DAS PORTAL DEUTSCHSPRACHIGER REISEJOURNALISTEN

Von der Savanne über den Regenwald ins Hochland der Anden

Anden1.jpg (19650 Byte)
Blick auf Merida, den wichtigsten Ort am Fuße der 5000er

Gewaltige Berge umgeben die Andenstadt Merida. Auf 1625 Metern Höhe gelegen sind die Temperaturen selbst mittags erträglich. Abends wird es angenehm kühl, im Vergleich zur Savanne, wo die ganze Nacht der Ventilator surrte und wir es im Jeep ohne offenes Fenster nicht ausgehalten hätten. Merida ist umgeben von den Ausläufern der Anden, die hier, kurz vor der Karibik, immer noch knapp über 5000 Meter reichen. Die großartige Kulisse am zentralen Plaza Bolivar lassen wir bei einem heimischen Café auf uns wirken: der Pico Humboldt (4942 m), der Pico Bonpland (4883 m) und die Schneehaube des höchsten, des Pico Bolivar (5007 m), scheinen an einem klaren Tag wie heute zum Greifen nahe. "Da habt Ihr ganz schön Glück", unterbricht meine Tischnachbarin unsere Begeisterung, "die meiste Zeit sind die Berge hier in Wolken, wegen der Nähe zum Meer". Maria kommt aus Caracas, hat hier studiert und lebt seitdem in Merida. In die hektische Hauptstadt möchte sie nie wieder zurück. In gebrochenem Deutsch macht sie uns auf die Reiterstatue auf dem Platz aufmerksam. Es ist der Freiheitskämpfer Bolivar, der in Venezuela allgegenwärtig zu sein scheint, selbst die Währung ist nach ihm benannt. Simon Bolivar (24. Juli 1783-17.Dez.1830) stammte aus einer vermögenden Aristokratenschicht. Er widmete mit Erfolg sein ganzes Leben der Befreiung seines Kontinents von der spanischen Herrschaft. Mit der Forderung für eine gerechtere Landverteilung und Befreiung der Sklaven brachte er einen Großteil der Bevölkerung hinter sich, darunter auch die Llaneros mit ihrem Anführer José Antonio Páez. 1819 besiegten sie erstmals die Spanier und hatten Glück, daß der Nachschub, der in Spanien ausgebildet wurde, revoltierte. Am 24. Juni 1821 wurde nach der Entscheidungsschlacht von Carabobo die Unabhängigkeit des Landes ausgesprochen. Nach weiteren Kämpfen folgten Kolumbien, Ecuador und Peru.

Maria dämpft unsere naive Vorstellung, in wenigen Tagen schon auf dem Gipfel des Pico Bolivar in über 5000 Metern zu stehen. Die höchste Seilbahn der Welt, deren Betrieb 1993 nach einem Unfall eingestellt wurde, fährt immer noch nicht. Nach 12,5 Kilometern Länge erreichte man die Endstation unterhalb des Pico Espejo. "In kurzer Zeit konnte ein Höhenunterschied von 2400 Metern überwunden werden" erzählt uns Maria, "doch für den Kreislauf war das ein Schock und viele Touristen haben die schnelle Umstellung an die dünne Luft nur schwer vertragen". Die Variante, die heute von einigen Indianern als Bergführern angeboten wird, zu Fuß auf 5007 Metern zu steigen, bedeutet einen Gewaltakt selbst für trainierte Bergsteiger. Fünf Tage soll der gesamte Trip dauern, die Ausrüstung wie Zelte, Isomatten, warme Jacken und was sonst alles nötig ist, wird gestellt, doch die Kondition muß jeder selber mitbringen. Wir entschließen uns lieber für einen Mietwagen, um die Anden auf diese Weise zu erklimmen.

Seite 1 / 2 / 3 / 4 / 5 / 6 / 7 / 8 / 9 / 10 (Infos) / zur Startseite



Reiseinformationen zu diesem Reiseziel

Reiseveranstalter Venezuela




Twitter
RSS