Wattenmeer

Natur ohne Ende

Text und Fotos: Beate Schümann

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Leuchtturm von Westerhever

Das Wattenmeer an der Nordsee bietet die einmalige Chance, auf dem Meeresboden zu laufen. "Wat‘n Watt!" - staunen wir, als wir auf der Deichkante stehen und in die unendlich weite Wattlandschaft hinausblicken. Die Nordsee hat sich für ein paar Stunden zum Horizont zurückgezogen. Geblieben ist ein Haufen platten Sandes, durch Wasser und Wind geriffelt, Wasserpfützen, sich wurmartig windende Priele, Algenreste, Würmer, Krabben und Krebse. Wolkenherden galoppieren über alles hinweg. Mehr optische Attraktionen hat das Watt auf den ersten Blick nicht.

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Watt bei St.Peter-Ording,  Foto: Antelmann

Gerade darum scheint es jedoch so viele Menschen anzuziehen. Was die Anziehungskraft ins Suchtartige gedeihen läßt, ist diese schwer erklärbare, emotionale Mischung aus jodhaltiger Luft, den Signalrufen aufsteigender Vögel und dieses sagenhafte Gefühl von Freiheit, das in dem schier grenzenlosen Horizont liegt. Die Weite der Natur löst Empfindungen von Gelassenheit, Bescheidenheit, Freiheit und Frieden aus. Sie regt die Fantasie an, man kommt zu sich. Gedichte werden erdacht, Hymnen geschrieben, Grübeleien in den Wind geblasen. Krisen lösen sich in Luft auf. Kein Windsor-Castle, kein Louvre kann mithalten, wenn man im Watt oder auf den schnurgeraden Deichen zwischen den weidenden Schafen hindurch endlos spazierengeht.

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