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Türkei - Pamukkale
Eine Baumwollburg als geologisches Wunder

Text und Fotos: Karsten-Thilo Raab

Pamukkale heißt Baumwollburg, eine Bezeichnung die jene Landschaft im Umkreis des türkischen Denizli dem watte-weißen Aussehen ihrer Kalksinterterrassen verdankt. Dass derartige Naturschönheiten als touristische Attraktionen prädestiniert sind, ist nichts Neues, doch lohnt ein Besuch der atemberaubenden Gesteinsformationen unbenommen und - unbedingt. So war auch Karsten-Thilo Raab von der Magie dieses geologischen Wunders gefangen.

"Pamukkale" - ein Namen, der jedem Türkeifreund auf der Zunge zergehen dürfte. Denn hinter der wohlklingenden Bezeichnung verbirgt sich ein geologisches Wunder der Superlative, dessen wattig-weißes Aussehen bei der Namengebung Pate stand. Die warmen Wasser einer heißen Kalziumkarbonatquelle wandelten den Bergzug circa 19 Kilometer nördlich von der Provinzhauptstadt Denizli im Laufe der Jahrtausende in beeindruckende Sinterterrassen um. Das wohlig temperierte, bis zu 35 Grad Celsius warme Wasser ergießt sich seit Urzeiten von einem Becken in das nächste und schaffte so eine atemberaubende Gesteinsformation, die weltweit ihres Gleichen sucht.

Türkei / Pamukkale 1
Die Kalksinterterrassen in Pamukkale

Allerdings droht der Traumlandschaft auf einem Plateau gut 2000 Meter über der Ebene des Büyuk Menderes, des großen Mäanders, im Hinterland der Südägäis in zunehmenden Maße der Profitgier einiger findiger Geschäftsleute zum Opfer zu fallen. Die schneeweißen Becken mutieren zu kleinen, dreckigen Salzpfützen. Was offiziell als Folge langer heißer Sommer begründet wird, hängt jedoch ursächlich mit der Tatsache zusammen, dass mehr und mehr Wasser mittels kleiner Kanäle in den nahegelegenen Ort umgeleitet wird, um die Schwimmbäder der Hotels zu füllen, preiswerter als durch die öffentliche Versorgung.
Demgegenüber heißt es von anderer Seite, Wasser werde nur abends in den nahegelegenen Ort geleitet und diese Wasserentnahme stünde auch keinem Zusammenhang mit der Austrocknung der schneeweißen Becken. Vielmehr sei dieses Trockenfallenlassen beabsichtigt und eine notwendige Maßnahme zum Schutz vor einer Veralgung und damit Grünfärbung der Becken im Anschluss an die übliche 3 bis 4-tägige Bewässerung über die Tagesstunden. Anmerkung der Redaktion.

Türkei / Pamukkale 2

Aber auch die Heerscharen der Touristen, die dem Plateau in den Sommermonaten mitunter Rummelplatz-Atmosphäre verleihen, tragen ihre Scherflein zur Zerstörung bei, stören sich nicht an Abgrenzungen und Vorschriften. Daher ist mittlerweile das Betreten der Kalksinterterrassen mit Straßenschuhen untersagt.

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