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Bangkok / Thailand

Text und Fotos: Beate Schümann

Noi plaziert auf dem bunten Dämonentempelchen ein mit Wasser gefülltes Glas. "Wasser ist Leben", sagt sie feierlich, legt die Hände vor der Brust zum Wai, den in Thailand üblichen Gruß, aneinander und verbeugt sich. Je weiter die Fingerspitzen zum Kinn hin reichen, desto größer die Ehrerbietung gegenüber dem Geist, der in dem Sarpra Phum wohnt und der wahre Besitzer eines Platzes ist.

Thailand / Bangkok - Daemonentempel
Dämonentempelchen (Thai: Sarpa Phum)
mitten im Grünen

Selbst in der 10-Millionen-Einwohner-Metropole Bangkok gibt es kein Gebäude, keine Wohnung und kein Bordell ohne "Geisterhaus" oder wenigstens einen kleinen Altar. In allen häuslichen Angelegenheiten ruft Noi ihren Ortsgeist an, und diesmal reichen die Fingerkuppen sogar bis zur Nasenspitze. Wortlos bittet sie ihn, ihre Orchideenzucht von den Wolkenbrüchen der Regenzeit diesmal zu verschonen.

Blumen haben im Alltag der Thais einen hohen Rang wie ein Lebensmittel: sie sind unentbehrlich, hochkarätige Glücksbringer. Überall tauchen Orchideen, Jasmin, Lotus und andere Blüten auf: in unheilabwehrenden Blumenamuletten, als Opfergabe in den Tempeln, als Dekor auf Thai-Seide, als Tätowierung auf nackten Schultern oder als Betthupferl auf den Kopfkissen der Luxushotels.

Thailand / Bangkok - Blumen
In der Welt der Götter und Geister blüht das Geschäft
mit Blumenamuletten

"Wenn wir Wasser sehen", sagt Noi, "wissen wir, dass es genug zu essen gibt - Fisch und Fleisch. Wasser ist Leben - aber in der Regenzeit zwischen Mai und September, wenn der Südwestmonsun dem ganzen Land schwere Niederschläge beschert, kann es manchmal ein bisschen viel werden.



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