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Geschichte

Trinidad und Tobago sind die südlichsten der kleinen Antilleninseln, nur wenige Kilometer von der südamerikanischen Küste entfernt.
Christoph Columbus war auf seiner 3. Eroberungsfahrt im Jahre 1498 hierher gekommen und hatte das Gebiet für Spanien beansprucht. Sieben verschiedene Stämme von indigenen Völkern waren hier ansässig. Indianische Einwanderer aus den Gebieten des oberen Orinoco bildeten im südlichen Teil Trinidads die friedliche Mehrheit. Die kriegerischen, karibischen Indianer aus dem Amazonasgebiet beanspruchten vor allem die nördlichen Regionen. Auf ihre Wehrhaftigkeit ist es zurückzuführen, dass Trinidad erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts von den Invasoren großräumig kolonisiert werden konnte. Dann allerdings war der europäische Ansturm zu groß und innerhalb von rund 5o Jahren wurde die Population der Ureinwohner auf einige Hundert reduziert.

Tobago wechselte mehr als zwei Dutzend Mal den Besitzer.
Die spanischen, holländischen, schwedischen, französischen und britischen Kolonialmächte erhoben abwechselnd Anspruch. Stetig kamen neue Siedler und Sklaven auf die Insel. Die strategisch günstige Lage und die besondere Fruchtbarkeit machte sie zu einer kriegerisch umkämpften Schatzkammer der Europäer. 1814 kam die Insel endgültig unter britische Herrschaft. Die Spuren sind deutlich. Nicht nur der Linksverkehr und die Amtssprache deuten darauf hin. Vor allem die Menschen in der Hauptstadt Scarborough haben sich vieles der englischen Lebensart zueigen gemacht.
Nach dem ungeheuren Aufschwung als Haupt - Zuckerlieferant für die englische und französische Zuckerindustrie Anfang des 19. Jahrhunderts, war eine Generation später schon deren Niedergang deutlich. Tobago war bankrott, die 1888 erfolgte Vereinigung der beiden Inseln Trinidad und Tobago zu einer politischen Einheit sollte wirtschaftliche Stütze bieten. 1962 erlangten beide Inseln die Unabhängigkeit von England. Schon rund 10 Jahre zuvor hatten sich politische Bewegungen formiert, die den Konflikt zwischen afrikanischer Majorität und der ost-indischen Bevölkerung wiederspiegelten.

Das Tobago Forest Reserve ist das älteste Schutzgebiet der westlichen Hemisphäre. Bald nach dem Anschluss Tobagos im Jahre 1763 wurde auf Drängen von Soame Jenyns, einem britischen Parlamentsabgeordneten, der Beschluss gefasst, den Wald zu schützen. Er sollte als Wasserspeicher für den Boden und das Stromgebiet der Bergflüsse bewahrt werden. Andere karibische Inseln waren zuvor fast kahl geschlagen worden, um die Produktion von Zuckerrohr zu steigern. Man hatte gelernt, und der Gedanke sprang im Weiteren auf andere Kolonien Englands und auf Amerika über. Da Tobago einmal Teil Südamerikas war, ist es nicht verwunderlich, eine ähnliche Vegetation vorzufinden. Kombiniert mit den Pflanzen, die durch die anderen klimatischen Bedingungen zusätzlich hier gedeihen, ergibt das eine Vielfalt, die zur Größe der Insel in keinem Verhältnis steht. Das wissen neben einer Unmenge an Schmetterlingen vor allem viele Vogelarten zu schätzen. Für sie ist dieser Reichtum an Natur ein willkommener Platz, um auf ihren Reisen zwischen Norden und Süden zu rasten.

Der steigende Tourismus wird von manchen Einheimischen mit Argwohn betrachtet. Zu Recht, denn eine Umweltzerstörung wie am Bucco Riff soll sich nicht wiederholen.
Die Touristen werden zu einem Problem für die großen Meeresschildkröten, für brütende Vögel und das Wasser der Flüsse, das verunreinigt wird. Viele der Hotels gehören ausländischen Investoren, zu wenig von dem Geld der Besucher ist wirtschaftliche Hilfe für die Bevölkerung. Der Naturschutzgedanke ist unter den Menschen Tobagos sehr stark verbreitet. Sie fürchten um ihre Insel und hoffen, dass die Touristen das Paradies, das sie hier suchen, auch weiterhin finden werden.

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