Urlaub auf dem Wasser
Ob schwimmendes mehrstöckiges Hotel, langsam schippernde Einfamilienhäuschen, schlanke Ein- oder Zweisitzer oder schnittige lackierte Bretter, allen ist eines gemeinsam: Hauptsache genügend Wasser unter dem "Kiel". Flüsse, Kanäle, Seen und das offene Meer bieten vielerlei Möglichkeiten Ihren Urlaub auf dem Wasser zu verbringen. Während Kajaks, Kanus und Surfbretter jemanden schwerlich ohne körperlich aktives Zutun zum Ziel bringt, lässt sich die Fahrt mit einem Hausboot deutlich entspannter an, so hat jeder die Wahl nach eigenem Gusto. Unsere Autoren waren weltweit mit Paddel, Segel, Steuerrad oder anderen Hilfsmitteln auf dem Wasser unterwegs und berichten über ihre Erfahrungen. Für eine Kreuzfahrt auf größeren "Pötten" bietet Ihnen vielleicht unser Kreuzfahrt-Special einen Tipp für Schiffreise.

Deutschland
Hausbootferien auf Mecklenburgs Seen. Schifffahrtszeichen gilt es zu beachten. Die Müritz weist zwar eine Tiefe bis zu 31 m auf, aber an dem durch den Nationalpark geschützten Ostufer mit seinen Feuchtgebüschen und Schilfzonen ist sie weiträumig nur einen Meter tief. Rote und grüne Tonnen begrenzen die Fahrrinne, ein weißes Quadrat, das auf der Spitze steht, markiert die Ausfahrt aus dem See. Und auch das Befahren der engen Schleusen will gelernt sein. Gut, das jeder vor der Übergabe beim Bootsverleiher die Schulbank drücken muss. Mindestens drei Stunden dauert die gründliche Einweisung in die Technik an Bord und Grundregeln des Wasserstraßenverkehrs. Mit der danach ausgestellten Charterbescheinigung dürfen Urlauber seit 2003 mit einigen Schiffstypen auch ohne Bootsführerschein auf den Binnengewässern „herumschippern“.
Einfach treiben lassen auf der Mecklenburgischen Seenplatte. Mit
mehr als tausend Seen gehört die Mecklenburgische
Seenplatte zu den geruhsamsten Ecken Deutschlands. Kanäle, Flüsse
und Bäche verbinden die großen und kleinen Gewässer
miteinander und schaffen ein Revier für Wassersportler, das
einlädt, sich einfach treiben zu lassen. Zu den beliebtesten Routen gehört die 184 Kilometer lange Müritz-Elde-Wasserstraße.
Ihr schönstes Teilstück beginnt in Plau. Wahrzeichen der
typisch mecklenburgischen Kleinstadt ist der wuchtige Burgturm.
Mit Kajak, Floß und Wasserschuhen unterwegs in Mecklenburg. So darf ein Urlaubstag zu Ende gehen! Nach mehreren Stunden ruhigen Paddelns auf dem Labussee und auf dem Retzsee beginnt langsam der Magen zu knurren. Doch Nino Jörend, eine Art Mecklenburgischer Huckleberry Finn, hat bereits eine schmackhafte Suppe zubereitet, die in einem großen Topf am Heck seines Holzfloßes vor sich hin köchelt, als die hungrigen Bootsfahrer mit ihren Kajaks und Kanadiern anlegen und auf das Floß klettern.
Website: http://www.auf-nach-mv.de
Von Schwerin nach Berlin - eine Kahnpartie
durch die Provinz. Für die Strecke braucht man mit dem
Auto etwa zwei Stunden, vorausgesetzt man steht nicht im Stau. Wer es nicht
eilig
hat,
kann allerdings auch acht Tage unterwegs sein. 298 Kilometer bei sechs
Stundenkilometern und 25 Schleusen - das kostet Zeit. Die Mecklenburger und märkischen Seen, durch unzählige Kanäle
miteinander verbunden, bilden die gewässerreichste Region Europas.
Von Schwerin bis Waren an der Müritz geht es stetig bergauf. Schleusen
gleichen das sanfte Gefälle aus und schaukeln das Schiff langsam nach
oben. Ab der Müritz-Havel-Wasserstraße beginnt dann die Talfahrt
Richtung Berlin.
Lüneburger Heide – waren das nicht Wandergruppen,
Volkslieder auf den Lippen und Hermann Löns im Gepäck?
Mag sein, doch es geht auch anders. Denn die Heide ist keine karge
Sandlandschaft, sondern durchzogen von Hunderten von kleinen Flüssen
und Nebengewässern. Natur pur ist in der Lüneburger Heide deshalb auch vom Boot aus
zu erleben. Begleiten wir unseren Autor auf seiner Paddeltour auf
romantischen Heideflüsschen. (Foto: Sven-Lukas Müller)
Fast lautlos gleitet der hölzerne Kahn durchs Wasser. Vor wenigen Minuten haben wir den Fährhafen verlassen und jetzt stakt uns der Fährmann mit seinem Ruder durchs flache Wasser der Spreekanäle. Was wäre eine Spreewaldreise ohne Kahnpartie? Eine Frage, die man ganz einfach mit eine „Halbe Sache“ beantworten könnte. Ein halbe Sache wollten wir uns nicht vorwerfen lassen und so haben wir uns in Lübben dem Fährmann anvertraut und eine Tour rund um den Ort sowie in Richtung Oberer Spreewald gebucht. Eine Reise in die einzigartige Welt der Fließe und Kanäle, die den Spreewald durchziehen.
Polen
Mit dem Hausboot unterwegs im Weichselwerder im Norden Polens, einer im Vergleich zu Masuren touristisch noch wenig entdeckten Region. Sanfte Wellen umspielen Natalias schneeweißen, über acht Meter langen Körper und schaukeln ihn leicht hin und her. Eine Woche lang wird sie mit uns im Weichselwerder im Norden Polens unterwegs sein. Sich in die Hände von unerfahrenen Skippern begeben, die gerade noch wissen, wo Backbord und Steuerbord ist, aber ansonsten keinerlei nautische Kenntnisse haben. Einen Führerschein benötigt man nicht, um das 12 PS starke Hausboot zu steuern.
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Niederlande
Jedes Wochenende, bevorzugt im Frühjahr oder Herbst, wenn
eine mehr als steife Brise das niederländische Ijsselmeer aufpeitscht, treffen sich kurz vor jenem Abschlussdeich, der Nordsee
und Binnenmeer voneinander trennt, die Anhänger des schnittigen
Windsurfersports. In Scharen bevölkern sie die Campingplätze
der beschaulichen Örtchen Makkum, Workum und Hindeloopen.
Skandinavien
Die Gudenå in Jütland gehört zu den schönsten Kanuwanderflüssen, die Dänemark zu bieten hat. Zeitweilig glaubt man sich in die tiefen Wälder Schwedens versetzt. Ein Großteil ihrer 160 Kilometer sind befahrbar. Der Oberlauf zeigt sich urwüchsig, dicht bewachsen und steht unter Landschaftsschutz. Die weit verzweigte Seenplatte um Silkeborg wird eingerahmt von den höchsten Erhebungen des Landes und auf dem Wasser kreuzen stattliche Freizeitboote. Während für den Oberlauf der Gudenå eine Genehmigung erforderlich ist und dieser Teil nur zu bestimmten Zeiten befahren werden kann, sind die Seen und der Unterlauf bis Randers das ganze Jahr für jeden Kanuten zugänglich. Der Fluss ist einfach zu befahren und doch abwechslungsreich, so dass man mit der ganzen Familie viel Freude haben wird.
Finnland ist bei Paddlern für seinen Wasserreichtum bekannt. Ein flüchtiger Blick auf die Landkarte reicht, um zu erkennen, dass die meisten Seen im Südosten des Landes zu finden sind. Ganz im Osten, unweit der Grenze zu Russland liegt das Saimaa-Seengebiet. Schier unerschöpflich sind die Paddelmöglichkeiten und nicht leicht zu beantworten ist die Frage nach dem wohin? Doch wer einmal in den Nationalparks Linannsaari oder Kolovesi war, der kennt die Antwort. Hier wartet eine der landschaftlich reizvollsten Strecken des gesamten Saimaa-Seengebiets auf ihre Entdeckung. Doch da die Route nicht markiert und das Inselgewirr dicht ist, heißt es: aufgepasst und sicher navigiert!
254 Kilometer lang ist der Dalsland-Kanal, aber nur zehn Kilometer dieser Wasserstraße sind von Menschenhand geschaffen. Der Rest führt durch eine naturnahe Seenlandschaft mit oft unbewohnten Ufern. Er ist leicht zu befahren, und auf der Strecke des eigentlichen Kanals ersparen Schleusen anstrengendes Umtragen. Auch wenn es im Sommer voll werden kann, lässt sich am Abend ein stiller Lagerplatz finden.
Frankreich
Er ist der Weg des Sommers unter der warmen Sonne des Südens, die Sehnsuchtsstrecke der Hausbootfahrer in Frankreich: der Canal du Midi. Auf 240 km verbindet er Toulouse mit dem Mittelmeer – als technisches Wunderwerk, das Freizeitskippern staunen und schwitzen lässt. 15 Jahre lang, nur mit Schaufel und Schubkarren, wurde das Kanalbett ausgehoben; mehr als sieben Millionen Kubiktonnen Erde und Gestein räumten 12.000 Arbeiter, darunter 600 Frauen, fort. 450.000 Platanen, Pappeln und Zypressen wurden entlang der Treidelpfade gepflanzt, 328 Brücken, Dämme, Aquädukte und 98 Schleusen gebaut. Und nicht, wie in anderen Revieren, gerade, kurze Schleusen mit einer Kammer und gelb markierten Schleusenbereichen, sondern mehrere hundert Meter lange Schleusentreppen mit vier, fünf, sechs, sieben, acht, sogar neun ovalen Kammern, die mehr als 20 Höhenmeter überwinden.
„Du wirst dich umsehen“, hatte ein Kollege zu ihr gesagt,
als sie erzählte, dass sie gemeinsam mit einigen Freunden per Hausboot
durch das Elsass fahren wollte. „Ein Boot zu lenken ist eine völlig
andere Geschichte, als per Auto auf Tour zu gehen.“ Ähnlich
klangen auch die Worte bei der Übergabe des Hausbootes durch den Mitarbeiter
der Charterfirma. Dort wurde aus der Theorie schnell Praxis. Eine erste
gemeinsame Fahrt zum Üben unterstrich das Gesagte. „Es war schon
mächtig komisch, ehe das Boot auf die Steuerbewegung reagierte. Das
hat gedauert. Außerdem musste ich mich erst an die imposanten Maße
gewöhnen.“
Im Holzboot durch das Sumpfgebiet im französischen Marais Poitevin. 16.000 Hektar umfasst die verwunschene Landschaft im westfranzösischen Dreieck zwischen La Rochelle, Poitiers und Niort. Als 'Grünes Venedig' wird sie gepriesen. Und ohne ein „baté“, wie das vorne breit und hinten spitz zulaufende Boot genannt wird, kommt hier niemand aus. Rund hundert Kilometer Länge umfasst dieses wilde Geflecht aus Gräben, Wasserläufen und Rinnen. Überall lässt sich halt machen. Ob an Picknick-Arealen oder in schmucken Dörfern wie Arçais, Damvix oder Coulon, dem Zentrum des Marais. Malerisch säumen die typisch niedrigen Häuser, weiß gekalkt und mit bunten Fenster-läden, den Kai, wo sich, wie überall in der Region, Kanus oder Boote leihen lassen.
Irland
Wer eine Irlandreise der besonderen Art plant und sich gerne mal als Binnenschiffer im Urlaub erleben möchte, für den bietet der Autor Albrecht G. Schaefer mit einer Kanalfahrt auf dem Shannon Erne Waterway, die dank Chipkarte, zu einem Kinderspiel wird, ein interessantes Urlaubsziel an. Zwar war der Kanal erst 1860 freigegeben worden, wurde aber bereits 1869 wegen zahlreicher Mängel stillgelegt. Kurz nach der offiziellen Wiedereröffnung am 23. Mai 1994 waren diese Mängel behoben. Jetzt sind fast ausschließlich Freizeitkapitäne unterwegs, Tourismus heißt die Handelsware, und die kommt vorwiegend vom europäischen Festland.
Kanada
Unser Autor Ole Helmhausen: Eigentlich bin ich eine Landratte und habe großen Respekt vor Schiffsvolk. Wie dieses sich in allen Gewässern zurechtfindet, Maschinenschäden behebt, Taue knotet und überhaupt immer und zu jeder Zeit Herr der Lage ist, bringt mich stets aus der Fassung. Und ihre schwimmenden Untersätze erst. Sie sind für mich die Domäne jener Leute, die entweder beruflich damit zu tun haben oder aber mit ihrem Geld nichts besseres anzufangen wissen. Kurzum: Mit Schiffe(r)n habe ich nicht viel zu tun. Auf die Idee, ein Hausboot-Wochenende auf den Ontario´s Kawartha Lakes bin ich zwar selbst gekommen, doch nicht ganz frei von Beklommenheit. Meiner Frau sagte ich, dass uns das Wochenende auf dem Wasser gut tun werde. Auch sie kennt Wasser nur aus dem Hahn. Sie sagte: "Das kann ja heiter werden."
Dirk Schröder war auf einer Flussfahrt in Ontario und berichtet: Zusammengepfercht sitzen wir in Ricks Van. Hinter uns stapeln sich
die Schwimmwesten und die wasserdichten Säcke. Auf dem Dach ist
ein Kanu festgezurrt, weitere vier haben wir im Schlepptau. Wir sind
gespannt auf die Abenteuer, die auf der 400 Kilometer langen Flußstrecke
im Land der Cree-Indianer im Norden von Ontario in Kanada auf uns
zukommen. Keiner aus unserer Gruppe hat den Albany-River und seine
Zuflüsse je befahren. Sind wir erst einmal unterwegs, gibt es
kein Zurück mehr, keine Straße, keine Bahnlinie, keine
Siedlung - Wildnis pur! Erst am Endpunkt, in Fort Albany, erwartet
uns wieder ein Ort. Ausgangspunkt
unserer Tour ist Cochrane. Die 4.500 Einwohner große Stadt wurde
1908 im Zuge des Eisenbahnbaus buchstäblich aus dem Boden gestampft
und ist heute ein wichtiges Zentrum der Region. Ontario, das zweitgrößte
Bundesland Kanadas, erstreckt sich bis hinauf zur Hudson Bay.
USA
Wer an jedem Tag auf einem anderen Gewässer paddelt, hätte die Seenplatte der Boundary Waters an der Grenze von Minnesota zu Ontario erst in sechs Jahren erkundet. Mit superleichten Kanus, die über Landverbindungen zwischen zwei Seen geschultert werden können, geht es in eine amphibische Landschaft, die mächtige Gletscher der letzten Eiszeiten aus dem Granit gehobelt und gekerbt haben. Die Zivilisation ist weit entfernt, Weißkopfadler kreisen am Himmel, und nachts heulen die Wölfe.
Madagaskar
Moderne Yachteinrichtungen wie Dusche oder Toilette gibt es nicht an Bord. Trinkwasser wird in einem großen Fass mitgeführt. Wer sich waschen will, holt mit dem Eimer Seewasser an Deck. Andere Bedürfnisse müssen vor vielen Augen über die niedrige Bordwand erledigt werden - mit einem sicheren Haltegriff an Wanten oder Aufbauten. Unser Autor Volker Jörn Walpuski berichtet von einem afrikanischen Segel-Abenteuer vor Madagaskar, wie es nur noch selten zu erleben ist.
Marokko
Bar bela ma, Meer ohne Wasser, nennen die Bewohner der Sahara die größte Wüste der Erde. Eines der lebensfeindlichsten Gebiete unseres Planeten ist ihr Territorium. Um so exotischer erschien der Plan von "Polarwolf' Michael Vogeley, in Marokko Wildflüsse mit Kanus zu befahren und in der Wüste zu paddeln. Michael treibt sich bevorzugt im Eis herum. Diesmal erkundete er die heißkalten Gefilde auf einem Fluß ohne Mündung.
Palau
Wer kennt den Namen der Kleininselwelt östlich der Philippinen und nördlich von Neuguinea? In der Sprache der Einheimischen heißt die seltsame Inselwelt Belau. Ingrid und Michael waren in diesem einzigartigen Minikosmos der mikronesischen Südsee, paddelten an unberührten Riffen und langen Sandstränden entlang, vorbei an Mantas und Haien. Das Paradies zählt zu den reizvollsten und einzigartigsten Kanuzielen im Stillen Ozean. Der Reiz der 343 Inseln gipfelt in den aus Korallenriffen gewachsenen Rock Islands, die zum Pflichtprogramm jedes Kajakbummlers gehören sollten. Die winzigen Eilande ragen wie üppig bewachsene Pilzköpfe aus dem in zahllosen Grün- und Blautönen schimmernden Meer. Nicht von ungefähr tragen sie den Beinamen "Green Gardens". Mit seinem einmaligen Panorama und den perfekten Riffen und Höhlen zählt Palau für den naturfaszinierten Kajakfahrer zu den attraktivsten Destinationen der Welt.
Zambia
‚Zwei Regeln, die unbedingt zu beachten sind - cremt Euch dick ein, die Sonne brennt ein bisschen stärker als bei Euch zu Hause. Und ganz wichtig, gebt acht auf die Flusspferde. ‚But, if you follow me, you will be on the safe side!‘ Da rutscht uns allen doch fast das Herz in die Hose. Aber um es gleich vorweg zu nehmen: Wir hatten auf der gesamten Kanutour auf dem Zambesi in Zambia eine unvergleichliche Naturerfahrung und nicht ein einziges Problem! Mit dem nötigen Respekt den hier lebenden Tieren gegenüber bietet eine Kanutour wirklich DAS Erlebnis, den Busch ganz nah zu erleben!
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