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Der Geruch von Holzfeuer und Ziegen

Nicht ganz so freundlich empfängt mich Kale, das vor allem für die Felsengräber von Myra bekannt ist, und in jedem Reiseführer angepriesen wird. Stellen Sie sich ein Tal vor, an dessen Grund ein Plastikfolienmeer wogt und Sie haben in etwa einen Eindruck von dem, was sich mir beim Abstieg bot.

Türkei / Lykien / Tal

In Myra, einst eine der führenden Städte im Lykischen Bund, werden Tomaten, Gurken und Orangen für die Touristenzentren der türkischen Südküste angebaut und mehrmals im Jahr geerntet. Kulturbanause oder nicht: Ich verspüre nur mäßige Lust mich zusammen mit den anderen Touristen durch Myra zu drängeln und beschließe, dass mir der flüchtige Blick auf die zugegebenermaßen beeindruckenden Felsengräber genügt, die in die senkrecht abfallende Felswand geschlagen wurden.

Ich lasse die Felsgräber von Myra rasch hinter mir und setzte meine Wanderung fort. Schnell wird es wieder beschaulich-ländlich. Zwei Männer reparieren mit Draht eine Pumpe, die Wasser aus dem Demre in ein Treibhaus befördern soll. Trecker und Mopeds, stapelhoch mit Kisten von Tomaten und Gurken beladen, tuckern an mir vorbei. Geruch von Holzfeuer und Ziegen begleitet mich, ebenso das Kläffen einiger Hunde. Ein meckernder Esel versucht sich gegen das Rattern einer Dieselpumpe zu behaupten und aus einem Schuppen glotzt mir verschlafen ein Kamel entgegen. Langsam werden die Häuser weniger und über einen Pfad, der zwischen zwei Treibhäusern liegt, kehre ich Kale den Rücken.

Die Küste im Schnee

Türkei / Lykien / im Schnee

Der markierte Wanderweg schlängelt sich nun einen Berg hinauf und trifft auf eine Straße, die nach Zeytin führt. Hier beginnt einer der schwersten und anstrengenden Abschnitte der Wanderung: Ständig geht es bergauf; vorbei an den Ruinen der Kirche von Alakalise klettert der Pfad bis auf fast 1 800 Meter empor. Dies allein ist schon eine Herausforderung.

Türkei / Lykien / Kirchenruine

Doch auch Schnee erwartet mich und so stapfe ich tapfer durch zehn Zentimeter hohen Schnee, um meine Wanderung fortsetzen zu können. Da beim Abstieg nach Finike zu allem Überfluss noch unaufhörlicher Regen einsetzt, bin ich froh, als ich am dritten Tag dieser Etappe die Orangenhaine von Finike sichte. Müde und erschöpft sinke ich in mein Hotelbett.

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