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Entweder dem Geruch nach, oder den Menschen folgen - dort gibt es immer etwas zu sehen.

Kurz nach dem Yellowstone River, in dem die Angler bis zum Bauchnabel im Wasser stehen, riecht es nach Schwefel, faulen Eiern oder wie man es auch sonst beschreiben soll. Die ersten Geysire tauchen links der Straße auf. Die Bezeichnung »Mud Vulcano« könnte nicht besser sein: an verschiedenen Stellen brodelt und blubbert die Erde, graubrauner Schlamm wird hoch gedrückt, Dampf steigt aus Felsspalten empor. Im gesamten Yellowstone Nationalpark ist die Erdkruste so dünn, daß die heißen Gase an vielen verschiedenen Stellen zu Tage treten..

Yellowstone Nationalpark / Wyoming.
Yellowstone Nationalpark

Vor über zehn Jahren hat ein Großfeuer zwischen Canyon Village und Norris getobt. Wie Mahnmale stehen die kahlen Stämme beiderseits der Straße. Doch was ist hier los? Warum parken da so viele Autos? Was suchen die Menschen dort? Neugierig halten auch wir an und bekommen schnell die drei »Elks« gezeigt, die es sich im jungen Grün gemütlich gemacht haben.

Yellowstone Nationalpark
... im Yellowstone Nationalpark

Bis auf Telereichweite lassen uns die stattlichen Hirsche heran. Als sich einer von ihnen erhebt gehen alle vorsichtig einige Schritte zurück. Gemütlich stolziert er über das Unterholz, zupft hier etwas Gras, dort einen Sprößling... Das man im Yellowstone viele Tiere sehen kann hatten wir ja gelesen, doch das wir so nah heran kommen, daß hatte keiner von uns erwartet.

Nach dieser Aufregung beschäftigt uns die Frage, wo wir heute ein Quartier mit unserem Mobilhome finden werden. Laut Reiseführer sollten wir in der Hauptsaison vorab einen Platz reservieren, doch so frei wie wir uns mit dem Camper bewegen, möchten wir heute nicht sagen wo wir morgen sind. Wir vertrauen auf unser Glück, auch wenn am Eingang in den Park bereits fünf Plätze als besetzt angeschrieben waren. Unser Optimismus wird am Norris Campground etwas getrübt »no vacency« Also weiter Richtung Norden. Am Indian Creak heißt uns ein engagiertes Rangerehepaar willkommen. Auf meine vorsichtige Frage, ob noch ein Platz frei sei kam ein selbstverständliches: „of course!“ Die Rangerin zeigt uns Platz Nummer 33 mit Picknickbank und Grill. Sie warnt uns gleichzeitig vor den Grizzly „Wir haben sehr viele Bären hier in der Gegend, doch wenn Sie kein Essen draußen stehen lassen, dann gibt es keine Probleme“ „Und wie ist es mit den Kindern“ hake ich schnell nach „die wollen im Zelt schlafen?“ „Dann sollten sie keine Creme oder Bonbons im Zelt lassen. Auch nach dem Zähneputzen das Wasser nicht auf den Boden schütten, damit Bären nicht durch den Geruch angezogen werden“. Ihr Wunsch nach einer Guten Nacht klingt nun fast schon ironisch in unseren Ohren. Mit dem Campground haben wir einen idyllischen Platz im lichten Pinienwald gefunden, natürlich belassen und die fehlende Dusche haben wir ja an Bord unseres Reisemobils. Grizzlybesuch hatten wir keinen!

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