Uruguay - Montevideo
Die Hauptstadt eines Bauernhofes

Montevideo trennt sich nur ungern von der Vergangenheit

Text und Fotos: Volker Mehnert

Glücklich sind die Städte in den Tropen und Subtropen, die ihren eigenen Strand vor der Haustür haben. Die Menschen klemmen sich ein Handtuch unter den Arm und tauschen innerhalb von zwanzig Minuten ihre stickige Wohnung oder das miserabelste Stadtviertel gegen einen luftigen Platz an der Sonne ein. Selbst die Ärmsten genießen dort im Alltag ein Vergnügen, das anderswo in der Welt lediglich ein Teil des großen Urlaubstraums sein kann. Montevideo ist einer dieser Orte, die vom geographischen Glück begünstigt sind, und befindet sich in bester Gesellschaft mit Havanna, Santo Domingo, Veracruz, Rio de Janeiro und Valparaíso - lateinamerikanische Hafenstädte mit Palmen und Sandstränden, über die früher die Seeleute aus aller Welt ins Schwärmen gerieten, und deren Namen noch heute auf der Zunge zergehen. 

Trotzdem spielt der Tourismus in Montevideo keine gewichtige Rolle, auch wenn hin und wieder ein Kreuzfahrtschiff im Hafen anlegt und die Nachbarn aus Buenos Aires gelegentlich zum Einkaufen herüberkommen. Doch es gibt keine Besucherwellen, die die Stadt überschwemmen, und deshalb auch keine künstlich hergerichtete Touristenmeile und keine aggressiven Verkäufer, die den Fremden bedrängen.

Uruguay / Montevideo - Plaza Constitucion 1
Plaza Constitución

Nicht einmal am Strand entsteht ein touristisches Ambiente. Man findet nur wenig Spuren von der überbordenden Fröhlichkeit und dem Exhibitionismus an brasilianischen Stränden und hält vergebens Ausschau nach den selbstgefällig-theatralischen Auftritten, die von den argentinischen Badegästen in Mar del Plata oder Punta del Este inszeniert werden. Statt dessen herrscht Zurückhaltung, ein bescheidenes, aber gleichzeitig selbstverständliches Strandleben des einfachen Volkes und der Mittelklasse.

Seite 1 / 2 / 3 / 4 / 5 / 6 / 7 / zur Startseite



Reiseveranstalter Uruguay