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Prag, endlich Prag!

Herauszufinden aus Pilsen ist per Rad schwer, ausdrücklich empfohlen sei dazu der Stadtplan mit Radwegen der Touristinformation Pilsen, und auch hinter Rokycany wird der Radweg eher zum Treppenwitz: Geröll, Split, Wasser, links oder rechts. Fehlende Schilder. Aus ist’s mit dem Kilometer machen. Als dies kurz hinter dem idyllischen Dobriv mit seinen schmucken hölzernen Gehöften, der alten Steinbrücke und der Hammerschmiede mitten in einem Wald wieder passiert, entscheiden wir uns für die Landstraße nach Horovice. Der Supermarkt dort schließt um 17 Uhr. Aber Herr Vinh um die Ecke hat noch geöffnet und wir erstehen Proviant. Nach einem opulenten Mahl, gekrönt von einem weiteren Glas Pilsener, fallen wir ins wohlverdiente Bett im Hotel „Zeleny Strom“, wo auch der tschechische Radclub seine Plakette angebracht hat.

Tschechien Böhmen Einkehr
Letzte Einkehr kurz vor Prag

Über die alt bewährten Landstraßen geht es Richtung Hauptstadt und wir machen Halt in einem der Dörfer längs des Wegs. War es Podrby? Ich weiß es nicht mehr. Wären nicht zwei Alte unter einem schattigen Dach gesessen, jeder ein Getränk in der Hand, so hätten wir ihn wieder einmal übersehen: den namenlosen Laden. Vor mir drei Dorffrauen, die den Wocheneinkauf machen. Das dauert eine halbe Stunde. Mindestens. Ein Schwätzchen hier, ein paar Neuigkeiten da, und noch 500 Gramm Wurst! Dann bin ich dran, und mein laues Mineralwasser aus dem Regal wird sofort gegen ein eisgekühltes eingetauscht.

Tschechien Böhmen Moldau
Am Moldaustrand in Prag

Ein paar Kilometer nehmen wir nun noch längs des blauen Bandes der Berounka unter die Räder, kleine Holzdatschen, blühende Gärten und liebevoll gestaltete Kneipen säumen den Weg, dann heißt es: Prag. Endlich Prag!

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