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Goldener Likörwein

Nach diesem „stressigen Sightseeing“ empfiehlt sich ein Abstecher ins „Strandbad“. Wie beim Stierblut, geht auch hier der irreführende Name auf die türkische Zeit zurück: Das vermeintliche Strandbad erweist sich als einladender Badetempel mit 28-32 Grad Celsius heißen Thermalquellen. Nach der Stadt, hinaus in die Natur. Die Grüne Lunge von Eger ist das Bükk-Gebirge, Ungarns größtes zusammenhängendes Waldgebiet. Vor dreißig Jahren wurde kräftig abgeholzt, um auch hier Platz für den Weinbau zu schaffen. Heute reicht das 900 Hektar große Gebiet bis an den Stadtrand von Mikolc, produzieren zweitausend größere und kleinere Keller Weißweine mit angenehmer Säure.

Ungarn Tokaj Weingut
Typisches Weingut des ungarischen Nordens

Sonnenblumenfelder säumen die Straße nach Szerencs. Das Landstädtchen an den Ausläufern der Zempliner Berge ist im ganzen Land für seine Zucker- und Schokoladenprodukte bekannt. Wie unterschiedlich Zucker sein kann, zeigt das Zuckermuseum neben der Zuckerfabrik: 800 Zuckerproben aus fünfzig Ländern sind hier ausgestellt. An den süd-östlichen Ausläufern der Zempliner Berge reifen wiederum Weinreben. Mit flinken Fingern sammelt Stephanie Berencz schimmelige, vertrocknete Beeren aus der reifen Traube und wirft sie in die Holzbutte, die in der ein Meter breiten Gasse zwischen den Furmint-Reben auf dem lehmigen Boden steht. In der Kühle des Morgens hat in Tokaj die Lese für den Traditionstropfen Aszú begonnen. Der goldene Likörwein ist das Markenzeichen des Weinviertels Tokaj-Hegyalja, seit Juni 2002 als UNESCO-Weltkulturerbe geschützt. Die Schönheit der ältesten Weinregion Ungarns erschließt die Tokaj-Weinstraße.

Ungarn Tokaj Straße
Tokaj: herausgeputzte Fassaden

Die Aszú- oder Ausbruchslese ist der wichtigste, aber auch zeit- und arbeitsaufwendigere Teil der Weinlese. „Pro Tag können unsere Arbeiter jeweils nur sieben bis zehn Kilogramm Trockenbeeren handverlesen einzusammeln“, sagt Stephanie Berencz, Kellermeisterin bei Disznókö. Das Weingut an den Ausläufern der Zempliner Berge hat sich als erstes und bislang einziges Weingut der Region bewusst für Besucher geöffnet. Der Rundgang beginnt am „Gelben Weinhaus“. Hinter der klassizistischen Fassade des einstigen Presshauses verbirgt sich heute eines der besten Restaurants der Region: das Csárda, das regionale Spezialitäten auf der Terrasse und im historischen Innern serviert.



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