Die großen Zeiten der Weltmeisterschaft sind vorbei, und die besten Spieler kicken mittlerweile in Argentinien und Europa. Doch die Begeisterung für den Fußball ist in Montevideo ungebrochen. Spiele im Estadio Centenario sind noch immer ein kleiner Fußball-Karneval: Jede gelungene Aktion wird begleitet von einer Begeisterungswelle, als sei das entscheidende Tor gefallen. Konfettiregen, Girlanden, Feuerwerkskörper und Raketen produzieren auf den Rängen ein enthusiastisches und gefährliches Getümmel, das zwar kaum internationalen Sicherheitsmaßstäben entsprechen dürfte, hier jedoch zur Normalität gehört.
Fußball ist und bleibt der Kristallisationspunkt der kleinen uruguayischen Nation, und an ihm relativiert sich in Montevideo letztlich alles: die tristen Fassaden des Zentrums, der Zerfall der Ciudad Vieja, die Freuden des Strandlebens, die Passion für den Mate und der Stolz auf den Gaucho-Charakter. Solange Fußball gespielt wird, ist alles andere zweitrangig, und das Estadio Centenario bleibt das Herz von Montevideo, von Uruguay.

Beide Bilder: Ausstellungsstücke im
Gaucho-Museum
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