DAS PORTAL DEUTSCHSPRACHIGER REISEJOURNALISTEN

Liming Tobago, wo sogar die Frösche pfeifen

Zusammen mit der Weite des Meeres gewinnt auch das Gefühl von Freiheit an Platz.
Als das Festland im Dunst des Horizonts verschwindet, fallen die Anspannung und das Gefühl der Schwere allmählich ab und weichen angenehmer Gelöstheit. Der Wind und der Frühstückshunger treiben einige Passagiere nach unten in den großen Bauch des Schiffes und zu den indischen Stewards in ehemals wohl weißen Livreen.

Gegen den langsam aufsteigenden, roten Ball am Himmel zeichnet sich die dunkle Silhouette eines Medusenkopfes ab. Die in alle Richtungen züngelnden Schlangen des Gorgonenhauptes verschwinden, als der junge Mann an der Reeling aus seiner Bewegungslosigkeit erwacht, um eine gestrickte Mütze über seine Dreadlocks zu stülpen. Die Farben Äthiopiens: rot, grün, gelb. Ein Jünger Ras Tafari Makonnens. Hohe Backenknochen, ein kleiner Bart am Kinn. Er fröstelt, zieht sich die Jacke enger um seine hagere Gestalt, schlägt den Kragen hoch. Auf der blauschwarzen Tiefe des Meeres glitzert der kommende Tag. Das Gedröhne der Schiffsturbinen füllt die Ohren mit einem dumpfen, einlullenden Ton, der den Blick in die Ferne gleiten lässt. Das Gewesene und das Sein fließen ineinander, ziehen vorbei und hinterlassen eine erwartungsvolle Erregtheit auf das Kommende.

Port of Spain - Abenteuerträume der Kindheit. Gut geschützt liegt die Hauptstadt von Trinidad - Tobago in einer Bucht an der Nordwestküste. Die bewegte Geschichte der beiden Inseln hat ein buntes Völkergemisch hervorgebracht. Wechselnde Kolonialherrschaften prägen den Stil der Häuser und religiösen Bauten ebenso wie das Bild der Straßen. Menschen aus Afrika, Indien, Europa, China, Südamerika und Arabien mischen sich im pulsierenden Herzschlag der Stadt zu einer multikulturellen Verschmelzung, die sich Trinidadier, ´kurz ´Trini´, nennt.

Bob Marley in voller Lautstärke von links, Calypso aus der very british eingerichteten Snackbar weiter vorne am Independence Square. Armut in den Seitenstraßen, Reichtum, aus Ölgeschäften geboren, in den eleganten Auslagen. Lebendigkeit der Farben und des Seins, Reize, die das Auge fesseln, wohin man sich auch wendet. Das alles kulminiert in einem Taumel der Sinne, wenn die Zeit des Karnevals, das Fest der Feste in Trinidad, die Herzen aller höher schlagen lässt. Schillernde, fantasievolle Gewänder im Wettstreit um die Schönheit, eins mit der Farbenpracht der Insel.

Seite 1 / 2 / 3 / 4 / 5 / 6 / 7 / 8 / 9 / 10 / 11 / 12 13 (Infos) / zur Startseite



Reiseinformationen zu diesem Reiseziel




Twitter
RSS