DAS PORTAL DEUTSCHSPRACHIGER REISEJOURNALISTEN

Während dieses Spektakels hat niemand bemerkt, dass nicht weit von uns, höchstens drei Meter entfernt, durch Pflanzen gut getarnt, ein Gorillaweibchen mit einem Jungen sitzt. Der Nachwuchs ist höchstens ein Jahr alt. Wir können das Gorilla-Weibchen jetzt gut beobachten und fotografieren. Inzwischen hat der Silberrücken-Mann sein "Kugelspiel" beendet, sich wieder aufgerappelt und kommt nun den Berghang heraufgeprescht. Er muss uns bemerkt haben, denn er bleibt stehen und sieht uns an. Sofort halte ich meine Kamera vor die Augen. Um die Tiere zu beruhigen, geben die Ranger immer wieder Laute in "Gorilla-Sprache" von sich, um wohl mitzuteilen "wir sind keine Fremden, wir gehören zu eurer Art". Die Ranger kennen sich so gut aus, sie wissen genau, wie sie mit diesen Tieren umzugehen haben. Keine Sekunde habe ich Angst oder fühle mich bedroht. Es ist einfach nur ein überwältigendes Erlebnis, so dicht bei diesen Gorillas zu sein, sie zu riechen, zu hören und zu beobachten.

Uganda / Rwanda / Silberrückenmann
Silberrückenmann im Parc des Volcanes

Schließlich ziehen die Gorillas weiter - und wir hinterher! So geht es gut noch eine weitere Stunde kreuz und quer durch den Regenwald. Dann entdecken wir einen weiteren Silberrücken im Gebüsch. Wieder ist Vorsicht angebracht. Wieder "reden" die Ranger mit dem Gorilla, um ihn zu beruhigen. Wieder gelingt es uns, nahe an das Tier heranzukommen. Ganz langsam, Stück für Stück, schlagen die Ranger die Äste, welche die Sicht auf den Gorilla versperren, weg. Ich kann es einfach nicht fassen! Da sitzt so ein riesiger Gorilla direkt vor mir, nagt genussvoll an einem Stück Bambusrohr und lässt sich dabei nicht aus der Ruhe bringen. Unsere Kameras klicken um die Wette! Eine gute viertel Stunde beobachten wir den Silberrückenmann. Da zeigt der Ranger auf seine Uhr. Die Stunde, die wir bei den Gorillas sein dürfen, ist herum. Wir müssen zurück. Schweren Herzens trennen wir uns von diesem, wohl schon etwas älteren Gorilla und treten den Rückzug an. Es wird bergabwärts die reinste Rutschpartie! Durch den Regen ist der Boden immer schmieriger und rutschiger geworden. Wir haben alle Hände voll zu tun, um den Abhang hinunter zu klettern. Schritt für Schritt und an der Hand der Ranger gehen wir zurück. Endlich dürfen wir wieder laut reden und unserer Begeisterung Luft machen! Das war einfach unbeschreiblich!

Nach herzlichem Abschiednehmen von unseren freundlichen Rangern fahren wir mit Francis, der nicht weit vom Startpunkt im Landrover auf uns wartet, Richtung ugandische Grenze und von dort, vorbei an einem Fischerdorf, nach Kabale, der höchst gelegenen Stadt Ugandas. Auf 2000 Metern und inmitten einer wunderschönen Gebirgslandschaft mit steilen Berghängen, akkurat terrassierten Feldern und vielen kleinen Seen liegt dieses Städtchen. Und an seinem Rand das legendäre "White Horse Inn" - Hotel. Hier haben schon Hemingway übernachtet, Roosevelt und der Eingangs zitierte Winston Churchill.

Und dann geht es zurück, nach Kampala zunächst. Am späten Nachmittag erreichen wir die Hauptstadt Ugandas. Gut eine Stunde dauert es, bis Francis sich durch den abendlichen Großstadtverkehr geschlängelt hat, und es endlich zügiger in Richtung Entebbe weitergeht. Schließlich ist hier der Flughafen erreicht und es ist Zeit, Abschied zu nehmen: Von Francis und seinem bezaubernd schönen Land. Von Landschaften, die aussehen, wie aus der Schweiz geschnitten, von uralten Regenwäldern. Von Gorillaweibchen mitsamt Nachwuchs, von allein herrschenden Silberrücken von solchen, die vor lauter Übermut die Abhänge hinunter kugeln. Bleibt die Erinnerung, die an diese Reise sicher nie verschwindet.

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