Selbst beim alljährlichen Kentucky Bourbon Festival in Bardstown ist Whiskey eine umstrittene Angelegenheit. Die Veranstalter des Festivals haben sich die Einwände der Kritiker offenbar zu Herzen genommen, denn in den Festzelten fließen Cola, Limonade und jedes erdenkliche Süßgetränk, auf keinen Fall aber Alkohol und schon gar nicht der Bourbon, dem das Fest eigentlich gewidmet ist. Verkauft wird er lediglich als flüchtiger Bestandteil von Saucen, Sirups, Marmeladen und Gewürzmischungen, die mit den Whiskeys der verschiedenen Brennereien verfeinert wurden. Bei Einbruch der Dunkelheit ist der jugendfreie und kinderfreundliche Spaß vorbei, und niemand scheint sich über eine solche Veranstaltung zu wundern.
Das Alkoholverbot beim Whiskey-Festival ist symptomatisch für das heutige Kentucky, das den Bourbon zwar produziert und auch verkaufen will, aber nicht mehr mit Überzeugung zu ihm stehen mag.

Henry Clay jedenfalls, der amerikanische Senator aus Kentucky, der während seiner Amtsperiode im neunzehnten Jahrhundert immer ein Fass Whiskey mit auf den beschwerlichen Weg nach Washington nahm, um dort "das Räderwerk der Regierung zu ölen", hätte heutzutage Schwierigkeiten mit seiner Wiederwahl. Und wenig opportun wäre inzwischen auch Mark Twains eindeutiges Bekenntnis: "Von gutem Bourbon kann man nie genug haben".

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