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Safari durch die Savanne

Es ist fünf Uhr morgens, als Jean an der Tür unserer Lodge klopft - das vereinbarte Zeichen, um die leichte Bettdecke zu verlassen, schlaftrunken unter die Dusche zu wanken und in die Kleidung zu schlüpfen. Als Vorbereitung zur Exkursion durch das Tierparadies der Savanne wird ein ausgiebiges Frühstück mit Rühreiern, Maisfladen, kräftigem Kaffee und frisch gepreßtem Fruchtsaft serviert.
Müde kauern wir im Jeep, draußen dämmert es bereits. Plötzlich taucht im Lichtkegel das erste Gürteltier auf, das eilig die Fahrbahn quert, um sich im Dickicht des Savannengrases unseren Teleobjektiven zu entziehen. Wenig später eine Schildkröte. Sie legt ihre Eier während der Trockenzeit, um dann in der Regenzeit mit ihren Jungen die Lagune wieder aufzusuchen. Während dieser Periode sind die Wasseradern der Llanos für Monate mit dem Fluß verbunden. Selbst Delphine ziehen dann über die Wasserarme weit ins Inland hoch. Jetzt in der Trockenzeit kommen die Tiere der Savanne morgens und abends zu den wenigen Wasserlöchern, was für uns die beste Zeit ist, sie zu beobachten. Die graubraune Erhebung an der Wasseroberfläche, die nach langer Suche in meinem Fernglas auftaucht, ist keineswegs eine Insel, sondern der Kopf eines Flußkrokodils, das gerade nach Beute Ausschau hält. Wenig später entdecken wir am Ufer ein zweites in voller Schönheit, das sich die Morgensonne auf die Lederhaut scheinen läßt. Wie ein riesiges Klappmesser schnellt es herum, als wir uns mit unseren großen Teleobjektiven anschleichen und verschwindet blitzschnell in den Fluten. Mit ähnlicher Geschwindigkeit vollzieht sich eine Attacke auf einen der Stelzenvögel, die uns wenig später den Atem stocken läßt. Wer nicht schnell genug die Füße aus dem Wasser bekommt und den Urviechern davonfliegen kann, wird zum Frühstück verspeist.

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Dort, wo es feucht und sumpfig ist, halten sich die Wasserschweine
besonders gerne auf. Sie sind an ihrer typischen Haltung schnell
zu erkennen und lassen uns dicht an sich heran

An einem anderen Wasserloch tauchen endlich die schon lange angekündigten Wasserschweine auf. Eine große Familie der Capivara hat sich hier versammelt und läßt sich von uns kaum aus der Ruhe bringen. "Sie können bis zu 50 Kilogramm schwer werden", informiert uns unsere Guide in fließendem Englisch. "Sie sind die größten Nagetiere der Erde. Typisch ist ihre sitzende Haltung". Daß sich die Tiere in dem Morast der Lagune pudelwohl fühlen, steht außer Frage. Die Vielfalt der Vogelwelt variiert mit der Jahreszeit. Störche und Reiher, aber auch die Orinoko-Ente und über 300 andere Vogelarten finden hier im Laufe des Jahres einen reich gedeckten Tisch. Nach langem Suchen entdeckt Jean den Eingang einer Erdhöhle wieder, in der eine Eule brütet. Die aufmerksame Vogelmutter entdeckt uns sehr bald und starrt uns vom Seitenausgang mit ihren großen grünen Augen an. Zehn bis fünfzehn Minuten dauert unsere Begegnung, dann wird dem Nachtvogel unsere Ausdauer zu bunt, und er kriecht in die Höhle zurück.
Auf der Hazienda steigt uns der Duft von frisch gegrillten Steaks in die Nase. Dazu gibt es wieder ein eisgekühltes Bier mit dem Eisbären darauf ...

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