Nicht nur das Eigene – sie sind Profis. Schwarze Cowboys praktisch, gefragt in der ganzen Sahelzone.

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