DAS PORTAL DEUTSCHSPRACHIGER REISEJOURNALISTEN

Ein paar Meter die steile Straße Richtung Scarborough hinab schläft ein Hund unter einer Bananenstaude. Vor dem keinen Holzhäuschen ist eine dicke Negermama in eine gestenreiche Diskussion mit der Nachbarin vertieft. Auf ihrem Kleid ranken sich knallrote Blüten, die sich stolz über ihren gewaltigen Brüsten spannen.

Tobago / Straßenszene in Scarborough
Straßenszene in Scarborough

Im Inneren der Hütte herrscht seltsames Dämmerlicht. Einige Regale mit Lebensmitteln, zwei Kisten mit Obst, eine Palette Eier auf dem Tresen. Staub tanzt im Licht der seitlich von oben einfallenden Sonnenstrahlen. Ab und zu ein Rauschen und Flattern, ein Luftzug nahe über unsere Köpfe hinweg. Kleine Vögel, die durch die offene Tür herein - und zielsicher durch die Luken im Dach wieder hinausfliegen. Teebeutel gibt es einzeln zu kaufen, und ohne ein langes Palaver lässt ´big black mama´ die Kunden nicht aus ihrem Geschäft.

Das Ruhen der Zeit in sich selbst und das Feiern des Heute

Die Sonne brennt vom Himmel. Das alte, klapprige Auto, das sich als ´root-taxi´ nach Castara angeboten hat, verlässt die Stadt, um quer über die bergige Insel an die gegenüberliegende Küste zu gelangen. Im einsamen Hinterland Tobagos ist die afrikanische Vergangenheit am Lebendigsten. Alte Holzhäuser, auf Pfählen gebaut. Kleinbauern, deren Ziegen und magere Kühe das Überleben sichern und Teil der Familie sind. Einige der Erwachsenen lächeln scheu, ein paar Kinder winken.
Die Straße führt weiter hinein in eine von dichtem Dschungel überzogene Landschaft. Pflanzen aller Größen drängen sich am Wegrand, nehmen mit ihrer Mächtigkeit die Sicht auf den Himmel.

Ein grüner Kokon aus Fruchtbarkeit. An vielen Baumstämmen haben sich Orchideen angesiedelt, surrealistisch - fantastische Blütenskulpturen. Ein violett schillernder, flirrender Kolibri – schon verwischt mit dem Wald. Dann wieder Plantagen. Kakao, Kaffee, Baumwolle, Zuckerrohr und natürlich Tabak. Die karibischen Ureinwohner haben ihn kultiviert und das fruchtbare Eiland ihm zu Ehren ´Tavaco´ genannt. Links von der Straße tauchen wieder einige Hütten auf. Das Wellblech der Dächer ist von rostiger Patina überzogen, Satellitenschüsseln verbinden mit der Welt.

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