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Das kleine Gumo mit seiner archaischen Lebensart ist Zwischenstation am Weg von der üppigen Küste Westafrikas in den knochentrockenen Norden. Um hierherzukommen kann man, statt den Landweg über schlecht asphaltierte Straßen zu nehmen, sich in Akosombo, nur eine Autostunde vom Flughafen der Hauptstadt Accra entfernt, auf der Yapei Queen einschiffen.

Lake Volta / Westafrika
Einschiffung auf einem Fährschiff auf dem Volta-Stausee

Das Fährschiff übersetzt den riesigen Volta-Stausee und bringt den Reisenden binnen 24 Stunden vom tropischen Süden in die Savanne. 24 Stunden, in denen die ruhigen Ufer des Volta vorbeigleiten, genügen gerade, um Europa zu vergessen und sich aufs Abenteuer Afrika einzustimmen. Das Leben an Deck ist unglaublich bunt: untertags ist Handeln und Feilschen angesagt, die Fähre gleicht einem dieser chaotischen afrikanischen Märkte. Das Angebot reicht von Lux-Seife und Haarspangen über T-Shirts mit dem Aufdruck „Hard Rock Café New York“ und traditionell gewebten Stoffen bis hin zu Tomaten, Zwiebel und Yams. Die Fähre kreuzt den Volta unzählige Male, jedesmal beim Anlegen und Aussteigen ist großes Trara. Die Ankommenden müssen begrüßt, die Wegfahrenden verabschiedet, Körbe auf Köpfe gehievt werden. Gegen Abend verwandelt sich das ganze Schiff in ein riesiges Wohnzimmer, jede Familie hat sich ein Terrain an Deck abgesteckt. Kochtöpfe klappern, die Babys saugen zufrieden an den Brüsten ihrer Mütter, manch einer singt und alle tratschen was das Zeug hält. Eine beliebige afrikanische Abendunterhaltung also, in einem beliebigen afrikanischen Dorf. Wie eben auch in Gumo, eine knappe Tagesreise auf der roten Sandpiste von der Fährenendstation entfernt.

Oder in Bolgatonga, Po und Yako – weitere kurze Ankerpunkte am Weg gen Norden nach Mali. Fast unmerklich verschwindet jegliches Grün aus der Landschaft, die Bäume weichen Dornensträuchern und alles wirkt plötzlich auf eine ganz andere Art exotisch – muslimische Kappen, riesige verzierte Lederhüte, Männer in weiten Bubus, Frauen mit bunten Schleiern und Lehmbauten im arabisch-sudanesischen Stil erinnern bereits mehr an 1001 Nacht, als an Schwarzafrika. Das Ziel entschädigt für die Mühsal der Anreise: Mopti, im Südosten Malis, mitten im Nigerbinnendelta, ist die Reise wert. Die große Lehmmoschee beherrscht die Altstadt, die vom Hafen durch einen Damm getrennt wird. Der Hafen, der lebendigste unter den Nigerhäfen Malis, ist die eigentliche Lebensader der Stadt.

Hafen von Mopti / Mali (Suedosten)
Der Hafen von Mopti im Südosten von Mali

Er wird bevölkert von Händlern und Marktfrauen, fliegenden Getränkeverkäufern und Kauflustigen. Alles strömt den Bänken des Niger zu. Riesige Kürbiskalebassen türmen sich am Ufer genauso wie in diesen Gegenden rares, wertvolles Brennholz. Unmengen von getrockneten Fischen werden von den Pinassen, Piroguen und Schiffen be- und entladen. Gesprächsfetzen und Gelächter, erregtes Handeln und aufgeregtes Anlegen schweben in einer Klangwolke über der Stadt. Am Abend ist die schillernde Kulisse ganz in kitschiges gold-rot-rosa getaucht, der Niger reflektiert die letzten Strahlen der untergehenden Sonne. Auf geheimnisvolle Weise sind 20 Minuten später die Straßen wie leer gefegt, nur einige Grillküchen haben noch geöffnet. Der Duft von saftigem Rinderbraten auf Holzkohlenfeuer verdrängt endlich den allgegenwärtigen penetranten Fischgeruch. Schnell noch ein paar delikat gewürzte Häppchen gegessen, bevor auch die letzten Straßenstände schließen. Denn Nachtleben ist praktisch nicht existent, hier im islamischen Sahel.

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