Als Gastpilot bin ich am nächsten Morgen auch am Startplatz. Die große Wiese nach Norden läßt den über 70 Wettkampfpiloten genügend Platz. Die Hangneigung ist allerdings so flach, daß selbst die Cracks mehrere Versuche brauchen um in die Luft zu kommen. Wenn man es dann geschafft hat, erwartet einen „Hammerthermik“. Es ist Ende Februar und zu Hause liegen die Fluggebiete unter einer dicken Schneedecke. Zehn Piloten kreisen bereits über uns in der Thermik. Sie fliegen sich ein und landen dann wieder am Startplatz. Bei dem Anblick der immer kleiner werdenden Farbtupfen am Himmel hält mich nichts mehr auf dem Boden.

Außer Konkurrenz bin ich an keine Zeiten gebunden und steige gleich in die Thermik ein. Die Warmluft beamt mich förmlich in die Höhe, fünfhundert - sechshundert Meter. Doch spätestens nach weiteren einhundert Metern ist Schluß. Nicht das die Aufwinde dann plötzlich aufhören, doch oberhalb 2300 Meter NN besteht striktes Flugverbot. Dies ist die Einflugschneise der Düsenjets bei ihrem Landeanflug auf den internationalen Flughafen Jan Smith in Johannesburg. Vor meinem Start bin ich über die strengen Reglementierungen an Pretorias Hausberg aufgeklärt worden. Mein Erstflug mit Blick über den großen Stausee Hartbeespoort, der jetzt am Wochenende zum Tummelplatz vieler Wassersportler wird, ist großartig.

Wenn schon nicht weiter in die Höhe, dann doch in die Ferne beschließe ich nach einer Weile. Bei dem eingeschränkten Fluggebiet sind Strecken nur nach Osten Richtung Pretoria möglich. Immer an der Hangkante entlang bereitet die Orientierung keine Probleme und schnell geht es mit Rückenwind voran.