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Zwischen Krokodilen und Cowboys – die Savanne

Vor uns spielt sich eine Szene wie in einem Hollywoodstreifen ab: Llaneros reiten auf ihren kleinen Pferden mit Cowboyhut und Stiefeln, Lasso und weiten Umhang an den Sattel gebunden. Rinder versperren uns den Weg - zwanzig, dreißig oder auch vierzig Tiere. Sie lassen sich nicht von unserem Hupkonzert beeindrucken, wir warten also, bis sie an unserem Jeep vorbeigezogen sind. Eine von ihnen findet an der Stoßstange gefallen und reibt sich daran genüßlich den Nacken - wo die Liebe so hinfällt... Erst als einer der Cowboys mit mir unverständlichen Worten sie antreibt, findet der kurze Flirt ein Ende. Wir befinden uns auf dem Weg zur Rinderfarm San Leonardo, die gut sechs Stunden südöstlich von San Fernando de Apure liegt. Eine stundenlange Fahrt über staubige Savanne, die sich an der Grenze zu Kolumbien über 600 Kilometer Länge ausbreitet. Gestern noch haben wir in San Fernando, der Hauptstadt des Bundesstaat Apure, mit den Llanos-Cowboys an der Bar gesessen und bei einem Drink ihren Lieder gelauscht, die voller Romantik das harte Leben der Cowboys besingen. Daß sie damit nicht übertreiben, soll uns heute unter sengender Sonne in der weiten Savanne schnell deutlich werden. Immer wieder passieren wir auf dem Weg zur Farm Weidezäune, die sich in der endlosen Weite verlieren.

Das aufspritzende Wasser holt mich nach einem Nickerchen wieder in die Realität zurück. Mit Vollgas rast Carlos durch die Wasserstelle, die plötzlich hinter einer Buschdurchfahrt auftauchte. Mit den letzten Umdrehungen des Vier – Liter – Diesels stehen wir wieder auf trockenem Boden. Am Rande fliegt ein riesiger Schwarm roter Ibisse aufgeregt davon. Wenig später nimmt ein Ameisenbär vor uns Reißaus. Durchgeschüttelt rollen wir nach sechs Stunden Fahrt auf der Hazienda ein, gerade rechtzeitig, um ein seltenes Schauspiel mitzuerleben.

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