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Minarette weisen den Weg

Wandern im türkischen Kaçkar-Gebirge

Text und Fotos: Volker Mehnert

Türkei Kackar Minarett

Schon am Ortsrand von Ayder, dem Ausgangspunkt unserer Tour, tauchen wir ein in einen üppigen Regenwald. Wir wandern durch einen grünen Korridor zwischen Moosen, Farnen und Pilzen, zwischen Rhododendron, Buchen, Fichten und Kiefern. Meterlange Flechten hängen wie die Bärte von tausend türkischen Methusalems von den Ästen herab. Gräser und Blumen wuchern mehr als dass sie wachsen. Die Pflanzen kämpfen um jeden Quadratzentimeter Boden und überziehen selbst den glattesten und steilsten Felsen mit einer grünen Haut. Gebirgsbäche und Wasserfälle rauschen durch diese vor Saft und Kraft strotzende Wildnis, aus Felsspalten sprudelt kristallklares Wasser.

Die Luft ist angefüllt mit intensiven Gerüchen nach Regen, frischem Grün und Fäulnis; die Feuchtigkeit nimmt alle Sinne gefangen. Es dampft und nebelt um uns herum, und diese mystische Stimmung wird durch das unablässige Tropfen des Wassers von den Bäumen noch verstärkt. Es würde uns nicht wundern, wenn plötzlich eine Fee von einem Ast herabschwebte, wenn ein Kobold oder irgendein anderes Fabelwesen aus dem Unterholz hervorträte.

Türkei Kackar Almwiese
Feucht und üppig

Am Wegesrand treffen wir auf Yusuf, der hier während der Sommermonate zusammen mit seiner Frau ein Zelt aufgebaut hat und darin ein improvisiertes Regenwald-Café betreibt, das die beiden mit ein paar Teppichen und rustikalen Tischen und Bänken möbliert haben. Auf dem Herd brodeln Kessel mit heißem Wasser. Hier trinken die Bergwanderer einen letzten Schluck Tee vor dem Aufstieg zum Kaçkar Dagi, dem mit 3.932 Metern höchsten Gipfel des Kaçkar-Gebirges.

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