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Musik aus Ungarn

Lutz Görner: „Joseph Haydn“
3CDs: Naxos NHB 30162
www.rezitator.de

Lutz Görner ist keiner von diesen Promi-Schauspielern, die im Vorbeigehen ein Hörbuch produzieren. Lutz Görner gehört auch nicht zu jener Sorte von Kehlkopf-Virtuosen, die jede Art von literarischer Vorlage – egal ob Bibel oder Krimi – deklamieren würden, um die Fans mal wieder im Wohlklang ihrer Stimme baden zu lassen. Dieser Vollblut-Rezitator ist ein Diener der Sprache – und manchmal auch ein Diener der Musik. Wohltuend nimmt er sich selbst zurück, wenn er diesmal die Lebensgeschichte des 1799 verstorbenen Joseph Haydn erzählt. Und immer wieder liefert Görner die Stichworte für musikalische Beispiele aus dem Schaffen dieser Vaterfigur der Wiener Klassik. 30 Jahre lang arbeitete „Papa“ Haydn im Dienste der Eszterházy-Fürstenfamilie – ständig wechselnd zwischen deren Familiensitz im 50 Kilometer östlich von Wien gelegenen Eisenstadt, dem Wiener Winterpalast und dem ländlich gelegenen Schloss Eszterháza im heutigen Ungarn. wd@saw

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Verschiedene Interpreten: „Soundtrip The Balkans“
CD: Reise know-how Sound ISBN 978-3-8317-5102-0
www.reise-know-how.de

Der Balkan ist die Nahtstelle zwischen Orient und Okzident. Mit ihrer Zusammenstellung von 14 Tracks lässt die CD-Compilatorin Anna Schasse de Araujo einige wesentliche morgen- und abendländische Musikströme gleichberechtigt nebeneinander fließen: Gestochen scharf intonierende Blaskapellen, die von virtuosen Trommlern zu immer neuen Tempo-Höchstleistungen angetrieben werden; Sufi-Trance und Zigeuner-Wehmut; die Ausgelassenheit einer dörflichen Feierlichkeit und großstädtische Techno-Perfektion. Zwar kann auch diese CD kann nur einen unterkühlten Hauch vermitteln von jener kulturellen Reibungshitze, die der Balkan-Besucher zu spüren bekommt. Aber die Spielfreude der hier vorgestellten Sänger und Musiker macht verdammt neugierig auf den musikalischen Reichtum der Region zwischen Adria und Schwarzem Meer. wd@saw

Beata Palya: „Adieu les complexes“
ACD : Naïve WN 145120 / Indigo
www.palyabea.hu

Ist sie eine Jazz-Sängerin oder orientalische Märchenerzählerin? Sind ihre Begleiter auf dieser CD eine Pop-Band oder einfach nur überaus temperamentvolle Volksmusikanten? Welcher Track dieser CD wurde mehr von Gypsy-Swing oder von persischen Harmonien beeinflusst? Wann klingt ihre Stimme nach Holly-, wann nach Bollywood?  Egal. Denn bei ihrer ständig herausfordernd wie auch immer wieder einschmeichelnd klingende Stimme fragt kein CD-Hörer nach jenen Quellen, aus denen Beata Palya ihre Inspirationen schöpft. - Nachdem die schwedischen Vokal-Hoffnungsträgerinnen ihre Karriere-Höhepunkte erreicht haben, horchten Jazz- und Weltmusik-Veranstalter immer öfter nach Osteuropa und entdeckten diese Sängerin aus einem kleinen ungarischen Dorf. Für ihr Debüt in der New Yorker Carnegie Hall im Januar 2009 wird Beata Palya angekündigt als „new voice in the international music scene, Hungary’s rising star“. Nix wie hin! wd@saw

 

Muzsikás: „Bartók Album“ (CD mit 80-seitigem Booklet)
CD: MU 001 / MV-NRW
www.muzsikas.hu
www.mv-nrw.de

 

Béla Bartók (1881-1945) war nicht nur ein Pianist und Komponist, sondern auch Volksmusik-Sammler. Er durchstreifte seine ungarische Heimat und verewigte mit einem Phonographen die Gesänge und Tänze der Landbevölkerung. Das Folklore-Ensemble Muzsikás (deutsch: Dorfmusikanten) benutzte 1998 diese Feldforschungs-Ergebnisse als Vorlagen für neue Interpretationen. Bei Konzerten und auf der CD ließen Muzsikás zwischendurch kurze Zitate aus Bartóks Original-Aufnahmen erklingen. Ein US-Label veröffentlichte diese Platte, Muzsikás erlangte damit Kult-Status in der Worldmusic-Scene. Nun präsentiert der in Wismar tätige Vertrieb MV-NRW eine – von der Band in Eigenregie gefertigte - Edel-Version dieser Bartók-Hommage mit einem aufwändig gestalteten Booklet (ungarisch, englisch). Es würdigt die Arbeit des Feldforschers Béla Bartók und beschreibt, wie sie ihn als Komponisten beeinflusste. wd@saw

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Verschiedene Interpreten:
“The Rough Guide To The Music Of Hungarian Gypsies”

World Music Network RGNET 1198 (deutscher Vertrieb: Edel)

 

The Rough Guide to the music of Hungarian GypsiesDie Londoner Tonträger-Produktionsfirma World Music Network hat Rough Guides mit  folkloristischen, aktuell poppigen und jazzigen Klängen aus beinahe sämtlichen Regionen dieser Welt zusammengestellt. Diese CDs sind empfehlenswerte musikalische Reisevorbereitungskurse; einerseits räumen sie Vorurteile über das jeweilige Reiseziel aus, anderseits geben sie wertvolle Anregungen für Konzertbesuche im Gastland. Ein typisches Beispiel für diese Arbeit ist der „grobe Führer zu der Musik der ungarischen Zigeuner“. Teilweise sehr abrupt wechseln sich dörfliche Tanzweisen hier ab mit aktuellen Großstadtklängen, in denen junge Roma-Musiker sogar die Möglichkeiten von Techno-Pop und Avantgarde-Jazz ausloten. wd@saw

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