| Südafrika |
Kapstadt: Die Gründung Kapstadts |
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Wegweiser
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Als Gründer der ersten dauerhaften weißen Niederlassung an der Südspitze Afrikas gilt der Holländer Jan van Riebeeck. Am 7. April 1652 betrat er erstmals südafrikanischen Boden, angeblich an der Stelle, an der heute seine Bronzestatue steht (Heerengracht). Vor ihm hatten allerdings schon andere Europäer die Küste erforscht: 1488 entdeckte Bartolomeu Dias das Kap der Guten Hoffnung, und 1497 segelte Vasco da Gama auf dem Weg nach Indien vorbei. Als erster Portugiese, der das Kap auch betrat, wird António de Saldanha (1503) genannt; 1510 soll ihm Francisco d'Almeida, der Vizekönig von Indien, gefolgt sein und 1605 und 1613 schließlich die ersten britischen Gesandtschaften. Doch sie alle blieben nur vorübergehend oder fanden gar den Tod: D'Almeida starb bei einer bis heute ungeklärten Auseinandersetzung mit den Ureinwohnern (die möglicherweise aber gar nicht hier, sondern in Mossel Bay stattfand), und der Brite Sir Thomas Smythe verscherzte sich den Handelswillen der Schwarzen, als diese herausfanden, daß Smythe für Gold auch tötete. So diente das Kap über eineinhalb Jahrhunderte hinweg lediglich als Orientierungspunkt auf der Reise von und nach Ostindien; allenfalls zur Auffrischung der Wasservorräte gingen die Besatzungen der Handelsschiffe kurz an Land. Die Situation änderte sich erst, als 1647 die Besatzung eines holländischen Schiffs, das vor der Tafelbucht auf Grund gelaufen war, ein Jahr an Land auf Rettung warten mußte. Bei der Rückkehr nach Holland berichteten die Seeleute von der Schönheit des Landes, und sie vergaßen auch nicht, darauf hinzuweisen, daß es sich für Ackerbau und Viehzucht sicher gut eignen würde. Damit war das Interesse der VOC (Vereenigde Oost-Indische Compagnie) geweckt, der Handelsgesellschaft, die damals den gesamten holländischen Überseehandel abwickelte. Sie beschloß, van Riebeeck ans Kap zu entsenden. Bei Reisen im Auftrag der VOC nach Java hatte sich dieser zwar den Ruf eines Tunichtguts erworben, jedoch wollte man ihm eine Chance zur Rehabilitierung nicht verwehren. Dazu war ein solches Kommando bestens geeignet, und so stach von Riebeeck »gezwungenermaßen freiwillig«, wie er selbst das nannte, in See. Am 6. April 1652 ging er in der Tafelbucht an Land. Der junge Mann, seine Frau und 90 Helfer kamen, sahen das Land - und staunten. Fasziniert von der »Gewaltigkeit der Felsenlandschaft, der Fruchtbarkeit der schwarzen Erde in den Tälern dazwischen und der Üppigkeit der Flora, der Wildbestände und des Vogelreichtums« machte sich van Riebeeck an die Arbeit: Die VOC hatte ihn beauftragt, eine Versorgungsstation für vorbeifahrende Schiffe zu errichten. Schon gleich nach der Landung trafen die Siedler auf einheimische Khoikhoi, einen von den San, den Bushmen, abstammenden Volksstamm. Vor rund 2000 Jahren hatten die Khoikhoi sich von den nomadisierenden Hauptgruppen in den Wüstengebieten des südlichen Afrika abgesplittert und waren nach Westen und Süden gewandert, um sich als Schaf- und Rinderzüchter niederzulassen. Hottentotten nannten die europäischen Neusiedler ihre gelbbraunhäutigen Nachbarn, die sich in einer aus Klicklauten bestehenden Sprache verständigten. Die Begegnung verlief zunächst friedlich: Die Siedler nahmen nur soviel Land in Anspruch, wie sie für den Versorgungsstützpunkt brauchten. Zu den kleinwüchsigen Einheimischen, die mit ihren hohen Wangenknochen und schmalen Augen mongolischen Volksstämmen ähnelten, suchten sie freundschaftlichen Handelskontakt, und die Khoikhoi sahen keinen Anlaß zum Argwohn: Sie glaubten an ein friedliches Nebeneinander und machten sich über Eigentumsrechte keine Gedanken. |