DAS PORTAL DEUTSCHSPRACHIGER REISEJOURNALISTEN

Tanzen, Springen, Singen, Hopsen

 Auf Tobago bis du nie allein

Text und Fotos: Hans-Jürgen Fründt

Tobago Wellen

Die Insel ist so winzig klein, vierzig Kilometer lang und irgendwas zwischen vier und sieben Kilometer breit, mehr nicht. Rügen ist dreimal so groß. Tobago bildet mit der Hauptinsel Trinidad einen eigenen Staat mit Doppelnamen: Trinidad & Tobago. Während die große Insel-Schwester als fünftgrößte Insel der Karibik gilt, bleibt die „Kleine“ ein bescheidendes Anhängsel. Und sie fährt gut damit. Immerhin hat die Insel eine Reihe von Vorzügen, die der großen Schwester fehlen, Strände zum Beispiel. Einige liegen derart idyllisch, dass man gar nicht mehr wegfahren möchte.

„Du warst gestern nicht in der Schule!“ Peng, das saß! Schuldbewusst versinke ich noch tiefer im Liegestuhl, verstecke mich hinter einem Glas Rumpunsch. „Nun, äh, weißt du ... Schule ist immer so anstrengend ...“ Was Dümmeres fiel mir nicht ein. Hektisches, verlegenes Ziehen am Strohhalm, zwei tiefe Schlucke brachten drei Sekunden Aufschub. Dann donnerte das Urteil hernieder: „Nächstes Mal kommst du dann aber ganz sicher!“ Ich sank noch tiefer. „Sicher, versprochen.“ Noch zwei Schlucke, mein Richter akzeptierte, schaltete um, knipste wieder sein warmes Lächeln an. „Okay, entspann dich, mon.“ Na klar doch, versuche ich ja gerade. Schlussplädoyer: „Nächstes Mal sehe ich dich in der Sonntags-Schule.“ Geschafft. Ich war entlassen. Tiefster Schluck Rumpunsch. Augen zu und zurückgelehnt. Relax, mon. Willkommen auf Tobago! Der Kellner, der den Rumpunsch gemixt hatte, verpasste mir so nebenbei eine Lektion. Auf Tobago bist du nie allein und unbemerkt, irgendwer sieht dich immer.

Tobago weißer Sand
Wie im Karibik-Bilderbuch

Auf der kleinen Insel kennt jeder jeden, und so kennen die Hotelangestellten sehr schnell auch „ihren“ Touristen. „Wie war’s beim Schnorcheln am Buccoo Reef?“ fragt der Kellner so nebenbei. Ungläubiges Staunen meinerseits. „Klar doch, mon, der Bootsmann, das war doch mein Neffe.“ Schnorcheln war nicht schlecht. Mit einem Glass Bottom Boot geht es raus zu einem etwa fünf Kilometer entfernten Korallenriff. Zur offenen Meerseite brechen sich die Wellen, die zum Land liegende Seite kann schnorchelnd erkundet werden. Dort dümpeln auch die Boote. Das Wasser ist nicht tief, einen halben Meter vielleicht. Jeder kann hier also „gehend“ schnorcheln. Die Korallen sind dadurch leider schon an etlichen Stellen abgestorben, regelrecht zertrampelt worden. Dennoch zeigen sich unsagbar bunte Fische, die ohne Scheu zwischen den Besuchern herumschwimmen und mitunter die Zehen der im Sand stehenden Schnorchler anknabbern.

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