DAS PORTAL DEUTSCHSPRACHIGER REISEJOURNALISTEN

Das Wattenmeer in der Nordsee ist die größte zusammenhängende Wattlandschaft der Welt, ein einzigartiges Ökosystem, das Lebensraum für rund 250 Tiere und Pflanzen bietet, die nur hier vorkommen. Es ist neben dem alpinen Hochgebirge die letzte großräumige Naturlandschaft. 1985 wurde der durch Industrie, Landwirtschaft und Tourismus stark gefährdete einmalige Naturraum mit seiner Watt- und Wasserfläche, seinen Salzwiesen und Sänden unter Naturschutz gestellt und der "Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer" gegründet.

Keltengrab.jpg (20026 Byte)
Keltengrab

Eine nicht unumstrittene Naturschutzmaßnahme, die genügend Reibungsfläche zwischen Naturschützern und Naturnutzern bietet, die ihre Lebensgrundlage bedroht sehen. Uns Besuchern ist hier nur noch die Rolle des Zaungastes zugewiesen. Wir sind willkommen, aber bekommen einige Regeln mit auf den Weg.

An der schleswig-holsteinischen Westküste ist das Wattenmeer ist der Touristenmagnet. Jedes Jahr fahren an die 10 Mio. Tagesgäste zum Sonnen, Baden und Wattwandern hierher. Eine Befragung ergab, daß rund 80 % wohl schon einmal vom "Nationalpark Wattenmeer" gehört hatte, aber nichts von dessen Bedeutung.

Das Besondere am Watt ist, daß es im Sechsstundentakt von Ebbe und Flut trockenfällt und dann wieder überflutet wird. Diese Dynamik des ständigen Gezeitenwechsels hat eines der bedeutendsten und daher schützenswerten Feuchtgebiete der Erde entstehen lassen, wie es in anderen Großökosystemen nicht vorkommt.

Wenn bei Ebbe das Wasser aus dem Wattenmeer abläuft, bietet sich dem Menschen für ein paar Stunden die einmalige Chance, Meeresboden zu betreten, ohne von oben bis unten patschnaß zu werden. Dann ist die Stunde gekommen, daß sogar der Schlick Karriere macht. Die Menschen laufen barfuß im glucksigen Sand herum und erleben das Naturschauspiel von Ebbe und Flut hautnah.

Watt.jpg (32175 Byte)

Vielen reicht das schon. Wer aber dem wahren Kuriosum des Wattenmeeres auf die Spur kommen will, dem verlangt die Natur etwas mehr ab. Zwar lassen sich hier mehr als 2 Mio. Zugvögel häuslich nieder. Aber sie befinden sich meist in der Schutzzone 1, in die der Mensch keinen Zutritt hat. Auch die über 3.000 Seehunde, diese beliebten Schwimmkünstler, wahren Distanz zum Zweibeiner oder sind abgetaucht. Um Zuneigung zu den quirligen Pierwürmern und deren spagettiähnlichen Kothaufen zu gewinnen und damit dem Schlüssel dieses einzigartigen Ökosystems auf den Grund zu kommen, muß man sich erst tief bücken. Das Wattenmeer macht es einem nicht leicht.

Deshalb werden während der Ferienzeit überall in den Ferienorten an der Küste und auf den Inseln von verschiedenen Naturschutzverbänden Wattwanderungen organisiert, die von geschulten Wattführern begleitet werden. Sie helfen dabei, das reichhaltige, vielfältige Leben entdecken. Da das Watt einige Risiken birgt, sollte man ohnehin nie allein und nie ohne Uhr ins offene Watt hinausspazieren.

Seite 1 / 2 / 3 / 4 / 5 / 6 (Infos) / zur Startseite



Reiseinformationen zu diesem Reiseziel

Reiseveranstalter Deutschland




home | Länder A - Z | Reiseführer | Länderinfos | Kulinarische Reisen | Städtereisen Deutschland | Urlaub in Deutschland
Reiseführer Berlin | Reiseführer Bonn | Reiseführer Bremen | Reiseführer Dresden | Reiseführer Münster

 

Twitter
RSS