Thailand
schwarzaufweiss




Fotos:
Beate Schümann (4), Albrecht G. Schäfer (3)
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Kurzportrait
Geheimnisvolle
Exotik umhüllt vom schönsten Lächeln Asiens, Traumstrände,
golden glänzende Pagoden, saftig grüne Reisfelder, Abenteuer
auf Urwaldpfaden und Elefantenrücken, stickiger Hauptstadtdschungel,
Massentourismus, Asiens größtes Bordell. Die Klischees über
Thailand sind vielschichtig. Doch die Realität ist nicht minder
facettenreich, und die eigenen Erfahrungen vor Ort helfen dabei,
sie zu überprüfen.

Schwimmender
Markt in Bangkok
Ist
es Politik und Geschichte zu verdanken, dass Thailand die Umrisse
eines Elefantenkopfes hat? Oder haben die Thai Recht, die, zu 95
Prozent Anhänger des Buddhismus, behaupten, dass ihr Religionsgründer
das Land nach seinem Lieblingstier geformt habe? Tatsache ist,
dass Thailand eine Brücke bildet zwischen dem asiatischen
Kontinent und der südostasiatischen Inselwelt: Im Norden und
Osten sind Schädel" und "Ohren" eingerahmt
von Burma (Union of Myanmar), Laos und Kambodscha. Im Südwesten,
zwischen Indischem Ozean und Golf von Thailand greift der "Rüssel" auf
die malaiische Halbinsel nach Malaysia. Über 14 Breitengrade
hinweg erstreckt sich das Land vom Südhimalaja bis zur Südchinesischen
See. Im "Phak Neua", wie die Thai den Landesnorden nennen,
streben zwei mächtige Flüsse dem Meer entgegen: im Westen
der Salween und im Osten der Mekong. Die eigentliche Lebensader
Thailands ist jedoch der Maenam Chao Phraya, entstanden aus mehreren
kleineren Flussläufen, die die gen Süden abfallenden
Gebirgshänge entwässern. Sein Delta und das nährstoffreiche
Schwemmland bilden das landwirtschaftliche Herz des Landes. Immerhin
2595 Meter ragt der Doi Inthanon als höchste Erhebung des
Landes in den Himmel. Den meist in Wolken gehüllten Berg umgibt
ein vegetationsreicher Nationalpark mit ausgedehnten Monsunwäldern,
eines von landesweit 64 Naturschutzgebieten. Und - für viele
Besucher aufregend genug - empfindliche Kälte herrscht dort
oben, mit rund 10°C der absolute Kontrapunkt zu den tropischen
Temperaturen des Tieflandes.
Hier
in Nordthailand liegt Chiang
Mai, zweitgrößte Stadt des Königreiches.
1296 gegründet, ist sie kulturelle und wirtschaftliche Drehscheibe
nahe des berühmt-berüchtigten Goldenen Dreiecks, Marktzentrum
der umliegenden Völker und Magnet für den Tourismus.
Einen Aufenthalt in der "Rose des Nordens" genießen
einheimische und ausländische Besucher gleichermaßen.
Die historische Altstadt mit schmucken Holzvillen und malerischen
Gartenanlagen, fast hundert Tempel, der Nachtmarkt und die vielen
Ausflugsziele in der gebirgigen Umgebung bieten genügend Abwechslung
unter den ausgesprochen freundlichen Einwohnern.
Die große Zentralebene, einst bewaldet
und heute fast ausschließlich von Reisfeldern bedeckt, ist Thailands
fruchtbarste Region, die "Reiskammer" für die rund 63
Millionen Einwohner. Seit dem 13 Jahrhundert, seit Gründung des
lange Zeit als Siam bekannten Königreiches, ist hier die Hauptstadt
angesiedelt, geben die Menschen der Zentralebene im Land den Ton an.
Der Zehn-Millionen-Moloch Bangkok ist
bei all dem chaotischen Trubel, den enormen sozialen Kontrasten und
Umweltbelastungen eine der dynamischsten, vielseitigsten Städte
der Welt. Bang Makok ("Olivendorf") ersetzte 1782 das von
den Birmanen zerstörte Ayatthaya als Hauptstadt. Doch erst die
politischen Entwicklungen in Verbindung mit dem Vietnamkrieg katapultierten
das bis dahin vom Weltgeschehen eher abgeschiedene Bangkok in die Moderne.
Autobahnen, Wolkenkratzer und Geschäftszentren entstanden auf
Reisfeldern, die in provinzieller Gelassenheit die gleichwohl an Kulturschätzen
reiche Königsstadt umgaben. Das alte Zentrum, an der Biegung des
Chao Phraya, wo sich in einem weiten Oval Königspalast, das Nationalmuseum,
Wat Phra Kaeo, Thailands bekannteste Tempelanlage mit dem geheimnisvollen
Smaragdbuddha, und weitere religiöse Pilgerstätten befinden,
ist absolut sehenswert. Wer der Kapitale mehr Zeit widmen will, hat
zahlreiche andere Besichtigungspunkte zur Auswahl: Den Lumpini Park,
der Stadt größte Grünanlage, in der Sport- und Kulturveranstaltungen
stattfinden, Chinatown, wo es vom Hosenknopf bis zum Kühlschrank
alles zu kaufen und zu bestaunen gibt. Oder die ominöse Patpong
Road, die ihre unzähligen Bars, Go-Go-Schuppen und Nachtmarkt
mit dem riesigen Angebot an Pirateriekopien berühmt gemacht haben.

Die
Pracht des Königspalastes
Der Isaan, so wird der Nordosten genannt,
ist der ärmste und touristisch am wenigsten erschlossene Landesteil.
Und doch gibt es auf der recht kargen Hochebene, wo sich seit mehr
als tausend Jahren Sprache und Kultur der Thai, Lao und Khmer vermischt
haben, lohnenswerte Reiseziele. Wie den Khao
Yai, Thailands bekanntesten Nationalpark, in dem nicht nur Elefanten
und noch etwa 50 Tiger leben, sondern auch Leoparden, Malaienbären,
Affen, Hirsche, Pythons, Kobras und über 300 Vogelarten heimisch
sind. Zu weiten Teilen überzieht undurchdringlicher Regenwald
dieses Reservat, das zu den fünf bedeutendsten Naturparks der
Erde gezählt wird. Einen weiteren Superlativ der Region stellt Prasat
Phanom Rung dar, die größte Khmer-Tempelanlage auf
thailändischem Boden. Erbaut wurde der Gott Shiva geweihte Komplex
zwischen dem 10. und 11. Jahrhundert in der Blütezeit der Angkor-Periode.
Wer die auf einem 400 Meter hohen, erloschenen Vulkan thronende Anlage
am 13. April, zum thailändischen Neujahrsfest besucht, kann in
einem faszinierenden Naturschauspiel beobachten, wie die aufgehende
Sonne durch alle 15 Portale fällt.
Dichte Urwälder bedecken immer noch die zwischen 1500 und 2000
Meter erreichenden Berge von Westthailand,
das sich an die Zentralregion grenzend in direkter Nachbarschaft zu
Burma erstreckt. Nur 130 Kilometer von der Hauptstadt entfernt, lockt
die bewaldete Gegend um Kanchanaburi am
Zusammenfluss von Kwae Yai und Kwae Noi als Bangkoks "grüne
Lunge" Besucherströme an. Spaß und Freude an der Natur
lassen sich verbinden bei einer Tour mit großen Bambusflößen.
Die legendäre Brücke am Kwai samt
Ehrenmal, Soldatenfriedhof, Museum und Bahnfahrt ist dicht bei der
Stadt zu besichtigen, ein Programmpunkt, den kaum ein Reiseveranstalter
ausfallen lässt. Einen hohen Stellenwert haben auch Flora und
Fauna. Zwischen Kanchanaburi und der burmesischen Grenze nehmen mehrere
Tierschutzgehege und Nationalparks wie Thung
Yai Naresuan und Huay Kha Khaeng eine
Fläche von fast 10.000 Quadratkilometern ein.
Nicht weit von dem Ort Sangkhlaburi, von
wo aus man auf Trekkingtouren zu den Dörfern der Mon- und Karen-Minderheiten
gelangt, liegt in 1400 Meter Höhe der Drei
Pagoden Pass. Drei kleine Chedis dicht an der Grenze zwischen
Thailand und Burma erinnern an das Versprechen auf ewigen Frieden,
das sich im 18. Jahrhundert die Könige beider Länder gegeben
hatten.

Meist
ein Lächeln im Gesicht - Essenstand im Freien
Die bergige Landschaft setzt sich bis nach Südthailand auf
den nördlichen Bereich der Halbinsel von Malakka fort. Ein Gebiet,
das seinen Wohlstand durch Zinn und Kautschuk und in jüngster
Zeit durch den internationalen Fremdenverkehr erlangte. Phuket ist
Thailands größte Insel und kann in Sachen Natur, Sport und
Unterhaltung so ziemlich mit allem aufwarten, was des Touristen Herz
begehrt. Höhlenkundler und Urwaldwanderer kommen genauso auf ihre
Kosten wie Taucher, Strandläufer und Nachtschwärmer. Das
Angebot an Unterkünften und kulinarischen Genüssen ist entsprechend
weit gestreut. Ebenfalls in der kristallklaren Andamanensee liegt Ko
Samui, bis Ende der 1980er Jahre ein Geheimtipp unter Globetrottern
und Hippies. Noch immer ist das Innere der bergigen Insel weitgehend
unerschlossen, und glücklicherweise hat man beim Ausbau der Infrastruktur
entlang der traumhaften Strände mehr Rücksicht auf das lokale
Umfeld walten lassen als in anderen Urlaubszentren Thailands. Außerdem
stehen einige andere Inselchen in der Nachbarschaft als Ausweichziele
denjenigen zur Verfügung, denen es auf Samui doch zu voll ist.
Seebäder wie Pattaya, Rayong und
die Insel Koh Samet an der Ostküste
des Golfs von Thailand sind dagegen schon seit Jahrzehnten zu Wahrzeichen
eines zuweilen aggressiven Tourismus geworden. Das Küstendorf
Pattaya beispielsweise lernte erstmals durch die Erholung suchenden
amerikanischen Vietnamsoldaten die zunächst auf Sex und Drogen
abgestimmten Sehnsüchte der Fremden kennen. Das ehemals verschlafene
Fischernest ist nun Südostasiens größtes Strandresort
mit einer Skyline aus Hotelburgen, mit überfüllten Stränden
und einem ruhelosen Nachtleben. Das Image eines Billigreise- und Vergnügungsziels
für Massen soll, so will sich die Tourismusbehörde bemühen,
der Vergangenheit angehören. Ein größeres Angebot für
Familien, qualitätsbewusste Besucher und solche, die von Pattaya
aus weniger erschlossene Küstenabschnitte und unberührtere
Nachbarinseln erkunden wollen, soll die Urlaubsmetropole in ein besseres
Licht rücken.
Prathet Thai - "das Land der Freien" - ist einer der wenigen
Staaten, die nie unter kolonialer Herrschaft standen. Obwohl immer
noch ein Agrarland, zählt Thailand inzwischen zu den führenden
Industrienationen Asiens, den "kleinen Tigern". In dieser
momentanen Phase des Übergangs wandelt sich das Gesicht von Stadt
und Land gleichermaßen, ohne die Charaktereigenschaften und kulturellen
Werte der Bevölkerung wesentlich zu berühren. Was immer die
Besucher auf ihrer Reise entdecken, sei es das geruhsame Landleben
und tiefe Religiosität, sei es westlich anmutender Glanz und Glamour,
Fast Food und Disco-Szene, nichts davon wollen die Thais als aufgezwungen
empfinden, als unvermeidbare Hinterlassenschaft fremder Mächte.
Das wirtschaftliche Wachstum bringt zweifellos auch eindeutig negative
Nebeneffekte wie Luft- und Wasserverschmutzung, Verkehrsprobleme, die
Schattenseiten des Tourismus und die Zerstörung der Natur mit
sich. Von offizieller Seite wird betont, dass man sich der Probleme
bewusst sei und der Staat versuche durch Aufklärung und präventive
Maßnahmen die jeweiligen Situationen und Aussichten zu verbessern.
Thailand hat viele Gesichter, die unterschiedliche Kultureinflüsse
widerspiegeln. Gleichwohl wird die Einheit der Nation unablässig
als oberstes Ziel von Regierung und im Erziehungswesen beschworen.
Soll sie doch nicht nur die verschiedenen Thai-Völker in Einklang
bringen, sondern auch die rund 25 Prozent der Bevölkerung, die
sich aus ethnischen Minderheiten zusammensetzen. Unter diesen stellen
die Chinesen vor den meist muslimischen Malaien, einer Hindu-Minorität
und zahlreichen Bergvölkern wie Lao, Karen und Akkha den größten
Anteil und dominieren seit Generationen das thailändische Geschäftsleben.
Als regelrecht staatstragend und allen anderen überlegen verstehen
sich die Mittelthais, die Bewohner des Chao-Praya-Deltas. Ihr Dialekt
ist Amtssprache, aus ihrer Region stammt die Königsfamilie. Die
Bewohner des Nordens, nicht minder lokalpatriotisch, verweisen gerne
darauf, dass Chiang Mai bereits lange vor der Existenz von Ayuttaya
und Bangkok eine blühende Großstadt war. Die Südthais
hingegen, stark vom islamischen Kulturkreis beeinflusst, bleiben lieber
unter sich im fruchtbaren, wohlhabenden Süden.
Allen Einwohnern Thailands gemeinsam ist die tiefe Verehrung ihres
Königs Bumiphol, der seit über einem halben Jahrhundert
als Rama IX. die Chakri-Dynastie fortsetzt. Schließlich
ist er nicht nur höchster Repräsentant und Würdenträger
des Landes, sondern nach dem Glauben der Thais auch eine gottgleiche
Inkarnation mit magischen Fähigkeiten. Sein einigender Einfluss
hat das Volk mehrmals vor Bürgerkriegschaos und anderen
innenpolitischen Wirren bewahrt. Auch hat sein großes soziales
Engagement, das vor allem die armen Bauern einschließt,
dazu geführt, dass der laut Verfassung machtlose König
bei seinen Untertanen dennoch als mächtigster Mann Thailands
gilt.
Albrecht
G. Schaefer
Adressen, Links und Bücher

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Reiseinfos
Klima
/ Reisezeit
Drei Jahreszeiten
bestimmen das generell tropische Klima Thailands: In der Regenzeit zwischen
Mai und Oktober bringt der Südwestmonsun unregelmäßige,
kräftige Niederschläge über das ganze Land. Im trockenen
Winter von November bis Februar sinken die Temperaturen nur wenig unter
das Jahresmittel (ca. 30°C); in den Höhenlagen des Nordens und
Nordostens kann es allerdings sogar bis unter den Gefrierpunkt kalt werden.
Der Süden bleibt von diesen extremen Schwankungen verschont. Der
südliche Golf unterliegt einer eigenen Klimazone: Das ganze Jahr über
fallen gleichmäßig verteilt Niederschläge, die im Oktober
und November zunehmen. Die heiße Jahreszeit von März bis Mai
ist gekennzeichnet von ständiger Hitze (um 35°C), hoher Luftfeuchtigkeit
und minimalen Niederschlägen.
Als beste Reisezeit bietet sich der Winter an. Wegen der unregelmäßigen
Niederschläge kann auch ein Besuch während der Regenzeit angenehm
sein. Auf längere Trekkingtouren und Wanderungen in ländlichen
Regionen sollte man dann allerdings verzichten.
Einreisebestimmungen
BürgerInnen
der EU-Staaten und der Schweiz benötigen für einen Aufenthalt
bis zu 30 Tagen kein Visum; die Aufenthaltsgenehmigung wird bei Einreise
gegen Vorlage des mindestens noch sechs Monate gültigen Reisepasses
und des Rück- bzw. Weiterreisetickets erteilt.
Wer länger bleiben will oder geschäftlich nach Thailand reist,
braucht ein Non-Immigrant-Visum, das für 60 Tage (Gebühr €15)
oder 90 Tage (€25) ausgestellt wird. Diese Visa sind bei den zuständigen
thailändischen Vertretungen zu beantragen. Mitreisende Kinder benötigen
einen eigenen Pass, da Kinderausweise nicht anerkannt werden, oder müssen
im Pass der Eltern eingetragen sein.
Währung,
Geld
Die Landeswährung ist der Baht (ein Baht = 100 Satang). Der Wechselkurs
(Stand April 2002) 1 Euro = 38,53 Baht. Devisen und Reiseschecks können
in unbegrenzter Höhe eingeführt werden. Geldwechseln ist außer
in Hotels und bei den Banken auch bei lizenzierten Geldwechslern möglich,
die darüber hinaus oft sogar einen besseren Kurs berechnen. Mit
Visa- und Mastercard kann man im ganzen Land problemlos bezahlen und
Bargeld abheben.
Gesundheit
Für die Einreise nach Thailand sind zur Zeit keine Pflichtimpfungen
erforderlich. Wie bei jeder Tropenreise sollte man sich rund drei Monate
vor Reiseantritt beim Gesundheitsamt oder Tropenarzt über eventuell
erforderlich gewordene Impfungen und zur adäquaten Malaria-Prophylaxe
erkundigen. Jederzeit empfehlenswert ist eine Impfung gegen Hepatitis
A sowie die Erneuerung von Tetanus-Impfungen. Ein ausreichender Schutz
vor der nicht zu unterschätzenden Sonneneinstrahlung ist sehr empfehlenswert.
Vorsicht ist anzuraten bei häufigem Wechsel zwischen Hitze und Klimaanlage.
Vermeiden sollte man den Verzehr von Leitungswasser und zerstoßenem
Eis. Auf die Gefahr der Ansteckung mit dem HIV-Virus wird nachdrücklich
hingewiesen.
Statistik
Thailand
erstreckt sich über 1500 km von Nord nach Süd und über
800 km von Ost nach West.
Landesfläche: 513 116
km² (ca. 40% größer als Deutschland) davon 37
% Ackerland, 27,5 % Wald.
Bevölkerungswachstum/Jahr:
1,6 %. 20 % der Bevölkerung leben in Städten, 80 %
auf dem Land. Bevölkerungsdichte:
113 E./km²
Lebenserwartung: Männer
63, Frauen 67 Jahre. Ca. 54 % der Bevölkerung weiblich,
46% männlich.
Politische Verwaltung:Seit
einem Militärputsch 1932 ist Thailand konstitutionelle Monarchie
mit demokratisch gewählter Regierung und Mehrparteiensystem.
Regierungschef ist der Premierminister.Eine kritische und überraschend
freie Presse nimmt sich auch scheinbar unausrottbarer Probleme
wie Korruption, Vetternwirtschaft und Wahlstimmenkauf an. Außerdem
belebt eine wachsame und aktive Opposition in Parlament und Gesellschaft
das politische Bild.Jeweils ein Gouverneur steht den 76 Provinzen
des Landes vor, die wiederum durch Parlamentarier in Bangkok
vertreten sind.
Sprache:Offizielle Landessprache
ist das Thai, das wie das verwandte Chinesisch zur sino-tibetischen
Sprachenfamilie gehört. Englisch ist weit verbreitet, besonderes
in Bangkok und den wichtigsten Touristenzentren wie Pattaya und
Phuket sowie in den meisten großen Provinzstädten.
Englisch wird auch vielfach in Handel und Gewerbe gesprochen.
Die Straßenbeschilderung entlang der Hauptverkehrsrouten
ist zweisprachig: in Thai und Englisch.
Wirtschaft:Ende der 70er
Jahre begann Thailand sich endgültig vom Status eines Entwicklungslandes
zu lösen. Der Aufschwung wurde zwar durch einige Finanz-
und Korruptionsskandale sowie die "Asienkrise" zu Beginn
des 21. Jahrhunderts gebremst, doch als einer der "kleinen
Tiger" im politisch-wirtschaftlichen Bund ASEAN (Mitglieder:
Malaysia, Singapur, Philippinen, Indonesien, Laos, Myanmar, Vietnam
und Brunei) spielt der Wirtschaftsstandort Thailand unbestritten
eine bedeutende Rolle.Zu den wichtigsten Exportgütern im
Agrarbereich zählen: Reis, Tapioka, Kautschuk und Kokosprodukte.
Lukrativ ist auch die Ausfuhr von Fisch und Meeresfrüchten.
Die Exporterträge aus dem landwirtschaftlichen Sektor sind
jedoch seit einigen Jahren rückläufig, zu Gunsten moderner
Wirtschaftzweige, vor allem der chemischen und Elektroindustrie.
Die wichtigsten Devisenbringer sind denn auch der Tourismus,
die Elektronik- und Textilbranchen und der Reisexport.
Verkehrsmittel:Für schnelle
Reisen im Land steht ein gut ausgebautes Inlandsflugnetz zur
Verfügung, das in erster Linie Thai Airways International
und Bangkok Airways bedienen.Lokale Fähren verbinden die
vorgelagerten Inseln mit dem Festland. Bangkok und Phuket werden
außerdem von internationalen Kreuzfahrtschiffen angesteuert.Eine
Fahrt mit der Eisenbahn (1. und 2. Klasse sind zu empfehlen)
ist zweifellos ein besonderes Reiserlebnis. Der nostalgisch-noble
Kick auf dem Schienenstrang ist eine Fahrt mit dem Eastern & Oriental
Express, der täglich zwischen Singapur und Bangkok verkehrt.Komfortabel
reisen kann man auch mit den klimatisierten Linienbussen der
staatlichen Agentur und verschiedener privater Gesellschaften.
Für die Benutzung der Stadtbusse in Bangkok empfiehlt es
sich viel Zeit und einen zuverlässigen Orientierungsplan
mitzubringen.Taxis fahren mit und ohne Taxameter, also muss man
notfalls den Preis vor Fahrtantritt aushandeln. Mietwagen kann
man als Selbstfahrer nur unter Vorlage des internationalen Führerscheins
buchen.Tuk-Tuk heißt die dreirädrige Motorradrikscha
mit komfortabler Passagierkabine. Dieses beliebte Gefährt
für den örtlichen Nahverkehr gibt es vornehmlich in
Bangkok und Chiang Mai. In anderen Städten verkehren Fahrradrikschas.
Preis ist vorher auszuhandeln.Songthaeo nennen die Thais ihr
populärstes Fahrzeug für Nahverkehr und kürzere Überlandstrecken:
ein Pick-up oder Kleinlaster mit Verdeck und engen Sitzbänken.
In einigen Städten fahren sie auch als Sammeltaxis.Der Skytrain
ist Bangkoks modernstes (seit Ende 1999) Verkehrsmittel. Die
zum Sightseeing bestens geeignete Hochbahn pendelt über
den Straßen der Hauptstadt mit derzeit zwei Linien zwischen
Zentrum am Siam Square und Chatuchak Wochenendmarkt/Phahonyothin
Road im Norden bzw. zwischen Eastern Bus Terminal im Südosten
und Sathorn-Viertel im Südwesten.
Tourismus:Dank energischer
Werbestrategie avancierte der Tourismus Ende der 80er Jahre zur
wichtigsten Devisenquelle. Die meisten Besucher kommen aus asiatischen
Staaten, allen voran Malaysia. 2001 besuchten insgesamt über
10 Millionen Touristen Thailand. (Zum Vergleich: 1971 waren es
rund 600.000). Mit etwa 400.000 Einreisen stellte 2001 Deutschland
nach England das zweitstärkste Besucherkontingent aus Europa.
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