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Adja ist ein groß gewachsener, sehniger Mann mit grau-schwarzer Rastamähne, dessen Alter zeitlos scheint. Permanent umhüllt ihn der süßliche Duft des Ganjas, ein Geruch, der die Insel prägt und hier Tradition hat. Schon die Arawak, die ersten Siedler, verwendeten es als heiliges Kraut und rauchten es aus langen Pfeifen mit zwei Hälsen, von denen je einer in ein Nasenloch gesteckt wurde.

“Love, Love, Love, Respect”, je mehr er von dem billigen, selbst gepanschten Zuckerrohrschnaps getrunken hat, umso öfter wiederholt er seine Litanei. Ein junger, schweigsamer Mann, sein Cousin, ist als sein ´Manager des täglichen Lebens´ im Einsatz. Der Zusammenhalt der Familie ist stark, niemand wird ohne Hilfe gelassen, aus welchem Grund auch immer er sie braucht. ´Helping hand´ gilt auch für die Dorfgemeinschaft. Tobago / Die Reisenden in fremden ZimmernBeim Hausbau, Fischfang, Bebauen von Boden. Jeder hilft jedem, wer das Netz mit aus dem Meer zieht, hat Anspruch auf einen Teil des Fangs. Großzügigkeit und Gastfreundschaft auch für uns. Das Haus besteht aus vier kleinen Räumen. Im größeren davon wird nach einem gemeinsam gekochten Essen - selbst gemachtes Fladenbrot, Süßkartoffeln und ein Blue Marlin - gefeiert. An die 20 Menschen sind im Zimmer.

Es ist ein winziger, mit bunten Malereien und Ornamenten verzierter Raum, die Tür nach draußen ist offen, es ist stickig und die löchrige Bettwäsche stinkt. Unser Gastgeber hat uns sein Schlafzimmer überlassen (Foto rechts). Ein schmaler Pfad führt vom Zimmer zum Toilettenhäuschen, das sich unter den hohen Bäumen des Regenwaldes duckt. Dutzende ´fireflies´, große Glühwürmchen, blinken in die Dunkelheit. Die Wesen der Nacht sprechen mit vielen Stimmen, kreischen und fiepen, pfeifen und rasseln. Es ist ein Orchester, das seinen Auftritt hat. Ihm gehört nun die Bühne und das Publikum lauscht, denn der Dschungel ist nahe.

Finden ohne zu suchen

Ein von Wurzeln überwachsener Weg, kaum als solcher zu erkennen, führt hinein in das Grün, unter uralten Bäumen hindurch, über von Moosen und Flechten bewachsenen, glitschig feuchten Grund hinweg. Armdicke Lianen berühren fast den Boden, bilden ein Geflecht, das die Äste miteinander verbindet. Die letzten Jubelrufe, die vom kleinen Fußballplatz des Dorfes herübergedrungen waren, sind verschluckt worden von den Pflanzen. Der Wald, bisher von geheimnisvollem Dämmerlicht erfüllt und angenehm kühl, öffnet sich plötzlich zu einer sonnendurchfluteten Kathedrale. Von den Bergen kommt glasklares Wasser. Es ergießt sich gischtsprühend über den hohen Felsen, um sich in dem darunter liegenden Steinbecken zu sammeln, bevor es als glitzerndes Band wieder im Dschungel verschwindet.

Tobago / Baden im Dschungel

Ringsum ein Rondell aus hohen Bäumen und Farnen. Die Stille ist außergewöhnlich, macht andächtig lauschen. Um den Traum vom Paradies noch bunter zu machen, taucht ein Schwarm von handtellergroßen, im Licht tanzenden, blauen Schmetterlingen auf. Magische Plätze lassen mit Kinderaugen staunen. Robinson, du hättest es schlechter treffen können.

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