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Das Herz klopft schneller beim Blick von der letzten Anhöhe auf die Bucht. Sie ist von idyllischer Schönheit. Das karibische Meer liegt ruhig am hellen, fast menschenleeren Strand, die Luft flirrt vor Hitze. Einfache Holz – und Steinhäuser fügen sich zu einem kleinen Dorf, hineingewachsen in das Halbrund der Küste. Dahinter der Regenwald, eine dicke, flauschige Decke über der bergigen Landschaft.

Tobago / Castara Bay
Die Bucht von Castara

Die Hüften der jungen Frau sind ausladend und in dekorative Muster gehüllt. An jeder Hand führt sie ein Kleinkind, ein Bündel Wäsche ist unter den Arm geklemmt. Ihr Gang ist erotisch-wiegend. Das krause Haar ist mit einem gelb leuchtenden Tuch zu einem Turban hochgesteckt, der die stolze, gerade Linie des Nackens unterstreicht. Sie hält sich sehr aufrecht und verschenkt ein selbstbewusstes, weißblitzendes Lachen, als sich unsere Augen im Vorübergehen treffen.

Wenig später spüren wir Sand zwischen den Zehen. Einige Rastas dösen weiter hinten im Schatten der Palmen, zwei Fischer, das Gesicht von breiten Nasen dominiert, flicken in der Fischhalle ihre Netze. Ihr lang gezogenes, schmales Boot, eine Pirogue, liegt am Strand. Das Meer ist die Mutter und der Fluss der Vater, sagen die Fischer in Castara. Morgen, so glauben die Erfahrenen unter ihnen, gibt es einen reichen Fang, denn dann ist Freitag und drei Tage nach Vollmond.
Irgendwer spielt in einem der Gemüsefelder am Hang auf seinen Congas, die Töne rollen den Berg herab und verlieren sich hier unten im Rauschen des Meeres. Alles auf diesem Fleckchen Erde verbreitet unnachahmliche Entspannung, jeder hier ist relaxt. Und daraus ist ein eigener Begriff entstanden. ´Liming´. Das Zauberwort Tobagos. Das ´Nichts tun´ - kultiviert zu einer Lebensphilosophie. Herumhängen, die Zeit genussvoll vorbeiziehen lassen. Klingt nach Urlaub im Paradies.

Das Eintauchen ins dunkle Wasser ist ein sinnlicher Genuss. Es schmeckt sehr salzig, umspült warm und sanft den Körper, trägt leicht nach weiter draußen, von wo aus schon der nächste palmengesäumte Strand zu erkennen ist. Hoch steht der dunkelgrüne Bambus, den die Kolonisten einst hierher mitgebracht haben. Die karibische See, das Meer voller Geschichten von Abenteurern und Freibeutern, lädt dazu ein, ihm zuzuhören.

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