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Die größte Freiluft-Party der Insel

Zufrieden nuckele ich am Strohhalm, ob’s stimmt? Ich glaube, sie wollte mich nur bei Laune halten, denn am Donnerstag ging es wieder los. „Du kommst doch zur Sonntags-Schule, mon?“ Am Freitag wurde aus der Frage ein Befehl und am Samstag kapitulierte ich. Okay, weiße Fahne, geht in Ordnung, auf geht’s, ab zur Sonntagsschule. Also wird der Koffer durchwühlt, das beste T-Shirt rausgeholt, die Shorts noch mal abgebürstet. Und dann ging es wirklich los. Wohlwollend nickte der Taxifahrer: „Yeah, mon, zur Sonntagsschule!“ Heftigstes Nicken, „yeaeaeah mon! Das wird dir gefallen, mon!“ - und braust los.

Tobago stiller Strand
Ruhe vor dem großen Strandfest

Rüber geht es nach Buccoo, einem kleinen Dorf an der Südspitze. Und dort war die „Sonntagsschule“, eine herrliche Umschreibung für die größte Freiluft-Party der ganzen Insel. Jeden Sonntagabend bei Sonnenuntergang geht’s los. Zuerst spielen sich Steel Bands die Seele aus dem Leib, dann, so ab 21 Uhr legen DJs auf. Und spätestens dann gibt es kein Halten mehr. Der Lärm wird immer dröhnender, mannshohe Boxen wummern die Bässe ins Zwerchfell, dicht an dicht stehen die Tobagonier. Stehen? Ach was, wippen, wiegen sich, tanzen, springen, singen, hopsen, eine herrlich ausgelassene Stimmung.

Tobago Party
Die Party kommt in Schwung

Und der weiße Gast mitten drin. Die halbe Insel ist versammelt, natürlich auch der Taxifahrer und der Fischer, auch der Bootsführer und ebenso die Kellnerin. Ein großes „Hallo“ und „Wie geht’s?“ und natürlich „Gefällt dir die Sonntagsschule?“ Rumpunsch fließt in Strömen, kein Zögern ist möglich, kein Ausweichen. Ablehnen? Unmöglich! Beinahe stolz wird „ihr“ Gast herumgereicht. Sind eben freundliche Menschen, die Tobagonier, aber vor ihrer Sonntags-Schule, da darf man sich nicht drücken.

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