Kentucky

Quarterhorses & Kentucky Straight Bourbon Whiskey
Text und Fotos: Volker Mehnert
Whiskey, Tunichtgute,
Zügellosigkeit - nicht in Kentucky, nicht im Abstammungsland
des legendären Kentucky Straight Bourbon. Nicht mehr, denn
bevor die Puritaner des "Bible Belt" ihren schwer verständlichen
Konservatismus etablierten, herrschte im Bluegrass County Weltoffenheit
und Fortschritt. Zeitlos scheinen allein die Gestüte der edelsten
Pferdezüchter Amerikas, die der Region um Lexington eine noble
Atmosphäre verleihen - aber auch die Widersprüchlichkeit
der vorherrschenden Lebensart verdeutlichen.
Eine Betrachtung von Volker Mehnert.

Konservativ, statisch und Rückwärts gewandt - in Kentucky bewegt sich der Strom der Zeit langsamer als im Rest der Vereinigten Staaten, kommt zeitweise völlig zum Stillstand und fließt manchmal sogar zurück. Zwischen den Hügeln des Bluegrass Country, dort, wo im Frühjahr das Rispengras auf den Wiesen und Weiden bläulich schimmert, verliert sich die moderne Welt. Man fährt über holprige, kurvenreiche Landstraßen, vorbei an windschiefen Scheunen und ärmlichen Holzhäusern mit verbeulten Briefkästen. Manche Dörfer bestehen lediglich aus einer Handvoll weit verstreuter Bauernhöfe und haben nicht einmal einen Namen. Statt Neonlichtern sieht man verblichene Reklametafeln, und der Supermarkt hat den dörflichen Gemischtwarenladen noch nicht verdrängt. An einer Kreuzung steht eine Zapfsäule aus der Frühzeit des Autoverkehrs, daneben sitzt ein alter Mann in seinem Schaukelstuhl und wartet vergeblich auf Kunden. Einfache Saloons machen hier weiterhin die Fast Food Lokale überflüssig, und aus der antiquierten Musikbox tönen die schrillen Banjo-Klänge eines Bluegrass Songs, Kentuckys Variante der Country and Western Music, deren Texte vornehmlich von Heimat, Religion, Familie, Tod und Traurigkeit handeln.

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